by Christoph Georg Ludwig Meister (1738 - 1811)
Wenn dich in dunklen Tagen
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Language: German (Deutsch)
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Wenn dich in dunklen Tagen Geheimer Kummer drückt, Und unter stillen Klagen Dein Auge aufwärts blickt; Wenn dann kein Licht hernieder In deine Seele fällt: So zage nicht, du Müder, Dein Gott regiert die Welt. Er hat auch deinen Leiden Ein weises Ziel bestimmt; Sie wandeln sich in Freuden, Wann er dich zu sich nimmt. Dann lernst du heller sehen, Was hier dem Blick entschwand, Schaust von entwölkten Höhen Auf dieses Prüfungsland. Dann sind die Finsternisse Durch Gottes Licht zerstreut, Die Weisheit seiner Schlüsse Entdeckt die Ewigkeit; Dann fließt die Freudenzähre, Dann tönt dein froher Dank, Der Erde Schmach wird Ehre, Die Klage Lobgesang. Vollbracht ist Gott zum Preise Dein kurzer Lebenslauf, Du wurdest klug und weise, Drum nahm der Herr dich auf. Nun schwinden dir die Freuden Bewährter Tugend nie, Gott prüfte sie durch Leiden, Und nun belohnt er sie. Dies hemme deine Sorgen, Erleuchte deine Nacht Und zeige dir den Morgen, Der einst dich fröhlich macht. Dies lehre mit Vertrauen Auf Gott, den Herrn der Welt, Dich dann nach aufwärts schauen, Wenn ganz dein Glück zerfällt. So sammle denn im Stillen Den Trost der Vorsicht ein; Ihr Rath wird sich enthüllen, Ihr Licht wird dich erfreu'n. Du segnest einst die Pfade Auf denen Gott dich führt Und dankest seiner Gnade, Die deinen Lauf regiert.
J. Krall sets stanza 1
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View text with all available footnotesConfirmed with Friedrich A. Kienast (Hrsg.), Mit Gott. Poetisches Andachts- und Erbauungsbuch, Würzburg: In Commission bei Leo Wörl, 1882, pages 100-102.
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- by Christoph Georg Ludwig Meister (1738 - 1811), "Trost im Leiden" [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
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