by Johann Heinrich Voss (1751 - 1826)
Feldlied
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Language: German (Deutsch)
Ein Gesang im Grünen schallet noch einmal so hell und traut, denn das Laubgewinde hallet Mitgefühl in leisem Laut. Auf! Aus freier Brust gesungen! Frei sind Herzen hier und Lungen! Würzig duften Büsch' und Kräuter, und der Himmel strahlt so blau, und das Auge lacht so heiter nah und fern der Wunderschau! Mag in Dunst der Städter schmachten und die Teppichwand betrachten! O Natur, in deiner Blüte, was ist aller Städte Tand! Gebt uns Blumen auf die Hüte, gebt uns Blumen in die Hand! Armer Städter, wir bedauern dich im Reichtum deiner Mauern! Wir sind reich, und ihr bemittelt; aber Mittel sind nicht Zweck! Wer sich mancher Last entschüttelt, ist zuweilen nicht ein Geck! Unser Wort ist: Froh genießen, und nicht faul, wo Freuden sprießen! Freude sprießt auf jedem Pfade, gut genug zum holden Strauß, blickt nur einer still und g'rade vor den Fuß, nicht weit hinaus. Auch wenn seitwärts eine sprießet: Macht den Umweg, und genießet!
F. Hensel sets stanzas 1-3, 5
Confirmed with Sämmtliche poetische Werke von Johann Heinrich Voss, Leipzig, 1835.
Text Authorship:
- by Johann Heinrich Voss (1751 - 1826), "Feldlied" [author's text checked 1 time against a primary source]
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