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Frühlingsliebe. Gedichte von R.E. Prutz

Word count: 731

by Heinrich Esser (1818 - 1872)

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1. Sei gegrüsst, o Frühlingsstunde


Sei gegrüßt, [o]1 Frühlingsstunde,
    Sei gegrüßt, o Maienpracht!
Da die Blumen blühn im Grunde
    Und die goldne Sonne lacht.
        Horch, in allen Zweigen
            Fröhlich Singen,
            Lustig Klingen!
            In den Lüften,
            In den Klüften,
        Ueberall welch muntrer Reigen!
    Ja der Frühling ist gekommen:
            O willkommen
    Du mit holdem Liederschall,
    Frühlingsbote, Nachtigall!

Solche süße Frühlingsstunde
    Kam in meiner Seele Nacht,
Seit aus ihres Auges Grunde
    Sonne mir und Leben lacht.
        Aber doch welch Schweigen,
            Welches Sehnen,
            Welche Thränen?
            Ja, dies Bangen
            Und Verlangen,
        Ach, ist das der Liebe eigen?
Ist die Liebe doch gekommen:
            O willkommen,
    Stimme an den süßen Klang,
    Liebesbote du, Gesang!


View original text (without footnotes)
1 Vierling: "du"; further changes may exist not shown above.

2. Ich will's dir nimmer sagen


Ich [will's dir]1 nimmer sagen,
Wie ich so lieb dich hab',
Im Herzen will ich's tragen,
Will [stumm]2 sein wie das Grab.

Kein Lied soll dir's gestehen,
Soll flehen um mein Glück,
Du selber sollst es sehen,
Du selbst -- in meinem Blick.

Und kannst du es nicht lesen,
Was dort so zärtlich spricht,
So ist's ein Traum gewesen,
Dem Träumer zürne nicht.


View original text (without footnotes)
1 Becker, Dorn, Hoth, Hoppe, Jonas, Lang, Lassen, Lederer, Naret-Koning, Nodnagel, Nordmann, Rehberg, Roeder, Schaefer, C. Schultz, Simon: "will dir's"; Bradsky, Kauffmann: "will Dir"; further changes may exist for composers with red dots beside their setting information.
2 Lang: "still"

3. Wohlan! ich will wandern!


Wohlan, ich will wandern,
Wohlan denn, ich geh'!
Schatz, such' dir 'nen Andern,
Ich sag' dir ade!
Mag länger nicht klagen
Vergebliche Pein,
Mag's länger nicht tragen,
Dein Narre zu sein.

Will wandern und singen
Das Reich entlang.
Meine Leier soll klingen
So lieblichen Klang:
Daß die Frauen mich grüßen
- Du grüßtest mich nie!
Daß die Mädchen mich küssen
- Dann küsse wie sie!

In Reim will ich bringen,
Wie du mich gequält,
Daß die Knaben es singen,
Daß die Welt sich's erzählt!
Sie sollen dich hassen,
Du eisernes Herz,
Sie sollen dich lassen
In einsamem Schmerz!

Dann such' dir nur Einen,
Der so treu ist wie ich,
Und findest du Keinen --
Schatz, rufe nur mich!
Wär' ich weitweg von dannen,
Tausend Meilen von hier,
Will die Flüglein aufspannen,
Will fliegen zu dir!

Will dich halten und küssen,
O du liebliches Kind,
Und die Welt soll es wissen,
Wie gut wir uns sind!
Schatz, laß mich nicht wandern
Nicht ziehen durch's Reich,
Du find'st keinen Andern --
O rufe mich gleich!


4. Scheiden im Frühling


Daß ich im Frühling scheiden soll,
Das macht das Herz mir schwer:
Ich wär' nicht halb so kummervoll,
Wenn's nur nicht Frühling wär'.

Allüberall ist Maienlust,
Hell klingen Thal und Hain,
Ach, und allein in meiner Brust
Wird's still und öde sein.

Wem soll ich klagen meine Pein?
Die Rose blüht so roth,
Die Lerche wirbelt aus und ein --
Wem klag' ich meine Noth?

Ach, soll's einmal geschieden sein,
So sei's in Winterzeit,
Da tragen Lerche, Flur und Hain
Mit mir dasselbe Leid.

Da klagen all' zusammen wir
Um Ein entschwunden Glück,
Und alle träumen sie mit mir
Von neuem Sonnenblick.

Und wenn die Rosen wieder blühn,
Kehrt auch der Liebste dein;
Drum nicht im Frühling laß mich ziehn,
Im Winter soll es sein!


5. Abends


In dieser Stunde denkt sie mein,
Ich weiß, in dieser Stunde!
Die Vögel schlafen groß und klein,
Es schlafen die Blumen im Grunde.
An blauem Himmel hell und klar
Stehn tausend Sterne wunderbar,
Sie schaut hinauf und denket mein,
Ich weiß, in dieser Stunde.

Sie sitzt wohl einsam und allein,
Ich weiß, in dieser Stunde,
Und flüstert wohl den Namen mein
Halbleise mit schüchternem Munde.
Sie schickt mir Grüße lieb und schön
Und winkt mir zu, als könnt' ich's sehn,
Sie weint, in dieser Stunde.

Gute Nacht und schließ' die Aeugelein,
Gute Nacht in dieser Stunde!
Ich will im Traume bei dir sein
Mit fröhlicher, seliger Kunde:
Von einem Tag, o träume du,
Wo ich in deinen Armen ruh',
Ja bis dahin gedenke mein,
Jetzt und in jeder Stunde!


6. Wohl viel tausend Vögelein


Wohl [diese]1 tausend Vögelein
Wohnen und singen im grünen Hain,
Sie haben all' zwei Flüglein schön,
Zu fliegen über Land und Seen,
Sie haben alle süßen Mund,
Zu singen hell aus Herzensgrund --
O bitt' euch, liebe Vögelein,
Will keins von euch mein Bote sein?

Ich will euch senden in ein Thal
Mit lust'gen Quellen ohne Zahl,
Da blühen Blumen süß und lind
Und wiegen sich im Abendwind;
Ich will euch senden vor ein Haus,
Da lacht der Frühling selbst heraus --
O bitt' euch, liebe Vögelein,
Will keins von euch mein Bote sein?

Am liebsten flög' ich selber hin,
Und sagt' ihr, wie so treu ich bin,
Und klagt' ihr meine lange Pein,
Daß ich von ihr muß ferne sein;
Da läg' ich auch an ihrer Brust,
Und Kuß um Kuß und Liebeslust --
O bitt' euch, liebe Vögelein,
Will keines mir zwei Flügel leihn?


View original text (without footnotes)
1 Franz: "viele"; other changes may exist not noted.

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