by Johann von Schwarzenberg (1463 - 1528)

Ich arme Nunn offt haymlich klag
Language: German (Deutsch) 
Ich arme Nunn offt haymlich klag, 
Daß ich nicht weltlich werden mag. 
Hett' ich genommen ainen Man, 
Als manche junkfraw hat gethan, 
Gott und mich selbst het ich geert, 
Und auch dazu die Welt vermert. 
Sonst steck ich hie in Haß und Neydt, 
Mit Ungedult ich schwerlich leyd, 
Wiewol mein Leyb ist eingespert, 
Mein Mut ist in der Welt verwirt, 
In Zweyffel stet mein Zuversicht, 
Gefall ich Gott?  das waß ich nicht. 
Für Metten ghen wir zu dem tantz, 
Dem Teuffel haltn wir Observantz,  
Hie hab ich Schand, und dort die Höll,  
Auf flaischlich Lust mein Trost ich stöll. 
Dem wünsch ich ewig Not und Qual, 
Der micht gebracht in disen Fal.

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Confirmed with Johann Christoph Gottsched ausgewählte Werke, vierter Band, reprinted 1968. Berlin: Walter de Gruyter & Co. from Ausgaben deutscher Literatur des XV. bis XVIII. Jahrhunderts, in Reineke, der Fuchs: ander Theil des Buchs Schimpff und Ernst, erstes Buch, das achzehnte Hauptstück, quote from Memorial der Tugend, page 172 of reprint [not pagination of original].


Authorship

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  • Also set in German (Deutsch), [adaptation] ; composed by Ture Rangström.

Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2017-08-27
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