by Ferdinand Freiligrath (1810 - 1876)
Die Fürstin zog zu Walde
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Language: German (Deutsch)
Die Fürstin zog zu Walde Mit Jägern und Marschalk; Da sah sie reiten balde Ein junger Edelfalk. Er sprach: „Wie klirrt dein Bügel; Wie glänzt Agraff' und Tress'; Wie locker hängt dein Zügel, Holdselige Prinzess! Wie sitzest du zu Pferde So königlich und schlank! Wie weht zur grünen Erde Dein Schleier weiß und lang! Wie nickt dein Hutgefieder Vom flücht'gen, wilden Ritt! Wie zieret deine Glieder Das knappe Jagdhabit! O, könnt' ich deinen Reizen Allzeit ein Diener sein! Den Reiher wollt' ich beizen, Herrin, für dich allein! Ich wollte mit ihm ringen, Dein starkes Federspiel, Bis er, mit blut'gen Schwingen, Zu deinen Füßen fiel'!“ Bezwungen von Verlangen, Duckt er ins Haideland; Er läßt sich willig fangen Von eines Pagen Hand. Der bietet ihn der Holden Dar, mit gebog'nem Knie; Mit einem Ringe golden Schmückt den Gefangnen sie. Nun muß er sie begleiten; Mit seiner krummen Klau' Muß er für sie bestreiten Den Reiher, silbergrau. Er trägt eine Lederkappe, Sie nimmt ihn mit aufs Pferd. Burgherr und Edelknappe Hält ihn des Neides werth.
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View text with all available footnotesConfirmed with Gedichte von Ferdinand Freligrath, Dritte, vermehrte AUflage, Stuttgart und Tübingen, J. G. Cotta'scher Verlag, 1840, pages 85-87.
Text Authorship:
- by Ferdinand Freiligrath (1810 - 1876), "Der Falk" [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
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