by Oswald Franz Ambrosius Menghin (1888 - 1973)
Die Wallfahrt
Language: German (Deutsch)
Von Lärchenwipfeln lind umbauscht träumt sanft die Wallfahrtskapelle, und an des Hügels Füßen rauscht die alte Gnadenquelle. Die Bäuerin steigt im besten Staat hinan die verwetzten Stufen, die liebe Mutter vom guten Rat um Hilfe anzurufen. Ihr Knäblein tat einen bösen Tritt und kann seitdem nicht gehen. Maria, die selber so viel litt, soll huldvoll niedersehen. Sie hebt das Kindlein zum Altar, sie will es fast erzwingen. Maria, die selber Mutter war, muss ihr doch Hilfe bringen! Und siehe, das kranke Kindlein schaut so friedlich wie lang' schon nimmer; in seinen ruhigen Augen blaut unirdisch ein ferner Schimmer. Es hebt die Händchen glücklich umsonnt zum Jesukind voll Verlangen. Es hat auf einmal gehen gekonnt und ist in den Himmel gegangen. Zwei Mütter sprechen ganz allein mitsammen von Schmerz und Erhebung, die eine in goldenem Glorienschein, die and're in stiller Ergebung.
Text Authorship:
- by Oswald Franz Ambrosius Menghin (1888 - 1973) [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Mathilde Kralik (1857 - 1944), "Die Wallfahrt", 1938 [ voice and piano ] [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Johann Winkler
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Word count: 140