by Wolfgang Menzel (1798 - 1873)
Die Liebe bleibt, wie Rosen, immer neu
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Language: German (Deutsch)
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Die Liebe bleibt, wie Rosen, immer neu, Ob ihre Blüthe morgen auch vorbei, Und wir von gestern keiner uns erinnern. Die Lieb' ist voll, wie einer Rose Schooß, Woraus sich hundert Blätter ringen los Und hundert andre glühen noch im Innern. Die Lieb' ist feurig, wie ein Rosenblatt, Das seine Flammen angezündet hat Am ersten Morgenstrahl der Himmelsrose. Die Lieb' ist himmlisch, wie ein Bild genau Vom Himmelsrund in jedem Tröpfchen Thau Die Rose trägt in ihrem tiefen Schooße. Die Lieb' ist süß, wie würz'ger Rosenduft, Der unsichtbar beseelt die warme Luft Und trunken macht die honigdurst'gen Bienen. Doch Lieb' ist kurz auch, wie der Rose Tag, Der schneller endet, als der süße Schlag Der Nachtigall, die sie beweint im Grünen.
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View text with all available footnotesConfirmed with Die Lyrik der Deutschen in ihren vollendetsten Schöpfungen von Göthe bis auf die Gegenwart, in fünf Büchern herausgegeben von Heinrich Friedrich Wilhelmi, Hofrath und Professor, Frankfurt am Main: Druck und Verlag von Heinrich Ludwig Brönner, 1848, page 59.
Text Authorship:
- by Wolfgang Menzel (1798 - 1873), "Zur Rosenzeit" [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
This text was added to the website: 2021-04-05
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