German (Deutsch) translations of Vier Lieder nach Eduard Mörike, opus 356
by Klaus Miehling (b. 1963)
[Frühling]1 läßt sein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte; Süße, wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land. Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen. -- Horch, [von fern ein leiser]2 Harfenton! Frühling, ja du bist's! Dich hab' ich vernommen!
Text Authorship:
- by Eduard Mörike (1804 - 1875), "Er ist's"
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View original text (without footnotes)Confirmed with Eduard Mörike, Gedichte, Dramatisches, Erzählendes, Zweite, erweiterte Auflage, Stuttgart: J.G. Cotta'sche Buchhandlung Nachf., 1961, page 42.
1 Eitner: "Der Frühling"; further changes may exist not shown above.2 Louis Ferdinand: "von fern her leiser"; Schumann: "ein"
O Woche, Zeugin heiliger Beschwerde! Du stimmst so ernst zu dieser Frühlingswonne, Du breitest im verjüngten Strahl der Sonne Des Kreuzes Schatten auf die lichte Erde, Und senkest schweigend deine Flöre nieder; Der Frühling darf indessen immer keimen, Das Veilchen duftet unter Blütenbäumen Und alle Vöglein singen Jubellieder. O schweigt, ihr Vöglein auf den grünen Auen! Es hallen rings die dumpfen Glockenklänge, Die Engel singen leise Grabgesänge; O still, ihr Vöglein hoch im Himmelblauen! Ihr Veilchen, kränzt heut keine Lockenhaare! Euch pflückt mein frommes Kind zum dunklen Strausse, Ihr wandert mit zum Muttergotteshause, Da sollt ihr welken auf des Herrn Altare. Ach dort, von Trauermelodieen trunken, Und süß betäubt von schweren Weihrauchdüften, Sucht sie den Bräutigam in Todesgrüften, Und Lieb' und Frühling, Alles ist versunken!
Text Authorship:
- by Eduard Mörike (1804 - 1875), "Karwoche"
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Confirmed with Mörike, Eduard, Werke, Herausgegeben von Hannsludwig Geiger, Sonderausgabe der Tempel-Klassiker, Emil Vollmer Verlag, Wiesbaden, p. 85.
Rosenzeit! wie [schnell]1 vorbei,
Schnell vorbei
Bist du doch gegangen!
Wär' mein Lieb' nur blieben treu,
Blieben treu,
Sollte mir nicht bangen.
Um die Ernte wohlgemut,
Wohlgemut
Schnitterrinnen singen.
Aber, ach! mir [kranken]2 Blut,
Mir [kranken]2 Blut
Will nichts mehr gelingen.
Schleiche so durch's Wiesental,
So durch's Tal,
Als im Traum verloren,
Nach dem Berg, da tausendmal,
Tausendmal,
Er mir Treu' geschworen.
Oben auf des Hügels Rand,
Abgewandt,
Wein' ich bei der Linde;
An dem Hut mein Rosenband,
Von seiner Hand,
Spielet in dem Winde.
Text Authorship:
- by Eduard Mörike (1804 - 1875), "Agnes", written 1831, first published 1838
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View original text (without footnotes)Confirmed with Eduard Mörike, Gedichte, Dramatisches, Erzählendes, Zweite, erweiterte Auflage, Stuttgart: J.G. Cotta'sche Buchhandlung Nachf., 1961, page 62.
Note: written for the novel Maler Nolten, in which it had the title "Refrain-Liedchen"1 Wöbbe: "bald"; further changes may exist not shown above.
2 1877 version, also used by Kahn, E. Kauffmann, and Wetzel: "krankem"
Schlaf! süßer Schlaf! obwohl dem Tod wie du nichts gleicht, auf diesem Lager doch willkommen heiß' ich dich! Denn ohne Leben so, wie lieblich lebt es sich! So weit vom Sterben, ach, wie stirbt es sich so leicht!
Text Authorship:
- by Eduard Mörike (1804 - 1875), "An den Schlaf"
Based on:
- a text in Latin by Heinrich Meibom (1638 - 1700), "Somne levis"
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