by Wilhelm Müller (1794 - 1827)
Doppelte Gefahr
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Language: German (Deutsch)
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Ich armer Fischerbube, Wo soll ich schiffen hin? Mein Nachen ist gar kleine, Gar schüchtern ist mein Sinn. Im hohen Meere draußen Da sind die Wogen groß, Da läßt aus Ost und Westen Der Himmel die Stürme los. Da jagen die Korsaren Nach jungem Christenblut, Da singen die Sirenen Und locken hinab in die Fluth. Am Ufer sitzt ein Mädchen, Die hat ein Augenpaar, Das droht mit Feuerflammen Mir tödtliche Gefahr. Sie strickt an einem Netze, Will drin mich fangen ein; Ihr Haar hat lange Flechten, Dran soll ich gebunden sein. Du liebliche Sirene, Sirene von dem Strand, Laß deine Stimme tönen Hell über Meer und Land! Tief unten in den Fluthen Da ist ein goldnes Haus, Da ruhen die Ertrunknen In weichen Armen aus. In diesem Liebesmeere Wo wird die Ruhstätt' sein? Entweder an deinem Herzen, Ach! oder im Grabe mein.
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Confirmed with Sieben und siebzig Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten, herausgegeben von Wilhelm Müller, Dessau, Bei Christian Georg Ackermann, 1821, pages 132-133. Modernized spelling would require changing "Fluth" to "Flut", "tödtliche" to "tödliche", etc.
Text Authorship:
- by Wilhelm Müller (1794 - 1827), "Doppelte Gefahr " [author's text checked 1 time against a primary source]
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