by Friedrich von Matthisson (1761 - 1831)
Abendwehmuth
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Language: German (Deutsch)
Our translations: FRE
Mich lockte der Vollmond Vom Saale des Tanzes Zum Felsengestade Der brausenden Reuß. Noch immer im Strahle Des Mondes begegnen Mir Schattengebilde Der Zeiten, die flohn. Ich hasche beym Saume Des Äthergewandes Die Zaubergestalten Mit schmerzlicher Lust. Umsonst! Sie zerfließen. Wie Nebel der Frühe; Umsonst! Sie verwallen. Wie Düfte des Mays. Die Sterblichen suchen, Um nimmer zu finden, Und ahnen die Wonne Nur, wo sie nicht blüht. Wo reift, was beseligt? Wo dauert, was tröstet? Der Einklang der Herzen Wo hat er Bestand? Wo thauen nicht Thränen Auf Myrthen der Liebe? Wo scheiden vom Freunde Nicht Gräber den Freund? O Wahrheit! vergönne Dem einsamen Waller Im Haine der Wehmuth Ein tröstendes Wort. Du hast es vernommen; Doch schweigst du, und senkest Auf Urnen und Grüfte Den warnenden Blick! Du hast es vernommen; Doch schweigst du, und hebest Empor zu den Sternen Den tröstenden Blick!
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- by Friedrich von Matthisson (1761 - 1831), "Abendwehmuth", written 1794, first published 1805 [author's text checked 1 time against a primary source]
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This text was added to the website: 2011-10-02
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