Vier Kinderlieder

Song Cycle by Gustav Heinrich Graben-Hoffmann (1820 - 1900)

Word count: 436

1. Das erste Schneeglöckchen [sung text not yet checked]

Ich kenn' ein [Glöckchen, lieblich]1 zart
Durch wei&zlig;en Schmelz verschönt,
Das leise nur, doch wunderbar
Durch's Reich der Lüfte tönt;
Ein Glöckchen ist's, aus Flor gewebt,
Das jedes Herz mit Lust belebt. 

Bescheiden hängt das Glöckchen nur
An einem grünen Band', 
Das die Natur mit zarter Kunst
Um's enge Hälschen wand;
Und wenn die Luft das Glöcklein schwingt, 
Es lieblich durch die Fluren klingt.

Die schönste Zeit verkündet es 
Mit seinem Silberton;
Denn wißt, es nah't im Feierzug
Der holde Frühling schon,
Mit seiner Hand das Erdenreich
Zu segnen, einem Gotte gleich. 

Und kaum vernimmt den Wunderklang
Der Blumen [buntes]2 Chor,
Da eilt es aus dem Kämmerchen,
Gar schnell an's Licht hervor,
Und drängt, mit Schönheit angethan,
Zum Frühlingseinzug sich heran. 

Und sieh'!  in Reihen folget nun,
Dem lieben Glöcklein hold,
Des Märzenblümchens zartes Blau,
Und der Ranunkeln Gold,
Und lieblich würzt, als Opferduft,
Das Veilchen schon die laue Luft.  

Und schöner stets und bunter stets
Kommt schon der Zug heran,
Die Maaslieb da, die Primel dort,
Und hier die Tulipan,
Und auch der Anemone Weiß  
Schließt freudig sich zum Blumenkreis. 

Und immer weiter dehnet sich   
Der Blumen duftend' Heer;
Kaum hört man noch den Zauberton
Des Silberglöckleins mehr;
Nur leise noch der Laut erklingt,
Der sich aus diesem Glöcklein schwingt.

Und endlich, wenn der Frühling kommt,
In seiner hehren Pracht,
Verstummt das Glöcklein ganz und gar
In ew'ger Todesnacht;
Und auch das Bändchen reißt entzwei,
Und mit dem Glöcklein ist's  --  vorbei!

Authorship

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Confirmed with Sinnbilder aus der Pflanzenwelt von J. F. Radda, Wien: im Verlage der C. F. Beck'schen Buchhandlung, 1824. Appears in Drey Allegorien, no. 1, pages 63 - 65.

1 Graben-Hoffmann: "Glöcklein, lieb und"; further changes may exist not shown above.
2 the cited edition does have "buntes", but it might be a typo for "bunter". In later editions, the word becomes "duftend"


Researcher for this text: Melanie Trumbull

2. Unsere lieben Hühnerchen [sung text not yet checked]

     La charte est une verité.
                  -Louis-Philippe.

Unsre lieben Hühnerchen
Verloren ihren Hahn,
Hatten ihm zu Liebe
Zwar auch mal was gethan.
Wie trauerten die Hühnerchen,
Daß sie ihn nicht mehr sahn,
Den lieben guten Hahn!

Unsre lieben Hühnerchen
Sahn einen andern Hahn,
Der da ging spazieren
Auf einem grünen Plan.
Wie freuten sich die Hühnerchen:
Komm, laß dich froh empfahn
Und sei du unser Hahn!

„Meine lieben Hühnerchen,
Gern bin ich euer Hahn:
Wahrheit wird die Charte!
Ihr könnt mich froh empfahn –”  
Wie jubelten die Hühnerchen:
Wie sind dir unterthan,
Du bist der beste Hahn!

Unsre lieber Hühnerchen
Die fûhrten ihren Hahn
Voller Freud’ und Jubel
Hoch auf den Schloßaltan.
Wie war’n entzückt die Hühnerchen,
Als da zu krähn begann
Der neue Hahnermann!

Authorship

Confirmed with Unpolitische Lieder von Hoffmann von Fallersleben. Zweiter Theil, Hamburg, bei Hoffmann und Campe, 1842, pages 125-126.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Zur Schlummerzeit [sung text not yet checked]

Mit Zwielicht und mit Sternenschein 
Bricht Schlummerzeit der Kinder ein;
Die Taub' im Wipfel hält schon Ruh,
Und leise rauscht die Luft dazu.
Thu's Äuglein zu, fremd ist die Nacht,
Und schlumm're bis zur Morgenwacht; 
Und über's Herz die Hände falt', 
So hat kein Leid an dir Gewalt;
Wen schläfert frommes Beten ein,
Auf den kommt Himmelswiederschein. 
So träumst du süß an ird'scher Stätt', 
Wie Englein ruhn im Wolkenbett.

Authorship

Confirmed with Lieder von Dilia Helena, 2nd edition, Berlin, Verlag der Nicolai'schen Buchhandlung, 1852, page 148.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Schwefelhölzle [sung text not yet checked]

Schwefelhölzle, Schwefelhölzle
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Authorship

  • by Anonymous / Unidentified Author