by Adam Gottlob Oehlenschläger (1779 - 1850)
Es war ein alter Mann
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Language: German (Deutsch)
Es war ein alter Mann, der nahm ein junges Weibchen, gar schön und zart von Leibchen. Da ging das Wesen an. Er lächelte, er schmeichelt's. Er küsst' es und er streichelt's Allein das war sein Ziel - und das war doch nicht viel! Er lebt ein ganzes Jahr mit seinem jungen Weibchen. Das zarte, feine Leibchen blieb immer wie es war. Wie ich gesagt: Er schmeichelt's, er küsst' es, und er streichelt's. Allein — das war sein Ziel. Und das war gar nicht viel. Einmahl er sagte: Heut' muss ich dich flux verlassen. Mein Kind, du muss nicht spassen mit fremde Männerleut. Nicht deine Treu vergessen, verbothne Speis' nich essen, sonst krieg ich armer Mann ein Stirn, mit Hörner dran. Das Weibchen sagte: Ei! Eh' will ich treu dir bleiben, wenn solche Zeitvertreiben dir giebt ein solch Geweih. Der Mann giesst Freudeträhnen. Er ging. Da kam mit Sehnen ein junger Herr fürbas - und alles sie vergass. Als nun der Alte kam gar spat und müd' zu Hause, zum lieben Abendschmause und hübsch sein Hut abnahm, rief sie: Wie kannst du lügen, und mich so arg betrügen? Du böser, alter Mann! Hast ja nicht Hörner an!
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View text with all available footnotesBeneath the poem: "Folk, som har omringet Jöderne, opslaae en stor Skoggerlatter."
Text Authorship:
- by Adam Gottlob Oehlenschläger (1779 - 1850), "Jöderne under Træet" [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website: 2014-04-20
Line count: 40
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