by Theodor Storm (1817 - 1888)

Begrabe nur dein Liebstes
Language: German (Deutsch) 
Begrabe nur dein Liebstes! Dennoch gilt's
Nun weiterleben; - und im Drang des Tages,
Dein Ich behauptend, stehst bald wieder du.
So jüngst im Kreis der Freunde war es, wo
Hinreißend Wort zu lauter Rede schwoll;
Und nicht der Stillsten einer war ich selbst.
Der Wein schoß Perlen im kristallnen Glas,
Und in den Schläfen hämmerte das Blut; -
Da plötzlich in dem hellen Tosen hört ich
- Nicht Täuschung war's, doch wunderbar zu sagen -,
Aus weiter Ferne hört ich eine Stille;
Und einer Stimme Laut, wie mühsam zu mir ringend,
Sprach todesmüd, doch süß, daß ich erbebte:
»Was lärmst du so, und weißt doch, daß ich schlafe!«

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

  • by Heinrich, Freiherr von Bach (1835 - 1915), as Heinrich Molbe, "Begrabe nur dein Liebstes", op. 93 (Sechs Lieder von Theodor Storm für eine Singstimme mit Clavierbegleitung) no. 4 [voice and piano], Wien, Wiener Musik-Verlagshaus [
     text not verified 
    ]

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2013-04-21
Line count: 14
Word count: 109