by Joseph Karl Benedikt, Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857)
Jäger und Jägerin
NOTE: the footnotes have been removed from this text; return to general view
Language: German (Deutsch)
Sie: Wär ich ein muntres Hirschlein schlank, Wollt ich im grünen Walde gehn, Spazierengehn bei Hörnerklang, Nach meinem Liebsten mich umsehn. Er: Nach meiner Liebsten mich umsehn Tu ich wohl, zieh ich früh von hier, Doch sie mag niemals zu mir gehn Im dunkelgrünen Waldrevier. Sie: Im dunkelgrünen Waldrevier Da blitzt der Liebste rosenrot, Gefällt so sehr dem armen Tier, Das Hirschlein wünscht, es läge tot. Er: Und wär das schöne Hirschlein tot, So möcht ich jagen länger nicht; Scheint übern Wald der Morgen rot: Hüt schönes Hirschlein, hüte dich! Sie: Hüt schönes Hirschlein, hüte dich! Spricht's Hirschlein selbst in seinem Sinn: Wie soll ich, soll ich hüten mich, Wenn ich so sehr verliebet bin? Er: Weil ich so sehr verliebet bin, Wollt ich das Hirschlein, schön und wild, Aufsuchen tief im Walde drin Und streicheln, bis es stille hielt. Sie: Ja, streicheln, bis es stille hielt, Falsch locken so in Stall und Haus! Zum Wald springt 's Hirschlein frei und wild Und lacht verliebte Narren aus.
View text with all available footnotes
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
Text Authorship:
- by Joseph Karl Benedikt, Freiherr von Eichendorff (1788 - 1857), "Jäger und Jägerin", appears in Gedichte, in 4. Frühling und Liebe [author's text checked 1 time against a primary source]
Go to the general view
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website: 2009-04-20
Line count: 35
Word count: 169