by Friedrich Martin von Bodenstedt (1819 - 1892)
Wir sind arm; der Wald, das Feld
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Language: German (Deutsch)
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Wir sind arm; der Wald, das Feld Sind uns Haus und Speicher; Doch so glücklich in der Welt Lebt, wie wir, kein Reicher; Wie die Väter, frohgemuth Leben wir und sterben -- Für ein ächt Zigeunerblut Giebt es kein Verderben! Hei, Zigeuner! Hei, Zigeuner! Hochgemuth und heiter Fangen wir zu leben an, Leben wir immer weiter! Was uns Glück und Unglück beut, Macht uns keine Sorgen; Giebt es nichts zu essen heut, Warten wir bis morgen! Dafür auch verbringen wir Nicht den Tag wie Sklaven -- Immer lustig, singen wir, Tanzen, essen, schlafen. Hei, Zigeuner! Hei, Zigeuner! Hochgemuth und heiter Fangen wir zu leben an, Leben wir immer weiter! Auf der Erde schlafen wir, Hoch der Himmel deckt uns; Mond und Stern macht uns Quartier, Sonn' und Lerche weckt uns! Ob auch Frost und Winter droht: Knistert rings das Feuer, Hat's im Walde keine Noth, Wo das Holz nicht teuer! Hei, Zigeuner! Hei, Zigeuner! Hochgemuth und heiter Fangen wir zu leben an, Leben wir immer weiter! Lustig durch das Leben so Singen wir und wandern, Alle Tage frisch und froh, Einen wie den andern. Ewiger Festtag ist uns hier Wechselvoll in Neuheit -- Und für nichts verkaufen wir Unsre goldne Freiheit! Hei, Zigeuner! Hei, Zigeuner! Hochgemuth und heiter Fangen wir zu leben an, Leben wir immer weiter!
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View text with all available footnotesConfirmed with Friedrich Bodenstedt, Alte und neue Gedichte, Erster Band, Berlin: Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei (R.v. Decker), 1867, pages 136-137.
Note: The Marschner setting has slightly different spellings of some words.Text Authorship:
- by Friedrich Martin von Bodenstedt (1819 - 1892), "Die Zigeunerbande singt:", appears in Alte und neue Gedichte, in 6. Volksweisen als Intermezzo, no. 1 [author's text checked 1 time against a primary source]
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