Vier Lieder für Tenor (oder Sopran) mit Pianoforte

Song Cycle by Julius Oertling (1833 - 1909)

Word count: 0

1. Thränen im Auge [sung text not yet checked]

Warum so bleich und blaß,
Geliebtes Angesicht?
Warum von Tränen naß,
O du mein Augenlicht?

Manch Leid will ich besteh'n,
Und ich verzage nicht -
Dich aber weinen sehn,
Ach, ich ertrag' es nicht.

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Die Eine [sung text not yet checked]

Ein holdselig Gesicht und zwei Augen so klar
Und schlank gleich der Blumen, der süßen,
Und die Stirne so licht und so dunkel das Haar,
Und so reizend vom Haupt bis zu Füßen  -- 
Das ist sie, das ist sie, denn ich meine,
Die liebste, die Einzige, Eine.

Ein knospendes Röschen auf schwellender Brust
Und so klopfen das Herz unterm Mieder,
Meine Sonne und Wonne und Freude und Lust,
Der holdseliger Quell meiner Lieder  -- 
Das ist sie, das ist sie, denn ich meine,
Und neben der Einzigen keine. 

Es liebt sie ein Jeder und lodert in Gluth
Und möchte ihr gerne gefallen;
Doch Allem und Jedem, dem ist sie nicht gut,
Einen Einzigen liebt sie von Allen. 
Der Glückselige, Einzige, Eine  --  
Das bin ich, das bin ich nur alleine.

Authorship

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Confirmed with Ernst von Wildenbruch, Lieder und Balladen, sechste vermehrte Auflage, Berlin: Verlag von Freund & Jeckel, 1892, page 73.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

3. Das Lorbeerblatt [sung text not yet checked]

Das dunkelgrüne Lorbeerblatt
Im dunkelblonden Haar,
Das ist's, was mich gefangen hat,
Bezaubert ganz und gar.

In meinen Träumen malt es sich,
Und wachend ist's vor mir,
Und sanft und mächtig ruft es mich,
Ewig zu ihr, zu ihr.

Und atm' ich ihre süße Näh'
Wie stille wird mein Sinn,
Gleich einem Strom in tiefer See
Fließt meine Seele hin.

All mein Verlangen kommt zur Ruh,
Mein Sehnen schlummert ein,
Denn meine Sehnsucht bist nur du,
Nur du und du allein. 

Authorship

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Schlummerlied [sung text not yet checked]

O schlummre süß, o schlummre lind,
Wie in der Wiege ohne Harm.
Im Traume lächelnd schläft das Kind
In seiner Mutter treuem Arm.

O schlummre süß, o schlummre mild,
Ist deine Seele doch so rein,
Der holde Traum, der sie erfüllt,
Wird lieblich wie ein Engel sein.

O schlummre süß, die [Blume]1 auch
Neigt ja ihr Haupt in sanfter Ruh,
Die Rose schläft an ihrem Strauch,
O schlafe, schlafe drum auch du.

So wie die Mutter lauschend wacht
Auf ihres Lieblings Schlummerhauch,
So denk' ich Dein in jeder Nacht
Und wenn auch fern, schütz ich dich auch.

O schlummre süß, o schlummre lind,
Wie in der Wiege ohne Harm.
Im Traume lächelnd schläft das Kind
In seiner Mutter treuem Arm.

Authorship

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1 Smyth: "Bäume" [sic] : causes grammatical problems in the next line]

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]