Drei Gesänge aus K. Stieler's "Wanderzeit" für Bariton mit Pianoforte

Song Cycle by Ludwig Kindscher (1800 - 1875)

Word count: 276

1. Versunken [sung text not yet checked]

Versunken bin ich [ganz]1 darinnen,
In dieser stillen Winterwelt,
Bis in mein Schaffen und mein Sinnen
Mit einmal dein Gedenken fällt!

Ich horche auf! -- Was ist erklungen?
Ich fühl's, wie meine Wangen glüh'n;
Mir träumt: ein Vogel hätt' gesungen
Und alle Welt wär' wieder grün.

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1 Stradal: "tief"; further changes may exist not noted.

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2. Grüsse [sung text not yet checked]

Ich soll dich grüßen von dem See,
Es fragen seine blauen Wogen:
"Wo ist sie hin, die schöne Fee,
Die einst so gern mit uns gezogen?"

Ich soll dich grüßen von dem Strauch,
Der sprach: "Es glänzen meine Beeren
So rot wie roter Wangenhauch,
Sag' ihr, sie soll doch wiederkehren!"

Drauf riefen all' die Vögelein,
Ich sollt' auch ihre Grüße bringen:
"Dann stellen wir das Wandern ein
Und wollen noch vom Sommer singen!"

So hab' ich denn in Sonntagsruh'
Die Grüße all' dir hingeschrieben -
Nimm auch den meinen noch dazu,
Du schöne Frau -- die alle lieben!

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3. Ein Spielmann zog des Wegs einher [sung text not yet checked]

Ein Spielmann zog des Wegs einher,
Dem horchten sie wohl alle;
Der macht das Herz so froh und schwer
Mit seinem goldnen Schalle.

Der kam zu einer holden Frau
Und sang um ihre Minne:
Da neigt die schöne Frau ihr Haupt
Und sagte leis: "Halt inne!"

"Denn sieh, wie stark auch Liebe ist,
Noch stärker ist die Treue;
Wie tief auch all' die Wonne wär',
Noch tiefer wär' die Reue!"

"Mein Lieben all', das ist für den,
Dem ich es zugeschworen --
Doch geht mir wohl dein süßer Sang
Für ewig nicht verloren!"

Da dankt' er ihrer weißen Hand
Und zog auf seinen Wegen;
Am nächsten grünen Lindenbaum
Ist er zur Nacht gelegen.

Zwei braune Augen sahn ihm nach,
Die ganz voll Thränen waren --
Ihm aber dünkt, er hätt' noch nie,
Ein schön'res Leid erfahren!

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Confirmed with Wanderzeit. Ein Liederbuch von Karl Stieler, Stuttgart, Verlag von Adolf Bonz & Comp., 1882, pages 13-14.


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