Drei Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte aus "Der Tannhäuser" von Julius Wolff

Song Cycle by Georg, Freiherr von der Goltz

1. Lied Tannhäusers am Minnehofe zu Avellenz [sung text not yet checked]

Offene Arme und pochende Brust,
Herzen voll Hoffnung und Träume voll Lust, 
  Willst Du es wagen?
  Kannst Du es tragen?
Was wie des Himmels Unendlichkeit
Mit allen Sternen so hoch und weit, --
  Liebesseligkeit? 

Siehst Du nicht auf des Auges Grund,
Fühlst Du nicht auf dem brennenden Mund
  Heißes Verlangen?
  Beben und Bangen?
Hauchet der Athem nicht: gieb! o gieb
Eines und Alles dem Liebsten zu Lieb,
  Was Dir noch blieb?

Wenn ich Dich frage: bist Du auch mein?
Über die Lippen [nicht]1 bringst Du das Nein! 
  [Wunsch ist Beginnen
  Ohne Besinnen,]1
Nimm mich! o nimm mich! so flüsterst Du leis,
Und was [Liebe]2 von Liebe weiß,
  Dein ist der Preis! 

Zauberisch strömet der Seelen Erguß 
Über und über im minnigen Kuß! 
  Will uns das Leben
  Wonnig verschweben?
Alles versinket in brausender Fluth,
Da wir in weltvergessener Gluth
  [Schwelgend]3 geruht.

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1 omitted by Sjögren.
2 Sjögren: "die Liebe"
3 Sjögren: "Lange schwelgend"

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2. Jahrlang möcht' ich so dich halten [sung text not yet checked]

Jahrlang möcht' ich so Dich halten,
So von Dir umschlungen sein,
Deiner Minne heimlich Walten
Strömet mächtig auf mich ein. 

Über uns die Wipfel rauschen, 
Vöglein hüpft von Ast zu Ast,
Und die wilden Rosen lauschen,
Was Du mir zu sagen hast.

Ach! sie hören wenig Worte,
Wenn wir uns in Armen ruhn,
An dem waldverschwiegnen Orte 
Giebt es Holderes zu thun.

Räthsel blühn auf Deinem Munde,
Und glückselig, wer sie löst! 
Hast in einer einz'gen Stunde
Hunderte mir eingeflößt.

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3. Lied Tann-häusers im Kloster zu Adamunt [sung text not yet checked]

Der Lenz ist gekommen 
Ins harrende Land
Hat um sich genommen 
Sein Blumengewand,
Es schallt von den Zweigen
Der Vögel Gesang,
Nach Trauern und Schweigen
Ein grüßender Klang.
Da regt sich ein Sehnen, da blühet die Lust,
Heraus, du mein Lied, aus der klopfenden Brust! 

Es dränget zur Ferne,
Was frei und geschwind,
Es wandern die Sterne
Und Wasser und Wind.
Es wallen und weben
Die Wolken im Raum, -- 
Mit ihnen zu schweben,
Mein seligster Traum.
Ihr greifet den Blitz nicht am schmetternden Schaft.
Mich haltet ihr auch nicht in Fessel und Haft.

Ich habe getragen 
Den heimlichen Schmerz,
Nicht länger in Klagen
Vertröst' ich mein Herz.
Den Speer will ich schwingen 
Auf schnaubendem Pferd
Und singen und klingen 
Soll Harfe und Schwert.
Ich fahre wie Sturm, der die Eiche zerspellt,
Hinaus in die Freiheit, hinaus in die Welt!

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Confirmed with Julius Wolff, Tannhäuser. Ein Minnesang, Erster Band, Berlin: G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1887, pages 92-93.


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