by Adelbert von Chamisso (1781 - 1838)
Süßer Freund, du blickest
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Language: German (Deutsch)
Süßer Freund, du blickest Mich verwundert an, Kannst es nicht begreifen, Wie ich weinen kann; Laß der feuchten Perlen Ungewohnte Zier Freudenhell erzittern In den Wimpern mir. Wie so bang mein Busen, Wie so wonnevoll! Wüßt' ich nur mit Worten, Wie ich's sagen soll; Komm und birg dein Antlitz Hier an meiner Brust, Will in's Ohr dir flüstern Alle meine Lust. Hab' ob manchen Zeichen Mutter schon gefragt, Hat die gute Mutter Alles mir gesagt, Hat mich unterwiesen, Wie, nach allem Schein, Bald für eine Wiege Muß gesorget sein. Weißt du nun die Thränen, Die ich weinen kann? Sollst du nicht sie sehen, Du geliebter Mann; Bleib' an meinem Herzen, Fühle dessen Schlag, Daß ich fest und fester Nur dich drücken mag. Hier an meinem Bette Hat die Wiege Raum, Wo sie still verberge Meinen holden Traum; Kommen wird der Morgen, Wo der Traum erwacht, Und daraus dein Bildniß Mir entgegen lacht.
R. Schumann sets stanzas 1-2, 4-5
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View text with all available footnotesConfirmed with Gedichte von Adelbert von Chamisso, Neunzehnte Auflage (19th edition), Berlin, Weidmannsche Buchhandlung, 1869, pages 13-14.
Modernized spelling would change "Thränen" to "Tränen" and "Bildniß" to "Bildnis".Text Authorship:
- by Adelbert von Chamisso (1781 - 1838), no title, appears in Lieder und lyrisch epische Gedichte, in Frauen-Liebe und Leben, no. 6 [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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