by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
Sieh mich, Heil'ger, wie ich bin
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Language: German (Deutsch)
Elmire Sieh mich, Heil'ger, wie ich bin, Eine arme Sünderin! Angst und Kummer, Reu und Schmerz Quälen dieses arme Herz. Sieh mich vor Dir unverstellt, Herr, die Schuldigste der Welt! Ach, es war ein junges Blut, War so lieb, er war so gut! Ach, so redlich liebt' er mich! Ach, so heimlich quält' er sich! Sieh mich, Heil'ger, wie ich bin, Eine arme Sünderin! Ich vernahm sein stummes Flehn, Und ich konnt' ihn zehren sehn; Hielte mein Gefühl zurück, Gönnt' ihm keinen holden Blick. Sieh mich vor Dir unverstellt, Herr, die Schuldigste der Welt! Ach, so drängt' und quält' ich ihn, Und nun ist der Arme hin, Schwebt im Kummer, Mangel, Noth, Ist verloren, er ist todt! Sieh mich, Heil'ger, wie ich bin, Eine arme Sünderin!
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View text with all available footnotesConfirmed with Goethe's Werke nach den vorzüglichsten Quellen revidirte Ausgabe, Dritter Theil, Gedichte, herausgegeben und mit Anmerkungen begleitet von Dr. Fr. Strehlke, Berlin, Gustav Hempel, 1868, page 77.
Note: modernized spelling would change "Noth" to "Not" and "todt" to "tot"Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), no title, appears in Erwin und Elmire [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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Word count: 127