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Drei Gesänge für Bass oder Alt mit Pianoforte, Heft 4

by Friedrich Wilhelm Jähns (1809 - 1888)

1. Ermuthigung [sung text not yet checked]

Hoffe, Herz, nur mit Geduld
Endlich wirst du Blumen brechen
O, dein Vater ist voll Huld
Kindlich darfst du zu ihm sprechen
Auf dein gläubiges Vertrau'n
Wird er gnädig nierderschau'n

Wolken kommen, Wolken geh'n
Bau auf deines Gottes Gnade
Zu der Freude Sonnenhöh'n
Führen stürmisch dunkle Pfade
Doch ein treues Auge wacht
Zittre nicht in Sturm und Nacht

Ankre du auf Felsengrund
Schwinge dich zu Gottes Herzen
Mach'ihm deine Leiden kund
Sag' ihm deine tiefsten Schmerzen
Er ist gütig und erqickt
Jedes Herz, das Kummer drückt

Fass' im Glauben kühnen Mut
Kraft wird dir dein Helfer senden
Mit der Hand, die Wunder tut
Wird er deine Leiden enden
Er ist lauter Lieb' und Huld
Hoffe, Herz nur mit Geduld.

Authorship:

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Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani

2. In der Nacht [sung text checked 1 time]

Die Nachtluft ziehet durch den Hain,
da regen Blättchen sich am Baum;
sie schliefen sanft am Abend ein
und lispeln nun im süßen Traum.
Umweht das Herz ein milder Hauch,
dann rührt es sich zu Träumen auch.

Ein Sternlein steht so hoch und klar,
durch Zweige fällt herab sein Licht.
Das Sternlein grüßt mich wunderbar,
ach, wüsst' ich doch nur, was es spricht!
Die Sehnsucht kommt von Sternen dort,
und tief im Herzen lebt sie fort.

Die Nacht erschließt das Sternentor,
die Nacht umfängt die Erdenwelt,
die Sterne treten leis' hervor,
sie sucht den Blick am Himmelszelt.
Denn was in Nacht scheint hell und klar,
ergreift das Herz so wunderbar.

Authorship:

Researcher for this text: Johann Winkler

3. An die Nachtigall [sung text checked 1 time]

Nach Tönen sehnt sich meine Seele,
nach süßem Wohllaut bangt mein Herz;
o löse, zarte Philomele,
melodisch den verschloss'nen Schmerz!
Die rosigen Erinn'rungsbilder,
die tödlich lieblich vor mir glüh'n,
o lass sie dämmernder und milder
auf Liebesflug vorüberzieh'n!

Warum so frisch, ihr süßen Farben,
mich mahnend an verlor'nes Glück?
Wenn meines Herzens Freuden starben,
was bleibt nur ihr so treu zurück?
Zu dir nun flüchtet, Philomele,
du zarte, das beklomm'ne Herz,
o schmilz du in der wunden Seele
den starrenden, verhalt'nen Schmerz!

Und soll sie nie mir wiederkehren,
ach, die geliebte, vor'ge Zeit,
umsonst der heiße Wunsch beschwören
die einst verkannte Seligkeit,
so öffne reichen Tränenfluten
dein Zauber den gehemmten Lauf,
o lös', ach, jene Farbengluten
im milden Tau der Wehmut auf!

Authorship:

Researcher for this text: Johann Winkler
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