by Friedrich Rückert (1788 - 1866)
In der Fremde, in der Nacht
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Language: German (Deutsch)
In der Fremde, in der Nacht Sitz' ich tief alleine, Und mir wird kein Trost gebracht Von des Morgens Scheine. Sonne geht dem Monde nach, Auf und nieder Sterne, Aber alle sehn mich ach! Von der Liebsten ferne. Nach der Heimat immerdar Sehnt mein Herz auf's frische. Wie nach freier Luft der Aar, Nach dem Wasser Fische. Wie die Blumen aus dem Thau Sich zur Sonne wenden. Muß ich nach der Freundin Gau Thränenblicke senden. Ich bin nicht der Fremde Kind, Ich bin heim geboren. All mein Denken geht im Wind Heim nach deinen Thoren. Wer zuerst auf dieser Welt Wanderbündel schnürte. Hat die stille Lust vergällt. Welche mir gebührte. Soll ich je geführet seyn Heim durch Gottes Gnade, Freudenthränenedelstein Streu' ich auf die Pfade. Zwene Boten wähl' ich mir. Die von mir hinüber Gehn zu dir, und auch von dir Gehn zu mir herüber. Südwind, der vom Meer herauf Dunstgewölke treibet. Melde dir den Lebenslauf, Den mein Seufzen treibet. Nordwind, der mit frischem Hauch Hier die Lüfte kläret. Hat von deinem Antlitz auch Mir den Gruß gewähret.
H. von Herzogenberg sets stanzas 1-2, 4
Text Authorship:
- by Friedrich Rückert (1788 - 1866), "In der Fremde, in der Nacht", appears in Wanderung, in 4. Vierter Bezirk. Östliche Rosen [author's text checked 2 times against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website: 2009-04-23
Line count: 40
Word count: 179