German (Deutsch) translations of Gesänge und Lieder von Förster, Göthe und Pulvermacher für eine Sopran, Mezzo-Sopran, Tenor oder Bariton-Stimme mit Begleitung des Pianoforte, opus 79
by Karl Gottlieb Reissiger (1798 - 1859)
Heiß mich nicht reden, heiß mich schweigen, Denn mein Geheimniß ist mir Pflicht; Ich möchte dir mein ganzes Innre zeigen, Allein das Schicksal will es nicht. [Zur rechten]1 Zeit vertreibt der Sonne Lauf Die finstre Nacht, und sie muß sich erhellen; Der harte Fels schließt seinen Busen auf, Mißgönnt der Erde nicht die tiefverborgnen Quellen. Ein jeder sucht im Arm [des Freundes]2 Ruh, Dort kann die Brust in Klagen sich ergießen; Allein ein Schwur drückt mir die Lippen zu Und nur ein Gott vermag sie aufzuschließen.
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "Mignon", written 1782, appears in Wilhelm Meisters Lehrjahre, first published 1795
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View original text (without footnotes)Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Zweyter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1827, page 117; and with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Neunzehnter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1828, page 262.
First published in Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Herausgegeben von Goethe. Dritter Band, Berlin. Bei Johann Friedrich Unger. 1795, pages 203-204. The poem appears in Book 5, Chapter 16 of Goethe's novel.
1 Schubert (first setting, D. 726): "Zu rechter"2 Goethe (only in the editions of the poems, not in the novel): "der Freunde"
Nur wer die Sehnsucht kennt Weiß, was ich leide! Allein und abgetrennt Von aller Freude [Seh]1 ich an's Firmament Nach [jener]2 Seite. [Ach, der]3 mich liebt [und kennt]4, Ist in der Weite. Es [schwindelt]5 mir, es brennt Mein Eingeweide. Nur wer die Sehnsucht kennt Weiß, was ich leide!
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "Mignon", written 1785, appears in Wilhelm Meisters Lehrjahre, first published 1795
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View original text (without footnotes)Confirmed with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Zweyter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1827, page 118; and with Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Neunzehnter Band. Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung. 1828, page 67.
First published in Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Herausgegeben von Goethe. Zweyter Band. Berlin. Bei Johann Friedrich Unger. 1795, pages 265-266. The poem appears in Book 4, Chapter 11 of Goethe's novel.
1 Schubert (D. 310, first version): "Blick"2 Lang: "jeder"
3 Goethe (only in the novel, not in editions of the poems): "Ach! der"; Zelter: "Ach, die"
4 omitted by Zeisl.
5 Goethe (only in editions of the novel later than 1815, not in editions of the poems): "schwindet"
Sah ein Knab' ein Röslein stehn, Röslein auf der Heiden, War so jung und morgenschön, Lief er schnell es nah zu sehn, Sah's mit vielen Freuden. Röslein, Röslein, Röslein [roth]1, Röslein auf der Heiden. Knabe sprach: ich breche dich, Röslein auf der Heiden! Röslein sprach: ich steche dich, Daß du ewig denkst an mich, Und ich will's nicht leiden. Röslein, Röslein, Röslein roth, Röslein auf der Heiden. Und der wilde Knabe brach 's Röslein auf der Heiden; Röslein wehrte sich und stach, Half [ihr]2 doch kein Weh und Ach, Mußt' es eben leiden. Röslein, Röslein, Röslein roth, Röslein auf der Heiden.
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "Heidenröslein", written 1771, first published 1772
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View original text (without footnotes)Confirmed with Goethe's Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, Erster Band, Stuttgart und Tübingen, in der J.G.Cotta'schen Buchhandlung, 1827, page 17.
First published in a different version by Johann Gottfried Herder in 1772 with the title "Fabelliedchen", and again in 1779 with the title "Röschen auf der Heide" (see below).
1 Lang: "schön"2 Reichardt: "ihm"
Es schwamm ein Fischlein munter im See, ging lustig 'rauf und 'runter, juchhe! Nicht kannt es Leid und Sorgen das Fischlein war geborgen, juchhe! Viel Fischer wollten's fangen im See, und dachten's zu erlangen, juchhe! Doch konnten's Netz und Schlingen nicht Reis und Angel bringen, juchhe! Da war mit holden Mienen am See ein Mägdelein erschienen, juchhe! Sie sah das Fischlein munter beugt isch zu ihm hinunter, juchhe! Da schwimmt das Fischlein kleine im See in ihre Hand alleine juchhe! Was niemand konnt' erlangen das Fischlein war gefangen, o weh!
Text Authorship:
- by Wilhelm (Adolph Ferdinand) Förster, Dr. (1797 - 1847)
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Horch! was klopft am Fensterlein In der Dunkelstunde? Ach, mein Täubchen will herein Bringt mir Liebeskunde, Flattre nicht, ich komme schon, Bring dir süssen Botenlohn. Husch, da fliegt es zu mir ein Sucht ein warmes Örtchen Du bleibst draussen Mondenschein, Darfst nicht durch dies Pförtchen, Mann im Monde, arger Wicht, Er erfährt's nun einmal nicht. Nun jetzt sind wir ganz allein, Lass dich willig fangen, Musst ja nicht so furchtsam seyn, Komm an meine Wangen, Sieh'! ich lass dich bald in Ruh, Süsser kleiner Bote du. Find ein Blättchen zart und fein, Liebchen hat's beschrieben, Drinnen steht auf ewig dein, Dich nur kann ich lieben. Wer dem Lieb nicht nahen kann, Schaff' sich solch ein Täubchen an.
Text Authorship:
- by Christian Leopold Julius Pulvermacher (1797 - 1866), "Postillion d'amour "
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Ob auch in Frühlingslüften, In junger Kelche Düften Die Liebe spricht; Wohl kehren alle wieder Auf Zephyrs Glanzgefieder Doch Antwort nicht! Es klingt der Saite Beben Und in der Töne Leben Die Liebe spricht; Doch süße Stimmen leiten Herüber aus den Weiten Die Antwort nicht! Was Phantasie entfaltet, Wo der Gedanke waltet Die Liebe spricht; Doch bringen Gluthgebilde Aus fernem Lenz gefilde Die Antwort nicht! Und in des Auges Leuchten, Das Thränen mild befeuchten, Die Liebe spricht; Sie senken sich hernieder Doch bringen sie auch wieder Die Antwort nicht!
Text Authorship:
- by Wilhelm (Adolph Ferdinand) Förster, Dr. (1797 - 1847)
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Hernieder schwebt die holde Nacht
In ihrem dunklen Kleide
Und führt der goldnen Sterne Pracht,
Wie Schäflein auf die Weide.
Der Mond als Wächter hingestellt,
Hat sich ein Sternlein zugesellt,
Das funkelt immer in hellem Schimmer!
Es schläft schon alles auf der Flur
Und ruht von Tages Mühen,
Zu meinem stillen Lager nur
Will keine Ruhe ziehen.
Das Auge müd und kummerwach
Dem holden Sternlein sieht es nach,
Das funkelt immer in hellem Schimmer!
...
Zu seinem klaren milden Schein
Fühl' ich mein Herz gezogen
Und seh' von allen nur allein
Nach ihm zum Himmelsbogen.
Doch ewig bleibt der holde Stern
Dem Herzen nah, dem Auge fern
Und funkelt immer in hellem Schimmer!
Und so auch du geliebtes Licht
In meinem dunklen Leben!
Zu dir darf auch sich anders nicht
Der Sehnsucht Blick erheben.
Du bleibest wie der holde Stern
Dem Herzen nah, dem Auge fern
Und funkelt immer in hellem Schimmer!
Text Authorship:
- by Wilhelm (Adolph Ferdinand) Förster, Dr. (1797 - 1847), as Kastor, "Nachtgruss"
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