Hiob XIV
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Language: German (Deutsch)
Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe; gehet auf wie eine Blume und fällt ab, fleucht wie ein Schatten und bleibt nicht. Er hat seine bestimmte Zeit, die Zahl seiner Monden stehet bei dir, du hast ein Ziel gesetzt, das wird er nimmer überschreiten. Denn ein Baum hat Hoffnung, wenn er schon abgehauen ist, dass er sich wieder verändere, und seine Zweige hören nicht auf. Wenn seine Wurzel in der Erde veraltet und sein Stamm in dem Staub erstirbt, grünt er doch wieder vom Geruche des Wassers und wächst daher, als wäre er erst gepflanzt. Aber der Mensch stirbt und ist dahin. Er verscheidet, und wo ist er? Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe; gehet auf wie eine Blume und fällt ab, fleucht wie ein Schatten und bleibt nicht. Er hat seine bestimmte Zeit, Wie ein Wasser ausläuft aus dem See, wie ein Strom versieget und vertrocknet, so ist ein Mensch, wenn er sich legt, und wird nicht aufsteh'n und wird nicht aufwachen, so lang' der Himmel bleibt.
H. Eisler sets lines 1-2
See also Der Mensch vom Weibe geboren, which uses the first four lines.
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Researcher for this page: Johann Winkler
This text was added to the website: 2020-11-09
Line count: 28
Word count: 180