by Justinus (Andreas Christian) Kerner (1786 - 1862)
Geh' ich einsam durch die schwarzen...
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Geh' ich einsam durch die schwarzen Gassen, Schweigt die Stadt, als wär' sie unbewohnt, Aus der Ferne rauschen nur die Wasser, Und am Himmel zieht der bleiche Mond. Bleib' ich lang vor jenem Hause stehen, Drin das liebe, liebe Liebchen wohnt, Weiß nicht, daß sein Treuer ferne ziehet, Stumm und harmvoll, wie der bleiche Mond. Breit' ich lange sehnend meine Arme Nach dem lieben, lieben Liebchen aus, Und nun sprech' ich: "Lebet wohl, ihr Gassen! Lebe wohl, du stilles, stilles Haus! Und du Kämmerlein im Haus dort oben, Nach dem oft das warme Herze schwoll, Und du Fensterlein, draus Liebchen schaute, Und du Türe, draus sie ging, leb' wohl!" Geh' ich bang nun nach den alten Mauern, Schauend rückwärts oft mit nassem Blick, Schließt der Wächter hinter mir die Tore, Weiß nicht, daß mein Herze noch zurück.
W. Baumgartner sets stanzas 1-3, 5
About the headline (FAQ)
View text with all available footnotesConfirmed with Justinus Kerner Werke, Zweiter Teil, Gedichte, ed. Raimund Pissin, Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart: Deutsches Verlagshaus Bong & Co., 1914, page 126
Text Authorship:
- by Justinus (Andreas Christian) Kerner (1786 - 1862), "Abschied", appears in Gedichte, in Die lyrischen Gedichte [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Research team for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler
This text was added to the website: 2008-07-30
Line count: 20
Word count: 140