by Marie Valerie von Österreich, Erzherzogin (1868 - 1924)
Der junge Rhein
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Our translations: ENG
Was brausest du über die Felsen geschwind, Du schaumbekränztes, du tolles Kind? Was eilest du ohne Rast und Ruh, Aus den dunklen Bergen der Ebene zu? Deine Wogen, sie singen und rauschen im Traum Und achten der schönen Heimat kaum; Halt ein, halt ein, Du ungestümer, du junger Rhein! Das Waldesdunkel, das Maiengrün, Die Bäume, die schimmernd am Ufer blühn, Der blaue Himmel, die klare Luft, So frisch und würzig von Frühlingsduft, Sie sprechen verlockend und kosend zu dir: "Geh nicht in die Fremde, o bleibe hier!" Halt ein, halt ein, Du ungestümer, du junger Rhein! O, eile nicht schäumend von Ort zu Ort Aus der bergichten Heimat zur Fremde fort, Wo an deinen Ufern der Kampf entbrennt Und bebend man deinen Namen nennt! Hier ahnst du noch nichts von Schlacht und Tod, Kein Blut färbt hier deine Wellen roth; Halt ein, halt ein, Du ungestümer, du junger Rhein!
View text with all available footnotes
Research team for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler
Confirmed with Vorarlberg. Land und Leute, Geschichte und Sage im Lichte deutscher Dichtung. Eine Blumenlese von Hermann Sander, Innsbruck: Verlag der Wagner'schen Universitäts-Buchhandlung, 1891, pages 71-72.
Text Authorship:
- by Marie Valerie von Österreich, Erzherzogin (1868 - 1924), "Der junge Rhein" [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Research team for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler
This text was added to the website: 2020-09-03
Line count: 24
Word count: 154