Herbstlied 
Language: German (Deutsch) 
Ein rothes Blatt fällt hin zu meinen Füßen, 
Es war das letzte an dem kahlen Baum  --  
Es fällt so langsam, wie mit leisem Grüßen, 
Eh' ganz verweht sein kurzer Sommertraum. 

Nun liegt es da, auf dürrem Herbstesraume, 
Begraben bald von langer Winternacht 
Vergessen schläft, was einst am Lenzesbaume 
War Schmuck und Zier, erblüht in frischer Pracht,

Es gleich das Menschenherz dem kleinen Blatte, 
Es wird gar bald des Lebenssturmes Raub  --  
Und was geliebt, erfreut manch Herz einst hatte, 
Das schläft vergessen unter welkem Laub. 

Confirmed with Hausschatz deutscher Lyrik seit 1849, 1. Lieferung, ed. by Franz Brümmer, Eichstätt & Stuttgart: Krüll'schen Buchhandlung, 1878, page 148.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

  • by Ferdinand Möhring (1816 - 1887), "Herbstlied ", op. 80 (Sieben Lieder für eine Singstimme mit Pianoforte) no. 1?, published 1875 [ voice and piano ], in Die musikalische Welt, Braunschweig, Litolff [sung text not yet checked]

Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2019-11-17
Line count: 12
Word count: 84