by Oswald Franz Ambrosius Menghin (1888 - 1973)
Der Nussbaum
Language: German (Deutsch)
Vom Bühel lugt das Bauernhaus blitzblank ins gute Land hinaus. Daneben steht mit Schild und Kron' der Nussbaum wie sein Schutzpatron. Man weiß es nicht, wie alt er ist, man weiß nur, dass er Blitze frisst uhnd Wetter bricht und Stürme lenkt und einen kühlen Schatten schenkt. Es ist ein wunderbarer Baum. Ihn klaftern wohl drei Männer kaum, und mancher, der mit Holz umgeht, möcht' gern ihn kaufen, wie er steht. Doch wenn so einer klingelnd kam und aus dem Sack den Beutel nahm, dem fiel der Bauer kurz ins Wort: „Der Baum ist recht an seinem Ort. Er war schon da, als ich nicht war, und als mein Vater noch nicht war; der hatt's von seines Ahnes Mund, dass er zu seiner Zeit schon stund. Ich wär' ein schlechter Mensch und Sohn, gäb' ich ihn preis für schnöden Lohn. Noch ist nicht alles feil um Geld. Der Baum wird steh'n, bis Gott ihn fällt!“
Text Authorship:
- by Oswald Franz Ambrosius Menghin (1888 - 1973) [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Mathilde Kralik (1857 - 1944), "Der Nussbaum", 1938 [ voice and piano ] [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
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