Drei Lieder aus Tannhäuser

Song Cycle by Tor Aulin (1866 - 1914)

Word count: 377

1. Der Lenz ist gekommen [sung text not yet checked]

Der Lenz ist gekommen 
Ins harrende Land
Hat um sich genommen 
Sein Blumengewand,
Es schallt von den Zweigen
Der Vögel Gesang,
Nach Trauern und Schweigen
Ein grüßender Klang.
Da regt sich ein Sehnen, da blühet die Lust,
Heraus, du mein Lied, aus der klopfenden Brust! 

Es dränget zur Ferne,
Was frei und geschwind,
Es wandern die Sterne
Und Wasser und Wind.
Es wallen und weben
Die Wolken im Raum, -- 
Mit ihnen zu schweben,
Mein seligster Traum.
Ihr greifet den Blitz nicht am schmetternden Schaft.
Mich haltet ihr auch nicht in Fessel und Haft.

Ich habe getragen 
Den heimlichen Schmerz,
Nicht länger in Klagen
Vertröst' ich mein Herz.
Den Speer will ich schwingen 
Auf schnaubendem Pferd
Und singen und klingen 
Soll Harfe und Schwert.
Ich fahre wie Sturm, der die Eiche zerspellt,
Hinaus in die Freiheit, hinaus in die Welt!

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission

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2. Es ging sein Lieb zu suchen [sung text not yet checked]

Es ging sein Lieb zu suchen 
Der Knabe zum grünen Wald, 
Wohl unter den Eichen und Buchen 
Fand er das Liebchen bald.

Die Sonne war untergegangen,
Die Sterne glänzten so klar,
Den Beiden brannten die Wangen,
Weil es so einsam war.

Und wo vorüber schreitet
Zur Tränke das scheue Reh, 
Da war das Bett bereitet,
Blumen und rother Klee.

Und rings nur Duften und Schweigen,
Man hört' eines Blättchens Fall,
Am Morgen aus dämmernden Zweigen
Huschte die Nachtigall. 

"Laß uns der Nachtigall binden
Das Köpfchen ins Federkleid,
Sie soll uns nicht sehen und finden,"
Sagte zum Buhlen die Maid.

"Und bindet Ihr unter die Schwingen
Mein Köpfchen mir," klang es zurück,
"Doch weiß ich's und will davon singen,
Sehnender Liebe Glück!" 

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3. Unter dem Helme, unter dem Schild [sung text not yet checked]

Unter dem Helme, unter dem Schild
Diene ich einer Frauen,
Stille im Herzen trag' ich ihr Bild,
Lasse es Niemanden schauen;
Aber sie weiß,
Daß ich mit Fleiß
Daran denke Tag und Nacht,
Nie sie spricht und wie sie lacht.

Rosenblumen brach ich mit ihr,
Wanden sie uns zum Kranze,
Trugen am Haupte die liebliche Zier
Unter der Linde beim Tanze.
Wie ich sie schwang,
Minnig umschlang,
Raunte sie mir rasch ins Ohr,
Daß sie heut ihr Herz verlor. 

Schlüsselein drückte sie mir in die Hand
Heimelich unter der Linde,
Sagte mir Alles, wo in der Wand
Sicher das Pförtchen ich sinde.
Schlupf' ich hinein
Zu ihr allein,
Küß' ich sie an ihren Mund
Hunderttausend tausend Stund.

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