by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758 - 1818)
Das Sehnen
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Language: German (Deutsch)
Wehmuth, die mich hüllt, Welche Gottheit stillt Mein unendlich Sehnen? Die ihr meine Wimper näßt, Namenlosen Gram entpreßt, Fliesset, fliesset Thränen! Mond, der lieb und traut In mein Fenster schaut, Sage, was mir fehle? Sterne, die ihr droben blinkt, Holden Gruß mir freundlich winkt, Nennt mir, was mich quäle. Leise Schauer wehn, Süsses Liebeflehn Girrt um mich im Düstern. Rosen und Violenduft Würzen rings die Zauberluft, Holde Stimmen flüstern. In die Ferne strebt! Wie auf Flügeln schwebt Mein erhöhtes Wesen. Fremder Zug, geheime Kraft, Namenlose Leidenschaft, Laß, ach laß genesen! Aengstender beklemmt Mich die Wehmuth, hemmt Athem mir und Rede. Einsam schmachten, o der Pein! O des Grams, allein zu seyn In des Lebens Oede. Ist denn ach kein Arm, Der in Freud' und Harm Liebend mich umschlösse? Ist denn ach kein fühlend Herz, Keines, drinn in Lust und Schmerz Meines sich ergösse? Die ihr einsam klagt, Einsam wenn es tagt, Einsam wenn es nachtet. Ungeströstet ach, verächzt Ihr das holde Daseyn, lechzt, Schmachtet und verschmachtet.
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Confirmed with L.T.Kosegarten's Poesieen, Neueste Auflage, Dritter Band, Berlin 1803, pages 12-14. This is the source used by Schubert. Kosegarten's poem is slightly different in later editions; it has the title "Sehnsucht" (see below).
Text Authorship:
- by Ludwig Gotthard Theobul Kosegarten (1758 - 1818), "Das Sehnen" [author's text checked 1 time against a primary source]
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