by Wilhelm Müller (1794 - 1827)
Language: German (Deutsch)
Grüne Bäume, kühle Schatten, In den Wäldern, auf den Matten, Seid dem Wandrer immer hold! Wollt an seine Straß' euch stellen, Flüsternd euch zu ihm gesellen In des Mittags schwüler Gluth! Hat das Stadtthor mich empfangen, Such' ich wieder mit Verlangen Nach dem ersten grünen Baum, Der mit seinen frischen Zweigen Mir den rechten Weg will zeigen Zu dem kühlen Labewein. Euch begrüß' ich auch, ihr Linden, Mag euch gern auf Märkten finden, Dicht und kugelrund belaubt. In des Abends Feierstunde Führt mich die gewohnte Runde Immer zu den Bäumen hin. Vöglein in den Wipfeln singen, Und die Funkenwürmchen schwingen Ihre Lichter in dem Grün; Unten wollen sich ergehen, Die im Dunkel sich verstehen Besser als im Sonnenschein. Heim in meines Mädchens Garten Grünen Bäume vieler Arten, Doch vor allen preis' ich dich, Baum, in dessen glatten Rinden Unsre Namen sind zu finden Und ein flammend Herz darum. Haben oft dabei gesessen Und des Scheidens gar vergessen, Meinend, daß wir wären eins, Wenn wir so in eins verschlungen, So von einem Brand durchdrungen Unsre beiden Namen sahn.
Note: modern German spelling would change the following words: "Gluth" -> "Glut", "Stadtthor" -> "Stadttor", etc.
Composition:
- Set to music by Josef Panny (1794 - 1838), "Die Bäume", op. 39 (Sechs Lieder von Wilhelm Müller, vierstimmig gesetzt) no. 1 [ four-part mixed chorus ]
Text Authorship:
- by Wilhelm Müller (1794 - 1827), "Die Bäume", appears in Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten 2, in Wanderlieder
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