Schelmenliedel (Vier Gedichte aus Julius Wolff's Tannhäuser) für vier Männerstimmen

Song Cycle by Heinrich Zöllner (1854 - 1941)

1. Das Lied vom Minnerlein [sung text not yet checked]

Es war ein armes Minnerlein
Im Herzen sterbenskrank,
Ihm bot die Allerliebste sein
Nicht Gruß noch Habedank.
Sie war so hart wie Kieselstein
Und wollt' ihn nicht verstehn, --
O weh! du armes Minnerlein,
Nun kannst du betteln gehn!

Er schlich betrübt von Haus zu Haus,
Ach, daß sich Gott erbarm'!
Kommt denn kein schönes Kind heraus
Und nimmt mich in den Arm?
Da klopft es leis ans Fensterlein
Und winkt ihm mit der Hand, --
Schau, schau! du kluges Minnerlein,
Mägdlein giebt's mehr im Land!

Die Zweite Gruß und Kuß ihm bot,
Die Erste hört's mit Gram
Und weinte sich die Aeuglein roth,
Bis daß er wiederkam.
Nun wußt' er nicht mehr aus und ein,
Welch' ihm die liebste sei, --
Juchhe! du lustig Minnerlein,
Jetzt hast du ihrer zwei!

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2. In der Maienzeit [sung text not yet checked]

Boten sendet aus der Mai,
Ob wir's nicht vergaßen,
Ladet uns zum Ringelrei,
Ruft in alle Straßen.
Spielmann setzt die Geig' ans Kinn,
Horche, liebes Magedin!

Lege dich an meine Brust,
Will schon lest dich halten,
Bei der Jungen Lieb' und Lust
Freuen sich die Alten.
Leichter Fuß hat leichten Sinn,
Springe, liebes Magedin!

Einen Kuß auch, Mündel roth,
Darfst du nicht versagen,
Wirst um kleine Herzensnoth
Mich nicht gleich verklagen.
Gieb ihn her und nimm ihn hin.
Lache, liebes Magedin!

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3. Entweder -- oder: "Fischlein gut in der Fluth" [sung text not yet checked]

Fischlein gut
In der Fluth,
Hätt' es fast gefangen,
Aber schnell
Wie die Well'
Ist's davon gegangen.

Vöglein braun,
Das im Zaun
Hin und wider hüpfet,
Auf dem Nest
Hielt ich's fest,
Ist mir doch entschlüpfet.

Mägdelein,
Auf zwei Bein
Hab' ich dich erhaschet,
Kommst nicht los,
Straf' ist groß,
Denn du hast gepaschet.
Nahmst im Scherz
Mir mein Herz,
Und das ist nichts Kleines,
Schaff' es schnell
Mir zur Stell
Oder gieb mir deines!

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4. Und und um, frumm und krumm [sung text not yet checked]

[Itzt hört]1 ein neues Liedlein an,
Gar eine frumme Weise,
Und wenn's nicht stehn und gehen kann,
So dreht es sich im Kreise.
Voll loser Lieb' und festem Haß
Klopft mir das Herz im Leibe
Wie junger Wein im alten Faß,
Dem ich die Bände treibe
  Um und um
  Frumm und krumm,
Sitzt du gut, so bleibe!

Und wollet ihr mich recht verstehn,
Hab' ich seit Menschendenken
Noch Keinen gehn und kommen sehn
So gerne wie den Schenken.
Denn wenn er geht, so holt er was
Wie eine Wien' im Fluge,
Und wenn er kommt, so bringt er das,
Was plätschert in dem Kruge
  Um und um
  Frumm und krumm,
Bleibt nur hübsch im Zuge!

Den Filzhut werf' ich in die Luft,
Kann auch die Schuh' entbehren,
Wie Schmetterling vom Blumenduft
Will ich von dem mich nähren.
Schau' ich ihn an, schaut er mich an:
Duzbruder, wie magst heißen?
Und wenn ich dich nicht schneiden kann,
So kann ich doch dich beißen
  Um und um
  Frumm und krumin,
Rothen oder Weißen.

Und fragt ihr mich um Lieb' und Haß,
So bin ich balde schlüssig,
Ich bin nun mal verliebt ins Nah
Was feucht ist und was flüssig.
Wer mich im Trocknen sitzen läßt,
Verdurstet und verklommen,
Potz Pestilenz und nochmal Pest!
Es soll ihm schlecht bekommen
  Um und um
  Frumm und krumm,
Bächlein, komm geschwommen!

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