by Ignaz Franz Castelli (1781 - 1862)
Der Sänger zog durch Wald und Flur
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Language: German (Deutsch)
Der Sänger zog durch Wald und Flur,
Sang immer einen Namen nur:
Marie!
Und Wald und Flur und Echo sprach
Ihm seinen holden Namen nach:
Marie!
Ein Wand'rer hört's, und nahm das Wort:
"Was rufst du denn so fort und fort:
Marie?"
"Sie ist es, die mein Mund nur preist,
Mein Leben und mein Sterben heisst:
Marie!
"Doch schau' ich furchtlos hin und her,
Ach find' ich dich denn niemals mehr,
Marie!
Drum fort, nur fort von Haus zu Haus!
Sähst du aus einem nur heraus,
Marie!"
Der Wand'rer sprach: "Ein stiller Ort,
Ist unter jenen Linden dort;
Marie
Las ich auf jenem Kreuze da."
"Wie?" schrie der Sänger: "Mir so nah
Marie."
Hinunter eilt' er wild und bang,
Und jede seiner Saiten klang:
Marie!
Er sieht das Kreuz, der Mann sprach wahr,
Stürzt hin, sein letzter Seufzer war:
Marie!
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View text with all available footnotesConfirmed with Ignaz Franz Castelli, Poetische Kleinigkeiten, drittes Bändchen, Wien: Anton Strauß, 1819, pages 43 - 45; and confirmed with J. F. Castelli's Sämmtliche Werke, Zweites Bändchen, Wien, Druck und Verlag von Ant. Pichler's sel. Witwe, 1844, pages 72-73.
Note: Gerson and Spohr use the name "Maria" throughout.
Text Authorship:
- by Ignaz Franz Castelli (1781 - 1862), "Marie", appears in Poetische Kleinigkeiten [author's text checked 2 times against a primary source]
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Research team for this page: Michael Leinert , Melanie Trumbull
This text was added to the website: 2009-04-30
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