Drei Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte

by Hugo Janotta

Word count: 251

1. O lass' mich lauschen [sung text not yet checked]

O laß mich lauschen, laß mich lispeln, kosen 
Mit dir, du Geist der Mondscheinnacht! 
Du hast aus deinen Lilien, deinen Rosen
Den Gruß der Liebe mir gebracht.
Wie athm' ich aus in deiner reinen Helle,
Du Auge das so freundlich lacht! 
Zum Traum geschöpft aus deiner Strahlenquelle 
Verklärt sich meine Erdennacht.

Authorship

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Confirmed with Gedichte von Hoffmann von Fallersleben, Volume 1, Leipzig, F. A. Brockhaus, 1834, p. 239


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Sehnsucht [sung text not yet checked]

O könnt' ich Flügel breiten,
Wie eine Nachtigall!
Wie zög' ich in die Weiten
Mit wundersüßem Schall.

Auf federleichten Schwingen
Durch blauen Äthersduft,
Wollt' ich zur Ferne dringen,
Berauscht in Freiheitsluft.

Und wo die Palmen rauschen,
Und wo die Myrthe blüht,
Da hielt' ich Rast, und lauschen
Sollt' Alles meinem Lied.

Bei hellen Jubeltönen
Seufzt mit mir jedes Herz,
Doch bebt es auch in Thränen,
Wenn Sehnsucht klagt und Schmerz.

O könnt' ich Flügel breiten,
Wie eine Nachtigall!
Da zög' ich in die Weiten
Mit wundersüßem Schall!

Authorship

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Confirmed with Die Hausfrau. Blätter für Haus und Wirthschaft, ed. by Victor Leon, Wien: Victor Hirschfeld, 1877. Appears in Der Damen-Salon. Illustrirtes belletristischen Beiblatt zur 'Hausfrau', dated Sonnabend 13 Oktober 1877, issue no. 4, page 3.


Research team for this text: Melanie Trumbull , Paul Ezust [Guest Editor]

3. Geheimniß [sung text not yet checked]

Was an Liebe du erfahren,
Trage tief in deiner Brust,
Wo es Keiner mag gewahren,
Keinem außer dir bewußt.

Sieh den Berg, im Felsenherzen,
Wie er alles wohl verbirgt,
Was er je an edlen Erzen
Oder Steinen ausgewirkt.

Sieh die Perlen, wie Gedanken
Schlafen sie im Muschelhaus,
Das sie innen ganz durchranken,
Niemals treten doch heraus.

Und dein eignes Herz, der Riese
An Gefühlen und an Gluth,
Sieh, wie es im Paradiese
Deiner Brust verborgen ruht.

Also deine Liebe wahre
Tief in deines Busens Schrein,
Das Geheimniß offenbare
Der Geliebten nur allein.

Denn nur Liebende beglücken
Kann die Liebe - Andre nicht:
So wie Sterne nur entzücken,
Die da sehen - Blinde nicht.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]