by Joseph Viktor von Scheffel (1826 - 1886)
Ach, nun sind es schon zwei Tage
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Language: German (Deutsch)
Ach, nun sind es schon zwei Tage, Daß ich ihn zuerst geküßt, Und seit jener bösen Stunde Alles wie verzaubert ist. Meine Stube, drin so zierlich Und so nett ich einst gehaust, Steht in wirrem Durcheinander, Daß mir vor mir selber graust. Meine Rosen, meine Nelken, Schauen welk und traurig drein, Ach, ich glaub', ich goß seit gestern Statt mit Wasser sie mit Wein. Meine gute weiße Taube Hat kein Futter, hat kein Brot, Und der brave Distelfink liegt In dem Käfig schon halbtot. Und mit blau und weißer Wolle Ist am weißen Netz gestrickt, Und mit weißem Garn ist in die Bunte Stickerei gestickt. Und wo sind die schönen Bücher, Parzival und Theuerdank? Glaub' beinah', ich warf die guten Sänger in den Küchenschrank. Und die Küchenteller stehen Auf dem schmalen Bücherpult, -- Ach, an all dem großen Unglück Ist die Lieb', die Liebe schuld!
H. Riedel sets stanzas 1-3, 6-7
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- by Joseph Viktor von Scheffel (1826 - 1886), no title, appears in Der Trompeter von Säkkingen, in Vierzehntes Stück. Das Büchlein der Lieder, in 4. Aus den Liedern Margaretas, no. 2 [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website: 2010-07-09
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