Horch auf, du träumender Tannenforst, Horcht auf, ihr blühenden Hecken, Du Specht am Stamm, du Falk im Horst, Ihr Rehe in euren Verstecken, Du [grüner Eidechs]1 auf dem Stein, Du Eichhorn in den Zweigen: Das schönste Mädel Land aus Land ein, Das gab sich mir zu eigen. Der Eine brachte ihr Blumen dar Mit [seidnen]2 Bändern umschlungen, Ein [Andrer]3 Steine und Perlen gar, Ein Dritter hat sie besungen. Da kam ein fahrender Gesell, Nicht hat [er Geschmeide]4 geboten, Er hat ihr geschaut in die Äuglein hell, Und geküsst ihre Lippen, die rothen. Erst hat sie geweint, dann hat sie gedroht, Am Ende mich fest umschlungen; Es hat der sehnenden Minne Noth Ihr Herz zu meinem gezwungen. Und wäre des Reiches Herrlichkeit Vom Kaiser als Tausch mir beschieden, Ich spräche: Herr Kaiser, Ihr thut mir leid, Geht weiter Herr Kaiser in Frieden. Nun rausche lauter, du [Wasserfall]5! Stimm' ein in meine Freude, Schwingt eure Glocken und Glöckchen all' Ihr bunten Blumen der Haide, Singt eure schönsten Melodein, Ihr Finken auf den Zweigen. Das schönste Mädel Land aus Land ein, Das gab sich mir zu eigen.
Drei Lieder eines fahrenden Gesellen für Männerchor, op. 13
by Theodor Müller-Reuter
1. Horch auf, du träumender Tannenforst  [sung text not yet checked]
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- by Rudolph Baumbach (1840 - 1905), "Horch auf, du träumender Tannenforst.", appears in Lieder eines fahrenden Gesellen
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Confirmed with Rudolf Baumbach Lieder eines fahrenden Gesellen, Vierte Auflage, Leipzig: Verlag von A.G. Liebeskind, 1882, pages 76-77.
1 Weinzierl: "grüne Eidechs'"2 Weinzierl: "seidenen"
3 Weinzierl: "Anderer"
4 Gunkel: "Gestein er"
5 Gunkel: "Wasserquell"
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2. Mai  [sung text not yet checked]
Mit Sturmwind und Regen Verschied der April; Die Stürme sich legen, Die Winde sind still. Ein farbiger Bogen Am Himmel erglüht; Der Mai kam gezogen, Der Hollerbusch blüht. Im Strauch an der Quelle Frau Nachtigall singt; Ein brauner Geselle Sein Mädel umschlingt. Ihr Blut geht in Wogen, Sie küssen sich müd. Der Mai kam gezogen, Der Hollerbusch blüht. Der Nordwind die Blätter Der Waldbäume jagt, Im stürmischen Wetter Sitzt eine und klagt: Verrathen, betrogen! Das uralte Lied -- -- -- Der Mai ist entflogen, Der Holler verblüht.
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- by Rudolph Baumbach (1840 - 1905), "Mai", appears in Lieder eines fahrenden Gesellen
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Confirmed with Rudolf Baumbach, Lieder eines fahrenden Gesellen, Leipzig: Verlag von A. G. Liebeskind, 1882, pages 78-79.
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3. Bin ein fahrender Gesell  [sung text not yet checked]
Bin ein fahrender Gesell,
Kenne keine Sorgen.
Labt mich heut' der Felsenquell,
Thut es Rheinwein morgen.
Bin ein Ritter lobesan,
Reit' auf Schusters Rappen,
Führ' den lock'ren Zeisighahn
Und den Spruch im Wappen:
Lustig Blut und leichter Sinn
Hin ist hin, hin ist hin.
Amen.
Zieh' ich in ein Städtchen ein,
Spür' ich's im Gehirne,
Wo man trifft den besten Wein
Und die schönste Dirne.
Spielmann lächelt wohlgemuth,
Streicht die Fiedel schneller,
Und ich werf' ihm in den Hut
Meinen letzten Heller.
Lustig Blut und leichter Sinn
Hin ist hin, hin ist hin.
Amen.
Meister Wirth, darfst heut nicht ruh'n,
Schlag' heraus den Zapfen!
Back', Frau Wirthin, mir ein Huhn
Und zum Nachtisch Krapfen!
Was ich heut nicht zahlen kann,
Zahlen will ich's künftig,
Darum schreib's mit Kreide an,
Wirth, und denk' vernünftig:
Lustig Blut und leichter Sinn,
Hin ist hin, hin ist hin.
Amen.
Wein' dir nicht die Äuglein trüb',
Mägdelein, vor Trauer!
Fahrender Gesellen Lieb'
Ist von kurzer Dauer;
Fahrender Gesellen Lieb'
Endet vor den Thoren.
Wein' dir nicht die Äuglein trüb';
Hast nicht viel verloren.
[Lustig Blut und leichter Sinn,
Hin ist hin, hin ist hin.
Amen.]1
Kommt ein Stern mit einem Schwanz,
Will die Welt zertrümmern,
Leiert euren Rosenkranz,
Mich soll's wenig kümmern.
Wird dem Weltenbrand zum Raub
Berg und Wald und Haide,
Wird das Wirtshaus auch zu Staub,
Schwarzes Bret und Kreide.
Lustig Blut und leichter Sinn,
Hin ist hin, hin ist hin.
Amen.
Text Authorship:
- by Rudolph Baumbach (1840 - 1905), "Bin ein fahrender Gesell", appears in Lieder eines fahrenden Gesellen
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- ENG English (John H. Campbell) , "I am a young wayfarer", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Rudolf Baumbach, Lieder eines fahrenden Gesellen, Dritte Auflage, Leipzig: Verlag von A.G. Liebeskind, 1881, pages 1-3.
1 Busoni: "Fahrender Gesellen Lieb'/ Endet vor den Toren."Research team for this page: John H. Campbell , Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler