by Arno Hermann Oscar Alfred Holz (1863 - 1929)
So Einer war auch Er
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Language: German (Deutsch)
Our translations: ENG
Liegt ein Dörflein mitten im Walde,
Überdeckt vom Sonnenschein,
Und vor dem letzten Haus an der Halde
Sitzt ein steinalt Mütterlein.
Sie lässt den Faden gleiten
Und Spinnrad Spinnrad sein
Und denkt an die alten Zeiten
Und nickt und schlummert ein.
Heimlich schleicht die Mittagsstille
Durch das flimmernde grüne Revier.
Alles schläft; selbst Drossel und Grille
Und vorm Pflug der müde Stier.
Da plötzlich kommt es1 gezogen
Blitzend den Wald entlang
Und vor ihm hergeflogen
Trommel- und Pfeifenklang.
Und in das Lied vom alten Blücher
Jauchzen die Dörfler: Sie sind da!
Und die Mädels schwenken die Tücher,
Und die Jungens rufen: "Hurrah!"
Gott schütze die goldnen Saaten,
Dazu die weite Welt;
Des Kaisers junge Soldaten
Ziehn wieder ins grüne Feld!
Sieh, schon schwenken sie um die Halde,
Wo das letzte der Häuschen lacht!
Schon verschwinden die ersten im Walde
Und das Mütterchen ist erwacht.
Versunken in tiefes Sinnen,
Wird ihr das Herz so schwer,
Und ihre Thränen rinnen:
"So einer war auch Er!"
J. Doebber sets stanzas 1-2, 4
Confirmed with Arno Holz Buch der Zeit: Lieder eines Modernen, zweite, vermehrte Auflage, Berlin: F. Fontane & Co., 1892, pages 102-103.
Text Authorship:
- by Arno Hermann Oscar Alfred Holz (1863 - 1929), "So Einer war auch Er!", appears in Buch der Zeit, in Arme Lieder, no. 3 [author's text checked 2 times against a primary source]
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