by Adolf Böttger (1815 - 1870)
Die Lilie am See See original
Language: German (Deutsch)
Wenn der Nachtwind im Mondlicht Die Seeküste streift, Das Meerweib am Schiffswrack Die Todten umschweift, Die Möve lautkreischend Die Wellen umkreist: Da schimmert's am Strand hin Wie ein ruhloser Geist. Es schleicht aus dem Kloster Die die Nonne sich sacht, Die betet den Tag lang Und pilgert bei Nacht. Wie bleich ist das Antlitz, Wie glasig der Blick, Die Brust drückt wie Grabnacht Ein trübes Geschick. Am Felsen zerschellt' einst Die Meerfluth das Boot D'rauf sie und ihr Liebster Vom Tode bedroht. Die Braut ward gerettet, Doch zu tieferem Weh, -- Es verschlang den Geliebten Die tückische See! ... Sie Sie flieht, wenn im Kreuzgang Das Chorlied erschallt, Lacht grell, wenn das Glöcklein Zu Mitternacht hallt. Dann nimmt sie den Schleier, Ein meergrün Gewand, Fasst den Rosenkranz hastig In die krampfige Hand. ... Sie bekreuzt sich und wandert, Bis der Morgen erwacht, Dann schrickt ste zusammen Und flieht wie die Nacht. Wem fern die Gestalt blinkt Wie Meergrün und Schnee, Der betet ein Ave Für die Lille vom See.
Note: the text above is taken from stanzas 1-3,5,7 of the original text.
Composition:
- Set to music by Ferdinand Kamm (1845 - 1897), "Die Lilie am See", op. 45 (Liedersaal für Frauenchor. 90 drei- und vierstimmige Lieder für Schule, Haus und Verein) no. 85, published 1896, stanzas 1-3,5,7 [ ssa chorus ], Zürich & Leipzig: Hug
Text Authorship:
- by Adolf Böttger (1815 - 1870), "Die Lilie vom See"
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