Sechs Lieder von Hoffmann von Fallersleben, für tiefe Stimme (Bariton oder Alt)

Song Cycle by Heinrich August Marschner (1795 - 1861)

1. O du meine liebe Taube [sung text not yet checked]

O du meine liebe Taube, 
Meine Sehnsucht, flieg nun hin 
Und verkünd' am Fenster drüben, 
Daß ich heimgekommen bin. 

Bring' den Duft der ersten Blüten 
Von den Bergeshalden ihr, 
Bring' den ersten Sang der Vögel, 
Bring' auch einen Gruß von mir! 

Und wie wird mein Herz sich freuen 
An dem jungen Frühlingsglück, 
Bringst du mir vom Fenster drüben 
Einen Gruß von ihr zurück!

Authorship:

Confirmed with Hoffmann von Fallersleben, Erster Teil, Lyrische Gedichte, ed. by Augusta Weldler-Steinberg, Berlin / Leipzig / Wien / Stuttgart, Deutsches Verlagshaus Bong & Co., 1845, page 86.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Drei Knospen [sung text not yet checked]

Drei Knospen, drei Knospen, die sprachen einst zu mir: 
Komm wieder in dem Frühling, im Frühling blühen wir.

Im Frühling, im Frühling stellt' ich mich wieder ein, 
Da blühten die drei Knospen im lichten Sonnenschein.

Drei Veilchen, drei Veilchen, die pflückt' ich schweigend ab.
Als hätt' ich sie gefraget, mir jedes Antwort gab.

Wir wissen, wir wissen, wem du uns nächstens bringst,
Es ist fürwahr dieselbe, von der du träumst und singst.

Wir wissen, wir wissen, wem du uns nächstens gibst,
Es ist fürwahr dieselbe, die du in Treuen liebst. 

O laß uns, o laß uns, des Frühlings Boten sein
Und sag' für uns: "Johanna, auch wir gedenken dein!" 

Authorship:

Confirmed with Hoffmann von Fallersleben, Erster Teil, Lyrische Gedichte, ed. by Augusta Weldler-Steinberg, Berlin / Leipzig / Wien / Stuttgart, Deutsches Verlagshaus Bong & Co., 1845, page 85.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Das Winterveilchen [sung text not yet checked]

Ich fand im Winter ein Veilchen, 
Das war so frisch und grün. 
Ich pflanzt' es in meinen Garten, 
Drin sollt' es im Frühlinge blühn.

Mein Herz das war der Garten,
Und als die Welt ward grün, 
Da wollte mein Herzensblümlein 
Für mich, für mich nicht blühn.

Und als die Rosen blühten, 
Da weint' ich, da sang ich und rief: 
Blüh auf, mein Herzensblümlein! 
Mein Blümlein aber entschlief.

Nun liegt's im Herzen begraben 
Schon lange, lange Zeit, 
Und mir ist nichts geblieben, 
Nichts als mein sehnend Leid.

Authorship:

Confirmed with Hoffmann von Fallersleben, Gesammelte Werke, Vol. 1, Berlin, F. Fontane, 1890, pages 385-386.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Was kümmert's mich [sung text not yet checked]

Was kümmert's mich, ob's heute,
Ob's morgen wieder schneit? 
Ob bald dem Winter folget 
Die füße Frühlingszeit? 

Wenn mich zwei Augen grüßen,
Ist Alles um mich grün,
Und meines Herzens Sehnsucht 
Muß wie die Rose blühn.

Authorship:

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Confirmed with Hoffmann von Fallersleben, Gesammelte Werke, Vol. 1, Berlin, F. Fontane, 1890, pages 337-338.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Das Mädchen von der Heide [sung text checked 1 time]

Du Mädchen von der Heide
in deinem dunklen Haar,
in deinem blauen Kleide
so schön und wunderbar.

Ich möcht' am Wege stehen
als Glockenblümelein,
dich fröhlich wandeln sehen
im Tau und Sonnenschein.

Ich möcht' als Falter leben
in Wiese, Feld und Hag,
ich möchte dich umschweben
den langen Sommertag.

Ich möcht' als Vogel fliegen
um dich, wohin du gehst,
auf Zweig und Ast mich wiegen,
da, wo du stille stehst.

Du Mädchen von der Heide,
du kannst wohl fröhlich sein,
und ich in meinem Leide,
ich wandle hier allein.

Authorship:

Note: Marschner's score has "auf Zweig und Ast mich wiegen" as the third line of the third stanza. Since it is also the third line of the fourth stanza and doesn't rhyme, we believe this to be a mistake and have not shown it above.


Researcher for this text: Johann Winkler

6. Das sehnende Herz [sung text checked 1 time]

Seht, wie die Sonne dort sinket 
Drüben am Himmelsgezelt! 
Seht wie der Abendstern blinket
Frieden und Ruh' in die Welt! 
Helle hallet die Glocke, 
Sie läutet zur Ruh'.
O läute, du Glöcklein, --
O läute nur zu! 
Läute, du Glöcklein, nur zu! 
O läute zur stillen Ruh'.

Und wie der Klang nun verklinget, 
Wird auch verhallen dein Schmerz:
Kommt doch ein Abend und bringet
Frieden auch dir, o mein Herz! 
O mein sehnendes Herz du, 
O schlag immerzu! 
Mein klopfendes Herz du, 
Bald schweigest auch du,
Bald ja gelangest auch du,
[Du, du auch]1 zur stillen Ruh'.

Authorship:

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Jeffrey Williams) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Hoffmann von Fallersleben, Erster Teil, Lyrische Gedichte, ed. by Augusta Weldler-Steinberg, Berlin / Leipzig / Wien / Stuttgart, Deutsches Verlagshaus Bong & Co., 1845, pages 104-105.

1 Marschner: "Du, auch du"

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Jeffrey Williams [Guest Editor]
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