by Johann Rumpelmeyer (1820 - 1887)
Kling leise, mein Lied
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Language: German (Deutsch)
Kling leise, mein Lied, durch die schweigende Nacht, Kling leise, daß nicht die Geliebt' erwacht! Behutsam zu ihren Fenstern hinauf, Kling leise, mein Lied, und wecke sie nicht auf! Ihr Schlummer ist heilig und heilig ihr Traum, Du küsse nur leicht des Gewandes Saum, Das lüstern um ihre Glieder sich schmiegt, Verhüllend den Busen, der stürmisch sich wiegt. Ach! Ihr Schlummer ist heilig, o wecke sie nicht! Und heilig ihr Traum, o schrecke sie nicht Mit einem Gebilde, das traurig und wild! Kling leise, mein Lied, sing leise und mild! Umschlinge sie sanft, wie die Ranke den Baum In Liebe umschlingt mit dem Blütentraum, Und singe verzückt, wie die Nachtigall singt, Die der Rose ein klingendes Ständchen bringt. Erwecke sie nicht mit zu stürmischem Gruß, Tritt behutsam nur auf, wie des Pilgers Fuß Hin durch den heiligen Tempel geht, Still klinge dein Gruß, wie ein leises Gebet!
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
Note: some lines of this poem were used in Zanettovich's Lied (mond - nacht - liebes - traum - lied)
Text Authorship:
- by Johann Rumpelmeyer (1820 - 1887) [author's text not yet checked against a primary source]
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This text was added to the website: 2024-12-31
Line count: 20
Word count: 148