Mein Heimatland, das liebe, traute, Wo ich das Glück der Jugend fand, Das meine Kinderspiele schaute Und mich erzog mit ernster Hand. Ich muss es lieben, Das traute, liebe Heimatland! Ich muss es lieben, ja ewig lieben, Das traute, liebe Heimatland! Das Land, das auch auf fremder Erde Dem Manne nah verbunden blieb, Ihn bei des harten Tags Beschwerde Mit süsser Sehnsucht vorwärts trieb. Ich muss es lieben, Das traute, liebe Heimatland! Ich muss es lieben, ja ewig lieben, Das traute, liebe Heimatland! Mein Land, das heimatwärts getrieben Den reifen Mann zu rechter Zeit, Das ihn vereint mit seinen Lieben, Den eignen freien Herd verleiht. Ich muss es lieben, Das traute, liebe Heimatland! Ich muss es lieben, ja ewig lieben, Das traute, liebe Heimatland! Dich, Heimatland, dich lieb' ich immer, Dir bleibt geweiht mein ganzes Herz, Und bis zum letzten Lebensschimmer Bin ich bei dir in Freud' und Schmerz. Ich will dich lieben, Das trautes, liebes Heimatland! Ich will es lieben, ja ewig lieben, Das traute, liebe Heimatland!
Liedersaal für Frauenchor. 90 drei- und vierstimmige Lieder für Schule, Haus und Verein , opus 45
by Ferdinand Kamm (1845 - 1897)
Translations available for the entire opus: GER
1. Meine traute Heimat
Text Authorship:
- by Johannes Rehmke (1848 - 1930)
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- ENG English (Sharon Krebs) , "My familiar homeland", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
2. Sängerlust
Hinaus in das Grün, hinaus in das Feld!
Es athmet in Gottes geräumiger Welt
Weit freier die kräftige Brust.
Wie die Sternlein glänzen am Himmelsraum,
Wie die Röslein lächeln mit purpurnem Saum,
So lacht uns im Herzen die Lust.
Die Hüte bekränzt mit eichlaub'nem Grün,
Das Auge so klar und die Stirne so kühn,
So schreiten wir Alle dahin.
Rings hauchen die Lüfte des Willkomms Kuß,
Wir schwingen die Hüte mit freundlichem Gruß
Und schwärmen mit heiterem Sinn.
...
Nur frisch in die Welt mit Sang und mit Klang!
So lang uns noch grüßet der Vögel Gesang,
Tönt's voll aus dem Herzen und laut.
Wie sonnig Lenz doch die Blumen hüllt ,
Sei wonnig Herz und mit Jubel erfüllt,
Sei Frohsinn die liebliche Braut!
Text Authorship:
- by (Konrad Johann) Reinherz Kromm (1828 - 1901), "Sängerlust"
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , "Singers' joy", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Note: the text above is taken from stanzas 1,2,4 of the original text.
3. Lebt wohl, ich scheide
Die duftenden Kräuter auf der Au,
Der Halm' im frischen Morgenthau,
Die Bäum' im grünen Kleide,
Ein jedes ruft: ich scheide,
Lebt wohl! ich scheide.
Die Rosen in ihrer lichten Pracht,
Die Lilien in ihrer Engelstracht,
Die Blümchen auf der Heide,
Ein jedes ruft: ich scheide,
Lebt wohl! ich scheide.
Ist Alles nur ein Kommen und Gehn,
Ein Scheiden mehr als Wiedersehn;
Wir freu'n uns, hoffen und leiden,
Und müssen endlich scheiden,
Lebt wohl! wir scheiden.
...
Text Authorship:
- by August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), "Leb wohl! ich scheide", appears in Lyrische Gedichte, in Dichterleben, in Reifere Mannesjahre
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Malcolm Wren) , "Leaving", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English [singable] (John Bernhoff) , "Departure"
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Adieu, je pars", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
Note: the text above is taken from stanzas 1-3 of the original text.
4. Mein Heimatland
Freund, ich weiss ein kleines Land, 'S ist so schön, so schön, Trägt's jetzt gleich sein Schneegewand Rings auf allen Höh'n, Ist mein Aug' doch hoch entzückt, Wenn es dieses Land erblickt. Und wenn erst der Frühling kommt, O dann musst du's seh'n! Wenn sich Alles freut und sonnt Rings auf diesen Höh'n, Dann trägt dieses kleine Land Wohl das schönste Festgewand! Seine Luft ist frisch und rein, Wie nicht anderswo, Seine Dörfer schmuck und fein, Drin die Leut' so froh; Manchen Baches kühle Quell' Sprudelt hier so frisch und hell. Willst du wissen, wie es heisst, Dieses schöne Land, Das mein Lied als herrlich priest Selbst im Schneegewand[?] Nun, dies Land, wie keins ich fand, Ist mein teures Heimatland.
Text Authorship:
- by Eduard Walser (1863 - 1949)
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- ENG English (Sharon Krebs) , "My homeland", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
5. Herbst‑Sonnabend
Glockentöne hallen durch die laue Luft In des Waldes Hallen, in die kühle Gruft. An dem Baume schwanket roth das welke Blatt; Grün der Epheu ranket an der Rinde glatt. In des Lenzes Stunden grün mein Blatt auch prangt. Nun es überwunden roth, am Zweig es rankt. Unter Herbstes Kusse blüht des Laubes Roth; Flammt im letzten Gruße ja das Abendroth. Durch die Lüfte leise sich der Vogel schwingt; Innig süße Weise in das Herz mir dringt. Von der Liebe Glühen in des Frühlings Hain, Von der Blümlein Kosen in dem Mondenschein. Von der Säfte Streben in des Sommers Pracht, Von des Herzens Flüstern in der lauen Nacht. Frischer hauchen Lüfte, weh'n das Blatt herab, Weichen Mooses Düfte betten ihm dein Grab. Soll mein Herz einst ruhen, fällt mein Blatt einst ab, Bettet dann mich leise in des Herbstes Grab. Nicht wenn Frühlingslüfte meine Kron' umweh'n, Soll im Hauch der Grüfte Leben untergeh'n. Nicht wenn Sommerschwüle über'm Walde ruht -- In des Herbstes Kühle, da nur ruht sich's gut.
Text Authorship:
- by Wilhelm Ruess (1814 - 1879), as Severus, "Herbst-Sonnabend", appears in Der Eidgenossen Heldentage
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- ENG English (Sharon Krebs) , "An autumnal Saturday evening", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
6. Dem Herrn sei Lob und Ehr'!
Die Vöglein regen ihre Schwingen Im morgengoldnen Wolkenmeer Und ihre Sprache ist ihr Singen, Und aus den Lüften hör' ich's klingen: Dem Herrn sei Lob und Ehr'! Und bunte Blumen seh' ich blühen, Umwogt von grünem Halmenmeer, Und ihre duft'gen Kelche glühen, Und ihre Sprache ist ihr Blühen: Dem Herrn sei Lob und Ehr'! Und tausend goldne Sternlein wandern Bei Nacht auf dunklem Aethermeer, Und wie sie kommen, wie sie wandern, Spricht einer grüßend zu dem andern: Dem Herrn sei Lob und Ehr'! Und finden sich verwandte Seelen Auf wechselvollem Lebensmeer, Die sich in Lieb' und Treu' vermählen, Wird auch der fromme Gruß nicht fehlen: Dem Herrn sei Lob und Ehr'!
Text Authorship:
- by Julius Karl Reinhold Sturm (1816 - 1896), "Dem Herrn sei Lob und Ehr'"
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- ENG English (Sharon Krebs) , "The Lord be praised and glorified", copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
7. Des Schweizers Heimkehr
Und wiederum die reine Luft Von deinen Bergen athm' ich ein, Und wiederum, o Schweizerland, O süße Heimat, bist du mein! Ein Alphorn klagt gedämpften Tons Herüber von dem Felsenhang, Ein fernes Heerdenglöcklein klingt, Und meine Seele wird Gesang. Und wiederum die reine Luft Von deinen Bergen athm' ich ein, Und wiederum, o Schweizerland, O süße Heimat, bist du mein! ... In eine Aeolsharfe ist Verwandelt wieder mein Gemüth, Darüber wie ein linder Hauch Der Zauber deiner Sagen zieht. Und wiederum die reine Luft Von deinen Bergen athm' ich ein, Und wiederum, o Schweizerland, O süße Heimat, bist du mein! ...
Text Authorship:
- by Heinrich Leuthold (1827 - 1879), "Heimkehr", appears in Gedichte, in 4. Vaterländische Gedichte
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- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Note: the text above is taken from stanzas 1,2,1,3,1 of the original text.
8. Das Glöcklein
Auf dem grünen Rasensitze,
Hier am kleinen Wasserfall,
Hör' ich von des Thurmes Spitze,
Eines Silberglöckleins Schall.
...
Glöcklein gibt mir ernste Kunde,
Ruft: der Tag hat sich geneigt;
Mir auch kommt die Abendstunde,
Da die Sonne niedersteigt.
Dann, o liebes Glöcklein, klinge,
Freundlich mir zu Grabes Ruh' ;
Die befreite Seele schwinge
Selig sich der Heimath zu.
Text Authorship:
- by Gall Morel, Pater (1803 - 1872), "Das Glöcklein"
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- ENG English (Sharon Krebs) , "The little bell", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Note: the text above is taken from stanzas 1,5,6 of the original text.
9. Schweizerwappen
Weisses Kreuz im roten Feld, Bild das jedem wohlgefällt. Hoch geehrt in allen Gauen, Bis wo Jura's Berge blauen Und des Rheines Welle fliesst, Schweizerwappen, sei gegrüsst! Nachts auf Grütli's stiller Flur, Schwebt zu Gott ein heilger Schwur: Fremdes Joch nicht zu ertragen, Fremde Vögte zu verjagen, Dort gelobten's kampfbereit Freie Männer mit dem Eid. Kleinen Volks vereinte Kraft Hat mit Gott den Sieg verschafft; Vor des weissen Kreuzes Zeichen Mussten grosse Heere weichen, Heldenmut und Einigkeit Hat von Feinden uns befreit. Sei darum dies Wappenbild Je des Schweizers Ehrenschild! An die Tugend tapfrer Ahnen Soll es stets die Enkel mahnen, Und sein Ruf an alle sei: Eidgenossen bleibet treu!
Text Authorship:
- by J.S. Moser
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- ENG English (Sharon Krebs) , "Swiss coat of arms", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
10. Rheinsehnsucht
Am Rheine ist Leben, am Rheine ist Lust, Da wallet vor Freude das Herz in der Brust! Es perlet im Becher der Wein hier so klar, Das Volk ist so bieder, so treu und so wahr: Es ziehet die Sehnsucht ins Herz mir hinein, Zu leben, zu sterben am brausenden Rhein. Die Burgen, die Dome die sind mir so recht, Sie sprechen vom alten, vom treuen Geschlecht! Die Städte und Dörfer am lieblichen Strand, Sie sind als die schönsten im Lande bekannt: Es ziehet die Sehnsucht ins Herz mir hinein, Zu leben, zu sterben am brausenden Rhein. Es stehen die Berge in heiliger Pracht, Als wollten sie selber hier halten die Wacht! Und nahen uns Feinde mit frevelndem Mut, So sollen sie zahlen mit Leben und Blut: Es ziehet die Sehnsucht ins Herz mir hinein, Zu leben, zu sterben am brausenden Rhein. Am Rheine ist Leben, am Rheine ist Lust! Wie schlägt uns vor Freude das Herz in der Brust! Da liebt man die Freiheit so wahr und so treu, Da reisst man die Fesseln der Knechtschaft entzwei: Es ziehet die Sehnsucht ins Herz mir hinein, Zu leben, zu sterben am brausenden Rhein.
Text Authorship:
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- ENG English (Sharon Krebs) , "Yearning for the Rhine", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
11. Abendgebet
Horch, horch, der Abendglocke Ton! Im Nachen kniet der Schiffer schon, Ave Maria! Durch's Spätrot hallt so weit und breit: Gegrüsset seist du, o reine Maid! Ave Maria! Die Sonne sinkt, die Glocke klingt. Sanft schwebt der Klang das Tal entlang. Ave Maria! Die Stund' ist dein, o Jungfrau rein: Neig' dich uns mild, o heilig Bild! Ave Maria!
The text shown is a variant of another text. [ View differences ]
It is based on
- a text in German (Deutsch) by Emanuel Geibel (1815 - 1884), no title, appears in Die Loreley
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- ENG English (Sharon Krebs) , "Evening prayer", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
12. Ade!
Aufs stille Tal sinkt dunkle Nacht, Die letzte Frist, sie ist Vollbracht Mit ihrem Trennungsleiden. Kennst du das Lied, du alte Stadt: Dass man vom Liebsten, was man hat, Muss scheiden? Ade! Ade! Du alte Stadt, Ade! Noch einmal wand're ich allein, Begleitet nur vom Sternenschein, Durch deine stummen Gassen. Die mahnen mich ans sonn'ge Glück, Das ich, kehrt nun der Tag zurück Muss lassen. Ade! Ade! Du sonn'ges Glück, Ade! Hier ist die Jugend mir erblüht, Mein Herz in Wonne oft erglüht, In frohem keckem Schwärmen. Und rings der Berge stolze Pracht Hat Trost in meiner Brust entfacht Beim Härmen. Ade! Ade! O Jugendzeit, Ade!
Text Authorship:
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- ENG English (Sharon Krebs) , "Adieu!", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
13. Schlacht bei Murten
Die Zeitung flog von Land zu Land, Vor Murten liegt Burgund! Und jeder eilt, fürs Vaterland Zu streiten mit Burgund. ... Im weiten Kreise blitzt das Schwert, Auslangt der lange Spieß; Blut dürstete das breite Schwert, Blut trank der lange Spieß. Der Wälsche kämpfte kurze Zeit, Der Knecht und Ritter lief; Das weite Feld war überstreut Mit Speeren Kniees tief. Der floh zum Strauch -- der floh zum Hain Vorm hellen Sonnenlicht, Viel sprangen in die See hinein, Und dürsteten doch nicht. ... Auf Schiffen fuhr man in den See, Schlug sie mit Rudern todt. Das Waidwort war nur Ach und Weh, Die grüne See ward roth. Viel klommen auf die Bäume hoch, Die schoß man wie die Krähn; Die Fittich sehlten ihnen noch, Sie mocht der Wind nicht wehn. Zwo Meilen lang bedeckte sich Das Land mit Tod und Blut, Das Land, der Strauch, die Rose glich Dem schwarzen Menschenblut. ... Ein Lager einem Marktplaß gleich Kam in der Schweizer Hand. Karl machte schnell den Bettler reich, Im armen Schweizerland. ... Der hatte selbst die Hand am Schwert, Der diesen Reim gemacht; Bis Abends mäht er mit dem Schwert Des Nachts sang er die Schlacht.
Text Authorship:
- by (Georg Philip Ludwig) Leonhard Wächter (1762 - 1837), as Veit Weber, "Schlacht bei Murten"
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Note: the text above is taken from stanzas 1,6-8,10-12,14,17 of the original text.
14. Frühlingslied
Wenn der Frühling auf die Berge steigt
Und im Sonnenstrahl der Schnee zerfließt,
Wenn das erste Grün am Baum sich zeigt
Und im Gras das erste Blümlein sprießt --
Wenn vorbei im Thal
Nun mit einemmal
Alle Regenzeit und Winterqual,
Schallt es von den Höh'n
Bis zum Thale weit:
O, wie wunderschön
Ist die Frühlingszeit!
Wenn am Gletscher heiß die Sonne leckt,
Wenn die Quelle von den Bergen springt,
Alles rings mit jungem Grün sich deckt
Und das Lustgetön der Wälder klingt --
Lüfte lind und lau
Würzt die grüne Au,
Und der Himmel lacht so rein und blau,
Schallt es von den Höh'n
Bis zum Thale weit:
O, wie wunderschön
Ist die Frühlingszeit!
...
Text Authorship:
- by Friedrich Martin von Bodenstedt (1819 - 1892), no title, appears in Die Lieder des Mirza-Schaffy, in Zuléikha, no. 12
Based on:
- a text in Azerbaijani (Azərbaycan dili) by Mirzə Şəfi Vazeh (1794 - 1852) [text unavailable]
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English [singable] (Natalie Macfarren) , "Flow'ry May"
- FRE French (Français) [singable] (François Nicollin)
- ITA Italian (Italiano) (Amelia Maria Imbarrato) , "Quando la primavera arriva sui monti", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
Note: the text above is taken from stanzas 1-2 of the original text.
Note: in Zöllner's setting, in stanza 1, line 11, when "Ist" is repeated, it becomes "Ist doch"
15. Wohl starb er treuen Tod
Wir zogen mit einander
Hornist und Musketier,
Vier Arme, wenn wir stritten,
Zwei Füße, wenn wir schritten,
Ein Herz, wenn im Quartier.
Wir hielten fest zusammen,
Was immer mochte sein;
So bald mein Horn sich rührte
Da focht und da marschirte
Der Brave hinterdrein.
Bis auf das Feld von Lützen,
Da traf die Kugel recht,
Da lag in seinem Blute
Der treue und der gute,
Der tapfre Landesknecht;
Und sprach: Daß Gott genade,
Mir kommt die letzte Noth!
Drum' deck' mich zu mit Rasen
Und thu' das Lied mir blasen:
"Wohl starb er treuen Tod!"
Ich nahm ihn in die Arme,
Die Augen schloß er sacht; --
Ob er, ob ich geschieden? --
Wir lagen Beid' in Frieden
Und tief auf uns die Nacht.
Drauf deckt ich ihn mit Rasen,
So wie er mir gebot,
Und blies mit hellen Zähren
Ihm übers Grab zu Ehren:
"Wohl starb er treuen Tod."
...
Text Authorship:
- by Georg Scheurlin (1802 - 1872), "Treuer Tod", appears in Gedichte (1851), in Leben, first published 1851
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Note: the text above is taken from stanzas 1-6 of the original text.
16. Meeresstille
Tiefe Stille herrscht im Wasser, Ohne Regung ruht das Meer, Und bekümmert sieht der Schiffer Glatte Fläche rings umher. Keine Luft von keiner Seite! Todesstille fürchterlich! In der ungeheuren Weite Reget keine Welle sich.
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), first published 1795
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , " ", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Windstille zee", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Emily Ezust) , "Deep stillness reigns on the water", copyright ©
- ENG English [singable] (Daniel Platt) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English [singable] (John Bernhoff) , "Becalmed"
- FIN Finnish (Suomi) (Erkki Pullinen) , "Merentyven", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Karel Vereycken) , "Mer tranquille", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) [singable] (John Bernhoff) , "Calme de mer"
- ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Sopra le acque regna una pace profonda", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
- RUS Russian (Русский) (Aleksey Nikolayevich Pleshcheyev) , "Тишь на море", first published 1844
Note: The poem's title in the first edition (Schiller's Musenalmanach 1796) is "Meeresstille", from the second edition on (1800) it is "Meeres Stille".
17. Abschied vom Vaterlande!
Wir wandern aus dem Vaterland
Wol über Berg und Thal.
So geht es immer weiter hin,
Da schaut zurück der trübe Sinn.
Ade! Ade! Mein Heimatland, ade!
Zu manchem Dorf, zu mancher Stadt
Geleitet uns der Weg.
Ob Alles deutsche Worte spricht,
Die Heimath ist es immer nicht.
Ade! Ade! Mein Heimatland, ade!
Doch wenn wir über'm Wasser sind,
Bei fremdem Volk allein,
Sind auch verschwunden Land und Leut',
Die unser armes Herz gefreut.
Ade! Ade! Mein Heimatland, ade!
Wir sind nun einmal auf dem Weg,
Bald fährt das Schiff vom Land.
Es ist umsonst zurückzuseh'n,
Wir müssen, müssen weiter geh'n.
Ade! Ade! Mein Heimatland, ade!
Text Authorship:
- by Friedrich Marc (b. 1819), "Ade", appears in Gedichte, in Deutsche Auswandrung, in Erster Theil
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18. Waldlied
Welche Lust, am frühen Tag Tief im Waldesgrund zu lauschen! Nah und fern das süße Rauschen, Waldesduft und Amselschlag! Wald, du grüner Freudensaal, Sei gegrüßt viel tausendmal! Was ich drauß' verloren hab', Giebst du tausendfältig wieder; Frischen Muth und neue Lieder Rauscht mir jeder Zweig herab. Wald, du grüner Freudensaal, Sei gegrüßt viel tausendmal! Lieber Wald, nimm's freundlich an, Daß ich dir von Herzen danke. Ob auch alles weich' und wanke, Treu bleibt dir der Sängersmann. Wald, du grüner Freudensaal, Sei gegrüßt viel tausendmal!
Text Authorship:
- sometimes misattributed to Ferdinand Freiligrath (1810 - 1876)
- by Carl Gärtner (1821 - 1875), "Waldlied", appears in Gedichte, in Lieder
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19. Sommermorgen
Zur Mette ruft der Glocke Ton, Im Wald die Vöglein singen; Die junge Sonne nahet schon, Den Tag heraufzubringen. O Morgenhauch, so frisch und rein, Dich athmen alle Blumen ein! Der Brunnen rauscht voll Lebenssaft, Der Mäher wetzt das Eisen, Die Lerche singt mit neuer Kraft In ätherblauen Kreisen -- Und mich ergreift es sanft und still, Ich weiß nicht was es werden will. Die Welt so groß und ich so klein! Mein Morgen längst vorüber! Ich hoffte so beglückt zu sein, Nun wird es immer trüber. Der jungen Tage Lenzesglück Bringt uns kein Sommer mehr zurück.
Text Authorship:
- by Gall Morel, Pater (1803 - 1872), "Sommermorgen", appears in Gedichte. Zweite Sammlung, in Vermischte Gedichte
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- ENG English (Sharon Krebs) , "Summer morning", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Gedichte von Pater Gall Morel. Zweite Sammlung, Einsiedeln und New York: Druck und Verlag von Gebr. Karl und Nikolaus Benziger, 1859, page 226.
20. Auf der Alm
Hörst du den Jodler hoch auf der Alm, Frei von der Städte stäubendem Qualm? Hoch, wo die Lüfte, die reineren, when Aufwärts, nur aufwärts treibt's uns zu geh'n. Hallioh, hallioh, hallioh, jo-ho! Zaget nicht, feste schreitet vorbei! Blickt in den Abgrund frei ohne Scheu! Frisch über Felder von Eis und von Schnee, Bis auf dem felsigen Gipfel ich steh'. Hallioh, hallioh, hallioh, jo-ho! Wogen der Wolken silberne Flut Teilet der Sonne blitzende Glut, Tief uns zu Füssen, da zieht durch das Land Prächtiger Ströme schimmerndes Band. Hallioh, hallioh, hallioh, jo-ho! Blinkende Dörfer, bläuliche Seen, Und von den Weiden Glockengetön. Prangende Blumen auf felsiger Au, Droben des Himmels tiefdunkles Blau! Hallioh, hallioh, hallioh, jo-ho! Drüben der Alpen zackiger Kranz Schimmert in reinem schneeweissem Glanz. Über den Bergen da herrschet kein Tron: Frei ist die Heimat, frei ist ihr Sohn! Hallioh, hallioh, hallioh, jo-ho!
21. Das Vaterland
Wo geht der Weg zum freien Land? Vorbei an steiler Felsenwand, Wo sich der Aar zum Himmel hebt Und über blauen Tiefen schwebt! Die Heerde graset still empor, Der Strom schäumt durch's granit’ne Thor: O sei gegrüßt, mein Vaterland, Vom Rhein bis an den Rhonestrand! Wohin, wohin, du Menschenkind, Im Sommerwehen süß und lind? Steig' auf zum grünen Alpenhang, Ist dir da unten schwer und bang! Dort breitet sich die Freiheit aus, Dort steht ihr erstes Mutterhaus; Die Firnen glühen, Brand an Brand, -- Wie bist du schön, mein Vaterland! Der ew'gen Jugend Rosenschein, Wie leuchtest du so frisch herein Und hebst die Seele aus dem Thal Und küssest sie im Abendstrahl! O lod're, freier Mannesmuth, Glüh' auf, wie unsre Alpenglut, Und sei geschirmt, o Vaterland, Durch deiner Söhne starke Hand!
22. Ich zog wohl durch die Lande
Ich zog wohl durch die Lande
Zur schönen Sommerzeit,
Und schaute Gottes Wunder
So herrlich weit und breit;
Wie's Vöglein mußt' ich singen
In meinem hellen Muth:
O Wandern, Wandern, Wandern,
Wie machst du Alles gut!
Auf Bergeshöhn den Winden
Gab hin ich jedes Weh,
Ließ es hinuntersinken
Tief in den blauen See;
Doch sieh, wie bald ein Sehnen
Zog in die Brust mit Macht,
O Heimath, liebe Heimath,
Dein dacht' ich Tag und Nacht!
Und ohne Rast und Ruhe
Bin heimwärts ich gewallt,
Vor meiner trauten Hütte
Stand ich in Freuden bald;
Und als ich ruhte drinnen,
Ein müder Wandrer, aus,
Wie ward so wohl, so selig
Mir in dem stillen Haus! --
...
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Heimkehr", appears in Liederbuch, in 1. Naturlieder, no. 135
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- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
Note: the text above is taken from stanzas 1-3 of the original text.
23. Mein Ländchen
Im Ländchen, da ich wohne, Steigt himmelhoch die Firn; Mit einer Silberkrone Ist blank geziert die Stirn! Es ist so schön, es ist so hehr, Mein Ländchen lass' ich nimmermehr! Im Ländchen, da ich wohne, Die Freiheit ist zu Haus; Sie winkt vom Felsenthrone Weit in die Welt hinaus! Hier bin ich froh, hier weil' ich gern, Hier strahlet mir mein guter Stern! Das Ländchen, da ich wohne, Soll mir so eigen sein Als wie dem Schweizersohne Sein trautes Mütterlein! Es ist so traut, es ist so gut; Ich opf're ihm mein Herz und Blut!
Text Authorship:
- by Emil Zschokke (1808 - 1889), "Mein Ländchen"
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- ENG English (Sharon Krebs) , "My dear country", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Schweizerische Nationalbibliothek, vierzehntes Bändchen, ed. by Robert Weber, Aarau: H. R. Sauerländer, 1886, pages 27 - 28. Appears in III. 4. Emil Zschokke.
24. Heimweh
Sterne! die ihr niederschaut Fern auch auf den grünen See, Euch dort oben sei vertraut In der Fremde hier mein Weh! Mächtig wohl erbraust das Meer, Doch die Firnen seh' ich nicht, Die so hold, ach! und so hehr Schimmerten im Abendlicht! Winde! die vom Heimathland Ihr so frisch herüberweht, Euch, am schönen, üppgen Strand, Sei's geklagt, wie's mir ergeht! Reicher wohl blüht Alles hier, Doch die Matten seh' ich nicht, Strahlend wie mit goldner Zier Traut im letzten Abendlicht! Vögel! die ihr heimwärts fliegt, Hört, o höret meinen Gruß! Wenn ihr fern im Tann euch wiegt, Klagt's ihm, was ich leiden muß! Ach! den grünen, grünen Wald Meiner Heimath seh' ich nicht, Und mein Seufzer nur verhallt Wehmuthsvoll im Abendlicht!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Heimweh", appears in Liederbuch, in 4. Vaterlandslieder, no. 307
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- ENG English (Sharon Krebs) , "Homesickness", copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 276-277.
25. Meine Berge ‑‑ meine Wälder
Ihr meine Berge, meine Wälder, Wie seid ihr doch so hehr, so schön! Ja, kühner schlägt mein Herz doch wieder Auf euren freien, stolzen Höh'n! Wenn unter mir die grünen Forsten, Die Tiefe noch im Schlummer liegt, Da hat sich dort im blauen Aether Der stolze Adler längst gewiegt. Und über sonnbeglänzten Schluchten, Wie rauscht die Quelle doch so traut, An deren Fuss der Hirtenknabe Hell singend in die Täler schaut. Und über allem liegt ein Frieden Und über Allen liegt die Lust, So dass dein Blick bald Frühling glänzet Und auch du hell aufjauchzen must.
26. Heimatgedenken
Wenn die Sonne hinterm Berg sich neigt, Und der Rauch aus dem Dörflein steigt, Wenn im Wiesenthal junge Bleicherinnen Singend wandeln mit den weißen Linnen; ... O dann allemal, an mein stilles, stilles Tal, An die Heimat denk' ich allemal! Wenn der Mond steigt aus der dunklen Au, Langsam schwimmt durch des Himmels Blau: Wenn der Abendwind flüstert durch die Buchen Und die Vöglein ihre ihre Nester suchen, -- ... O dann allemal, an mein stilles, stilles Tal, An die Heimat denk' ich allemal!
Text Authorship:
- by August Becker (1828 - 1891), no title, appears in Jung Friedel der Spielmann: ein lyrisch-episches Gedicht aus dem deutschen Volksleben des sechzehnten Jahrhunderts, in Spielmanns Wanderlieder, no. 4, first published 1854
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Malcolm Wren) , "Thoughts of home", copyright © 2005, (re)printed on this website with kind permission
Note: the text above is taken from lines 1-4,11-12,9-10,7-8,11-12 of the original text.
27. Abschied vom Walde
Ew'ge Quelle reinster Freuden, Mild vom Zauberlicht durchwallt, Lebe wohl, wir müssen scheiden, Lebe wohl, du schöner Wald! Freundlich in des Tages Schwüle Winkest du dem Müden zu, Und auf duft'gem Blumenpfühle Wiegst du ihn in süsse Ruh'. Schirme Gott dir deinen Frieden, Deine Schöne, grüner Wald! Wenn auch längst von dir geschieden, Denk' ich dein, du schöner Wald!
Text Authorship:
- by Johann Heinrich Julius Frauenstein (1815 - 1880)
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28. Morgenwanderung
Wie blitzt so hell im Morgenstrahl Und lacht mich an das grüne Thal, Und winkt mir durch's Gesträuch der Bach: Heraus, heraus! und wall mir nach! Heraus, heraus! durch Feld und Wald! Der Maien ist vorbei gar bald! Wie schmettern, horch! die Vögel all Und rufen mir mit Sang und Schall, Und winken in der blauen Luft Die Blüthenzweige voller Duft: Heraus, heraus! durch Feld und Wald! Der Maien ist vorbei gar bald! Grüß Gott, grüß Gott! da bin ich schon Und jauchze drein mit frischem Ton! Nur nicht so trotzig, wilder Bach! Was gilt's, was gilt's? ich komme nach! Ja sing dir zu vom Felsen bald, Daß weit es klingt durch Feld und Wald!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Morgenwanderung", appears in Liederbuch, in 1. Naturlieder, no. 71
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- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
29. In der Fremde
Dein gedenk' ich, heiss verlangend, Ferne Schweiz, mein Vaterland! All mein Sinnen frommt mir nicht, Denn trüb und bangend Weil' ich an dem fernen Strand. Dein gedenk' ich, wunderschöne, Wilde, stolze Alpenwelt! Und dann klingt es durch mein Herz Wie Glockentöne, Bis ein Tränlein heimlich fällt. Euer denk' ich, Grabeshügel, Kühl und reich an stillem Glück! Was das Leben? Lug und Trug! O hätt' ich Flügel! In mein Tal flög ich zurück!
30. Heimweh
Noch einmal dich wiederschauen Möcht' ich, trautes Heimathland Mit den segensreichen Auen Zwischen Bach und Bergeswand, Möcht' noch einmal mich ergehen Auf den waldbekränzten Höhen. Hätt' ich doch des Vogels Flügel Zu dem heimwehkranken Sinn, Über Seen, über Hügel Trüg' mich meine Sehnsucht hin, Bis ein Lied voll Heimathklänge Wieder mir zum Herzen dränge. Fand' ich dann noch Herzen offen, Die sich sehnten nach mir bang, Nichts mehr wünschen, nichts mehr hoffen Wollt' ich all mein Leben lang; Hör', o Himmel, hör' mein Flehen, Laß mich bald die Heimath sehen.
Text Authorship:
- by Max Leopold Moltke (1819 - 1894), "Eingelegt in Bäuerle's "Aline" für die Aufführung in Kronstadt", appears in Neuere Gedichte, in 2. Tag- und Nachtfalter
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31. Wanderlied
Mich lockt der Süd, mich lockt der Nord, Wo mag es schöner sein? Nur erst aus meinem Dörfchen fort, Frisch in die Welt hinein! Die Schwalbe zwitschert: Her, komm her! Die Wolken winken: komm’ Und ziehen fort zum fernen Meer Wohl über Berg und Strom. Drum, Mutter, pack mir's Ränzel glatt Und hol' den Wanderstab, Den mir der Vater, wandersmatt, Zum Angedenken gab. Schlag' dir das Grämen aus dem Sinn, Mach' mir das Herz nicht bang, Zwei Jährchen schwinden rasch dahin, Zwei Jährchen sind nicht lang. Ich lass' dich, Mutter, nicht allein Verlassen hier zurück, Die Hoffnung, die soll bei dir sein Mit ihrem Trostesblick. Der Frohsinn, dieser Springinsfeld, Der, Mutter, zieht mit mir Führt mich hinaus in fremde Welt Und bringt mich wieder dir.
32. Morgenlied
Die Sterne sind erblichen Mit ihrem gold'nen Schein. Bald ist die Nacht entwichen, Der Morgen dringt herein. Noch waltet tiefes Schweigen Im Thal und überall; Auf frischbethauten Zweigen Singt nur die Nachtigall. Sie singet Lob und Ehre Dem hohen Herrn der Welt, Der überm Land und Meere Die Hand des Segens hält. Er hat die Nacht vertrieben: Ihr Kindlein, fürchtet nichts, Stets kommt zu seinen Lieben Der Vater alles Lichts.
Text Authorship:
- by August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), "Morgenlied", written 1826, appears in Lyrische Gedichte, in Kinderleben, in Die vier Jahreszeiten, in 2. Der Sommer, no. 1
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
33. Sehnsucht nach dem Rhein
Wenn mich ereilt des Menschen Los, Zu ruhen in der Erde Schoss, Dann bringt den dunkeln Totenschrein In meine Heimat an den Rhein. Gewährt mir, was mein Herz begehrt: Begrabt mich nicht in fremder Erd', Räumt mir ein stilles Plätzchen ein In meiner Heimat dort am Rhein. Lasst tönen mir als letzter Sang Der teuren Heimat Glockenklang, Dann schlaf' ich sanft am grünen Rhein Und leicht wird mir die Erde sein.
34. Flieg' sanft dahin, mein leichter Nachen!
Lichtblaue Flut, die du beweglich
An blühende Gestade schlägst,
Und mich auf deinem Spiegel täglich
In leichtbeschwingtem Kahne trägst,
Gern seh' ich deine Ufer lachen
Und athme deine Kühlung ein --
Flieg' sanft dahin, mein leichter Nachen!
Die Luft ist klar, der Himmel rein.
Beschwingte Morgenwinde hauchen
Mein Segel an zu rascherm Lauf,
Vor meinem trunknen Auge tauchen
Stets neue, schön're Küsten auf.
Gemäuer krönt den Fels, den jachen,
Um sanfte Hügel laubt der Wein --
Flieg' sanft dahin, mein leichter Nachen!
Die Luft ist klar, der Himmel rein.
...
Und du, o Stadt im Prachtgeschmeide,
Wie schau' ich, Mutter, stolz dich an!
Dich haben mit dem reichsten Kleide
Natur und Freiheit angethan.
Mag über dir der Himmel wachen!
Dein Glück soll stets das meine sein. --
Flieg' sanft dahin, mein leichter Nachen!
Die Luft ist klar, der Himmel rein.
Text Authorship:
- Singable translation by Heinrich Leuthold (1827 - 1879), "Der Genfersee", appears in Fünf Bücher französischer Lyrik vom Zeitalter der Revolution bis auf unsere Tage in Übersetzungen von Emanuel Geibel und Heinrich Leuthold
Based on:
- a text in French (Français) by Jean Antoine Petit-Senn (1792 - 1870) [text unavailable]
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Note: the text above is taken from stanzas 1,2,4 of the original text.
35. Mütterleins letztes Wort
Ein teures Kleinod nenn' ich mein. Ich hab's von meinem Mütterlein. Es ist ihr letztes, letztes Scheidewort Und mahnt mich lächelnd fort und fort: "Bewahre nur in Leid und Lust Den Frieden in deiner Brust." Wenn schmeichelnd mich, geheim und still, Die Lust der Welt besiegen will, Es gibt mir dann Frieden, Ruh' und Glück Der Mutter letztes Wort zurück: "Bewahre nur in Leid und Lust Den Frieden in deiner Brust." Ob mir auch schwer das Schicksal grollt, Und mir versagt was ich gewollt, Es beugt mich nicht der herbste Schlag, So lang ich's noch im Herzen trag': "Bewahre nur in Leid und Lust Den Frieden in deiner Brust."
36. Ostern
Ostergeläut! Horch, Osterfreud! Winter vorbei, Bald naht der Mai, Blumen erstehn, Stürme verwehn. Winter ist todt, Fort ist die Noth! Christ ist erstanden frei von den Banden Halleluja! Ostern ist da! Freude und Lust Dring aus der Brust! Fröhliches Herz Schlag himmelwärts; Bring Preis und Dank, Winter war lang. Viel' holt der Tod -- In grosser Noth; Gott hat das Leben Uns noch gegeben, Halleluja! Ostern ist da! O Herr und Gott, Schützer in Noth! Du unser Trost, Wenn der Sturm tost, Gönn' uns die Freud: Ostergeläut! Dringt es ans Ohr, Ruft laut im Chor: Christ ist erstanden frei von den Banden Halleluja! Ostern ist da!
37. Vaterlandsgesang
Es lebt ein Gott! Die Stürme brausen, Die Eiche kracht im Wetterschein, Den Wandrer hüllet Nacht und Grausen, Er traut auf Gott und lächelt drein. Das Böse will sich frech gebahren, Das Heil'ge ward der Hölle Spott: -- Wir trotzen muthig den Gefahren, Im Glauben fest: "Es lebt ein Gott!" Frei ist der Mensch! Tyrannenketten Sind Fäden, die ein Hauch verweht, Wenn aus der Knechtschaft sich zu retten Im Sturm ein kühnes Volk ersteht. Der Kämpferbund ist fest beschworen, Den trennt nicht Macht, nicht List noch Tod. Das Licht wird aus der Nacht geboren, Aus Blut der Freiheit Morgenroth! Für's Vaterland! O süße Töne, Ihr heiligt Herz und Sinn und Mund. Für's Vaterland sind starke Söhne Ein hochgeweihter Heldenbund. Laßt lodern eure Flammenzeichen, Wenn brecht ihr, schlaue Feinde, los, Wir betten uns auf eure Leichen! -- Ein Grab in Vaterlandes Schoss!
Text Authorship:
- by Johann Christoph Biernatzki (1795 - 1840), "Vaterlandsgesang"
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38. Des Simmentalers Buben Heimweh
Als ich ein Hirtenbube noch war, Auf Simmenthals Alpen, so grün, juchhei, tralali, holihu! Mit krausen Haaren und Augen klar, Mocht' gern ich die Halden durchzieh'n, juchhei, tralali, holihu! Wie sangen im nahen, im duftigen Wald, Die Vöglein so lieblich,so schön! Bald Kukuksrufen und Amselschlag bald, Durchwoben mit Glockengetön. Dazu mein Jodeln: Juchhei, Juchhei, Juchhei, tralali holihu! Das war ein Singen, so frisch und so frei; Die Kühe, sie horchten mir zu, juchhei, tralali, holihu! Sie kannten die Stimme, sie kannten mein Lied, Es kannten's die Vöglein im Tann. -- O weh, daß ich fort aus dem Simmenthal schied, Aus der Alpen heimischem Bann! Schon längst ist die Zeit nun, die schöne vorbei, Verklungen der Vögelein Sang, juchhei, tralali, holihu! Verklungen mein Lied -- nur im lustigen Mai Des Lebens mein Jodeln erklang, juchhei, tralali, holihu! Und doch, noch hör' ich im Stillen -- zumal, Sehn' ich den Bergen mich zu -- Erklingen im Herzen, erklingen im Thal Mein alt Tralali holihu!
Text Authorship:
- by Samuel Haberstich (1821 - 1872), as Arthur Ritter, "Des Simmenthalers Buben Heimweh"
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39. Sonntagsfrühe!
Aus den Thälern hör' ich schallen Glockentöne, Festgesänge, Helle Sonnenblicke fallen Durch die dunklen Buchengänge; Himmel ist von Glanz umflossen, Heil'ger Friede rings ergossen. Durch die Felder still beglücket Wallen Pilger allerwegen; Frohen Kindern gleich geschmücket, Gehn dem Vater sie entgegen, Der auf goldner Saaten Wogen Segnend kommt durch's Land gezogen. Wie so still die Bäche gleiten, Wie so leicht die Blumen blinken! Und aus längst entschwund'nen Zeiten Zieht ein Grüßen her, ein Winken. Wie ein Kindlein muß ich fühlen, Wie ein Kindlein muß ich spielen
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Sonntagsfrühe", appears in Lieder vom Maler, in 1. Stimmungen und Gestalten, first published 1844
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40. Weihnachtslied
Vor Dir Du holdes Himmelskind, Dem Gottes Engel dienstbar sind, Fall' ich anbetend nieder -- Und freue mit Maria mich, Und preise mit den Engeln Dich, Und singe Jubellieder! Du, Du bist aller Menschen Heil; Dich lieben -- ist der beste Theil, Du Liebe ohne Gleichen! Zwar spricht noch Deine Lippe nicht, Doch sagt Dein mildes Angesicht Dem Armen wie dem Reichen: "O sei getrost in jeder Noth, Denn sieh', den liebsten Sohn hat Gott Zum Heiland dir gegeben! Auf Ihn vertrau' und fasse Muth, Was schlimm ist, macht Er wieder gut; Er liebt dich wie sein Leben." "Und kommt ein armes Kind in Noth Vor deine Thür', sag' nicht: Helf Gott! Wollst seiner dich erbarmen! Fühlst du für Gottes Liebe Dank, Laß liebreich es bei Speis' und Trank An deinem Herd' erwärmen."
Text Authorship:
- possibly by Christoph von Schmid (1768 - 1854), no title
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Note: The text is attributed to Wilhelm Ruess on the Kamm score.
41. Neujahrslied
Mit der Freude zieht der Schmerz
Traulich durch die Zeiten,
Schwere Stürme, milde Weste,
Bange Sorgen, frohe Feste
Wandeln sich zur Seiten.
Und wo manche Thräne fällt,
Blüht auch manche Rose,
Schon gemischt, noch eh' wir's bitten,
Ist für Thronen und für Hütten
Schmerz und Lust im Loose.
War's nicht so im alten Jahr?
Wird's im neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder,
Wolken geh'n und kommen wieder,
Und kein Mensch wird's wenden.
Gebe denn, der über uns
Wägt mit ernster Waage,
Jedem Sinn für seine Freuden,
Jedem Mut für seine Leiden,
In die neuen Tage.
...
Text Authorship:
- by Johann Peter Hebel (1760 - 1826), "Neujahrslied"
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Cançó d'any nou", copyright © 2023, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) (Lau Kanen) , "Nieuwjaarslied", copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Sharon Krebs) , "New Year's song", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Note: the text above is taken from stanzas 1-4 of the original text.
42. Die Braut
... Als ich am kühlen Seeesstrand In stiller Andacht lauschte, Wie über mir am Felsenrand Des Haines Schatten rauschte: Da sah ich Dich im Eichenkranz Auf morgenrothen Hügeln, Sah in der Sonne hellem Glanz Dein Bild im Strome spiegeln. ... Mein Vaterland, Du bist die Braut, So herrlich anzuschauen! Dir bin ich ewig angetraut In Lust und Todesgrauen. ... Und dort am kühlen Seeesstrand Erschienst Du mir auf's Neue, Da schwör' ich Dir mit Herz und Hand Den Schwur der ew'gen Treue. Dir bleib ich nah, Dir bleib ich fern Unwandelbar ergeben, Dir leb ich ganz, Dir sterb ich gern, Dir dank ich ja das Leben. Dir dank ich einst, mein Vaterland, Wenn Freiheitsflammen werben, Den süßen Tod am freien Strand In Deinem Arm zu sterben.
Text Authorship:
- by Johann Christoph Biernatzki (1795 - 1840), "Die Braut"
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Note: the text above is taken from stanzas 2,3,5,7-9 of the original text.
43. Gottes schöne Welt
Wie ist doch die Erde so schön, so schön! Das wissen die Vögelein: Sie heben ihr leicht' Gefieder, Und singen so fröhliche Lieder In den blauen Himmel hinein. Wie ist doch die Erde so schön, so schön! Das wissen die Flüss' und Seen: Sie malen im klaren Spiegel Die Gärten und Städt' und Hügel, Und die Wolken, die drüber geh'n! Und Sänger und Maler, die wissen es, Und es wissen's viel and're Leut'! Und wer's nicht malt, der singt es, Und wer's nicht singt, dem klingt es In dem Herzen vor lauter Freud'!
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), no title, appears in Lieder vom Maler, in 2. Frühling und Liebe, first published 1844
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2014, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Leonard J[ordan] Lehrman) , "How beautiful the earth is!", copyright © 1996, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English [singable] (Addie Funk) , "How lovely the earth"
- ENG English [singable] (C. Hugo Laubach)
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2022, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Ô gué !", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
- SPA Spanish (Español) (Alfonso Sebastián) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
44. Lenz
Horch, hörest du nicht, wie der Märzwind hinbraust, Vom Berge das Wasser des Gießbaches saust? Die Sonne des Frühlings ist wieder erwacht, Der Lenz stürmt herein mit jungfrischer Macht Und jaget hinaus den frostigen Feind: "Mein Herz, thu' dich auf, daß die Sonne drein scheint!" Nun lasse den Gram und die Sorgen entflieh'n, Wenn kosende Lüfte des Frühlings einzieh'n! Wie schmilzt vor dem sonnigen Hauche der Schnee, So wehen sie weg all' mein Sehnen und Weh' Und bringen den Frieden, mit Lust froh vereint: "Du hast ja genug jetzt geklagt und geweint!” Besieget der Frühling den Winter denn nicht, Mit rosigem Scheine, mit strahlendem Licht? -- Und wie er ein wonniges Leben entfacht -- So schau' doch der Fluren bezaubernde Pracht, Und immer erweckt er, und nimmer er ruht: "Faß wiederum Mut o du jungfrisches Blut!" O lausche dem Vogelsang hoch in der Luft, O atme der Blüten berauschenden Duft; Der Lenzschein hat wieder die Erde verjüngt, Ohn' Ende es jubelt und schwirret und singt Und öffnet sich jauchzend der wärmenden Glut: "Mein Herz, thu' dich auf, denn die Sonne meint's gut."
45. Rückerinnerung
Es steht eine mächtige Linde, Wie ragen die Äste so weit: Und all' ihre Blätter, sie flüstern Von der alten, schönen Zeit. Es rauschet dabei eine Quelle, Vor grauen Jahren geweiht, Und all' ihre Wellen, sie rauschen Von der alten, schönen Zeit. Der Hoffnung fröhliche Bilder Sind immer in meinem Geleit, So will ich hier ruhen und träumen Von der alten, schönen Zeit.
46. Morgenlied auf dem Berge
Die Sonn' hat mich gewecket Mit ihrem ersten Strahl, Von Nebel überdecket Liegt noch das weite Thal. Wachet auf, wachet auf! Frühling ist draußen, In sprudelndem Lauf Die Bäche brausen! Wachet auf! Wachet auf! Und thürmten die Wolken sich ohne Zahl, Der Nebel zerreißt vor der Sonne Strahl! Wachet auf! Wachet auf! Frühling ist draußen! Wachet auf! Wachet auf! Die ihr da unten träumet, Verschlaft die Stunde nicht, Die Welt steht schon umsäumet Vom freien Morgenlicht. Wachet auf! Wachet auf! Frühling ist draußen! In sprudelndem Lauf Die Bäche brausen! Wachet auf! Wachet auf! Wer das junge, das blühende Leben veracht', Vermodre im Dunkel der alten Nacht! Wachet auf! Wachet auf! Frühling ist draußen! Wachet auf! Wachet auf!
Text Authorship:
- by Otto Roquette (1824 - 1896), no title, appears in Waldmeisters Brautfahrt: ein Rhein-, Wein- und Wandermärchen, in 5. Prinzessin Rebenblüthe
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47. Alpenleben
Dort hoch auf den Alpen da ist meine Welt,
Da wo's mir am besten auf Erden gefällt:
Da duften die Kräuter, da murmelt der Quell,
Da klingen die Glöcklein so lustig und hell,
Holihiaoh, johoh!
Da schau' ich die Dörfer in Nebel und Rauch,
Und athme der Bergluft erquickenden Hauch;
Da weiß ich von keinem Gelärm' und Geschrei,
Da spiel' ich 'nen Ländler auf meiner Schalmei,
Holihiaoh, johoh!
Und treibt mich der Winter hinunter ins Thal,
Dann denk' ich: der Sommer kommt wieder einmal!
Der Sommer der bringt mir die Alpen zurück:
Da droben ist Alles, mein Leben, mein Glück,
Holihiaoh, johoh!
Text Authorship:
- by August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), "Der Alpenhirt", written 1848, appears in Kinderlieder
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- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
48. Herbstlied
Des Herbstes Fäden weben Durch's Feld wie weisser Duft, Die muntern Schwalben schweben In hehrer, blauer Luft, Sie üben dei Flügel zur fröhlichen Reise, Denn über die Hügel, da säuselt es leise: "Lieb' Vöglein mein, lieb' Vöglein mein, Der Winter zieht ins Land herein." Die Heerden von der Weide Geh'n heim zur Winterruh', Die Blümlein auf der Haide Tun ihre Äuglein zu, Es wehen und steicheln die spielenden Winde, Und wiegen und schmeicheln und küssen sie linde: "Lieb' Blümlein mein, lieb' Blümlein mein, Der böse Winter kommt, schlaft ein."
49. Neuer Frühling
Neuer Frühling ist gekommen, Neues Laub und Sonnenschein, Jedes Ohr hat ihn vernommen, Jedes Auge saugt ihn ein. Und das ist ein Blühn und Sprießen, Waldesduften, Quellenfließen, Und die Brust wird wieder weit, Frühling, Frühling, goldne Zeit! Von dem Felsen in die Weite Fliege hin, mein Frühlingssang, Über Ströme und Gebreite, Durch Gebirg und Blüthenhang! Darf nicht wandern, muß ja bleiben, Ob's mich ziehn auch will und treiben, Doch so weit der Himmel blaut Singen, singen will ich laut! Wie die Welt auch wechselnd gehe, Wie das Schicksal auch mich treibt, Komme Glück und komme Wehe, Fest doch weiß ich was mir bleibt: Fester Mut der freien Seele Und die freudge Liederkehle, Lebenslust und Lebensdrang, Goldnes Leben im Gesang!
Text Authorship:
- by Otto Roquette (1824 - 1896), "Neuer Frühling", appears in Jugendlieder
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- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Note: in many older editions, the spelling of the capitalized word "über" becomes "Ueber", but this is often due to the printing process and not to rules of orthography; so since the lower-case version is not "ueber", we use "Über".
50. Zu Strassburg auf der langen Brück'
Zu Straßburg auf der langen Brück', Da stand ich eines Tag's, Nach Süden wandt' ich meinen Blick, In grauem Nebel lag's. Da dacht' ich mir: dahinter liegt, In wunderbarem Reiz Mit seinen Alpen, seinen Höh'n, Dein Heimatland – die Schweiz. Und wie ich's dachte, wie ich's sann, Da zog ein Knab' vorbei, Der blies in's traute Alpenhorn Der Heimat Melodei. Da ward mir's kalt, da ward mir's warm, Rasch sprang ich in die Flut. Den Rhein hinauf mit starkem Arm Schwamm ich mit frischem Muth. O hätt' mich nicht der Sergeant geseh'n, da hätt' es keine Noth. Jetzt haben sie mich eingebracht, Und schießen heut' mich todt. O liebe Herren, glaubt mir dieß, Mich zog ein süßer Ton: Der Knabe, der das Alphorn blies, Der trägt die Schuld davon. Nun führt hinaus mich vor das Thor Und meßt die fünfzehn Schritt'! Und schießet wacker -- doch zuvor Gewährt mir eine Bitt': Blas't mir das Alphorn noch ein Mal, In wunderbarem Reiz, Und dann grüßt mir viel tausendmal Mein Heimatland, die Schweiz.
Text Authorship:
- by Salomon Hermann, Ritter von Mosenthal (1821 - 1877), "Der Deserteur", subtitle: "Nach einem altdeutschen Volksliede"
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51. Im Walde
Wie herrlich klingt ein frisches Lied In stillen Waldesräumen, Wenn rings umher es grünt und blüht In Sträuchern und in Bäumen. Wie blau der Himmel, lau die Luft, Wie heiter lacht die Sonne, Und tausendfacher Blütenduft Erfüllt das Herz mit Wonne! Wie herrlich klingt ein frisches Lied im schönen, grünen Wald! Dann kommen all' die Vögelein Herbei mit leichten Schwingen, Um ihre lust'gen Melodei'n Laut jubelnd drein zu singen. Es neigt der Baum sein grünes Dach Mit heimlich sanftem Rauschen, Und gleich den Bäumen an dem Bach, Möcht' er den Liedern lauschen! Wie herrlich klingt ein frisches Lied im schönen, grünen Wald! Fürwahr, ein frischer, froher Sang An waldumkränzter Quelle Ertönt wie ferner Glockenklang Aus stiller Waldkapelle. Mit Andacht füllet sich die Brust, Das Herz möcht' fast zerspringen: O wunderselig ist die Lust, Im grünen Wald zu singen! Wie herrlich klingt ein frisches Lied im schönen, grünen Wald!
Text Authorship:
- possibly by August Ferdinand Meyer (1811 - 1894)
- possibly by Josef Seiler (1823 - 1877)
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Note: All of the Heim footnotes apply only to his setting for Männerchor (men's chorus).
52. Auf den Alpen
Der Frühling ist auferstanden, Hoch steh' ich über den Landen; Ob mir die Kuppen von Eise, Hier zackige Felsenfluh, Und unten blühen die Matten; Die Senn'rin ruht am Schatten, Sie singt eine Hirtenweise Und jauchzt und jodelt dazu. O könnt' ich in diesen Gauen Mir eine Hütte bauen! Nach Lorbeer und nach Palmen Ging' nimmer mein Begehr; Die Sehnsucht nach dem Süden Begrüb' ich in diesem Frieden; O daß ich auf diesen Almen Ein froher Hirte wär! Thalwärts die Schritte lenk' ich, An Lenz und Liebe denk' ich; Mein Herz ist fast gebrochen Vor Wonne und Frühlingslust; Es fallen die Blütenflocken, Es läuten die Herdenglocken Und werdende Lieder pochen An meine junge Brust.
Text Authorship:
- by Heinrich Leuthold (1827 - 1879), "Auf den Alpen", written 1850, appears in Gedichte, in 4. Vaterländische Gedichte
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53. Die Jungfrau am Rhein
Es winkt vom Felsenriffe Im thaugewobnen Kleide, Nur Thränen als Geschmeide Ein weißer Arm herbei; Und gleich dem Ton der Harfe Ergießt des Herzens Wunde Sich aus dem schönen Munde Der schönen Lorelei. ... Die Rebenhügel lauschen, Des holden Klanges trunken Es ziehn wie Mondesfunken Glühwürmchen aus und ein; Der Nachtwind athmet milder, Und zu des Stromes Rollen Erklingts in seelenvollen Accorden über'm Rhein: ...
Text Authorship:
- by Adolf Böttger (1815 - 1870), "Die Jungfrau am Rhein", appears in Gedichte, in Vermischte Gedichte
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Note: the text above is taken from stanzas 1,3,8 of the original text.
Note to stanza 3, line 8: When Kamm repeats the line it reads "Akkorden weit über'm grünen Rhein".
54. Das Horn zu Ronceval
Das war ein tüchtig Streiten
Zu Ronceval im Thal!
Es troff auf beiden Seiten
Von Blut der scharfe Stahl.
Von Heid' und Christenrittern
Sah man der Wunder viel;
Das war ein Lanzensplittern,
Ein lustig Würfelspiel!
Vor Allen aber Einer
Warf stets den besten Pasch,
Dem widerstand wohl Keiner,
Der hieb so tief als rasch;
Der strich die Eisenfiedel
Auf blanker Helme Kranz,
Und sang ein munter Liedel
Vom Rhein und seinem Glanz.
Das war des Kaisers Vetter,
Der starke Held Roland!
Der schrieb im Kampfgeschmetter
Die leserlichste Hand.
Der ließ die Klinge kreisen,
Als wär's ein Becher Wein,
Und rief: "Sonst trink ich Weißen,
Heut' schenk' ich Rothen ein.
...
Als Keiner mehr von Allen,
So Christ, als Heide stand,
Dann erst ist er gefallen,
Der starke Held Roland!
Am Schwert die müde Rechte,
Bepurpurt Helm und Schild;
Der erste im Gefechte,
Der letzte im Gefild.
Doch eh' der Tod, so blutig,
Ihn gänzlich übermannt,
Greift er noch totesmuthig
Sein Horn, den Olifant:
"Den besten Gruß, mein Kaiser,
Dir noch mit diesem Schall!"
Und leis verklingt und leiser
Das Horn zu Ronceval.
Text Authorship:
- by Feodor Franz Ludwig Löwe (1816 - 1890), "Das Horn zu Ronceval", appears in Gedichte, in Gestalten
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Note: the text above is taken from stanzas 1-3,7,8 of the original text.
55. Der Herdenreihen
Singt, Schweizer, in der Fremde nie Des Herdenreihens Melodie, Sie weckt ein tiefes Sehnen; Viel Lust und Schmerz Durchbebt das Herz Bei den geliebten Tönen: Alu, alu, aluihu. ... Gescheh'n ist's um den Alpensohn. Denn bei der Heimath Zauberton Erwacht des Heimweh's Sehnen. Es bricht vor Schmerz Ihm schier das Herz, Das Auge schwimmt in Thränen. Alu, alu, aluihu. O wär' er doch im Alpenland, Wo an der Felsen steilem Rand Die Herden friedlich weiden. Am blauen See Auf Gletscherschnee -- Dort blühen seine Freuden. Alu, alu, aluihu. ...
Text Authorship:
- by (Hans) Thomas Bornhauser (1799 - 1856), "Der Herdenreihen"
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Note: the text above is taken from stanzas 1,6,7 of the original text.
56. Vorfrühling
Kaum hat sich der Winter fortgemacht, Da kommt schon der Lenz genaht über Nacht. Er guckt wie verstohlen auf Flur und Wald Und hüllt sich in heimliche Schmeichelgestalt Und sagt und fragt: darf ich kommen? Er nimmt als Gewand das Sonnenlicht, Das dort aus dem Dunkel herniederbricht; Er birgt sich im hellen Quellenchor, Der springt aus dem Schnee der Berge hervor, Und sagt und fragt: darf ich kommen? Er schmiegt sich hinein in den sanften Hauch, Der lockt zu quellen die Knosp' am Strauch; Er springt gar selber in's Knospenhaus Und lacht aus den quellenden Blättern heraus Und sagt und fragt: darf ich kommen? Und wie er die Lerch' in der Höhe entdeckt, Da hat er sich gleich in ihr Liedlein versteckt, Und wie mir das Lied in die Seele dringt, Merk' ich, wie er mit in die Seele spricht Und sagt und fragt: darf ich kommen?
Text Authorship:
- by Hermann Hölty (1828 - 1897), "Vorfrühling", appears in Vorfrühling, no. 1, appears in Bilder und Balladen
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Note: The title of the poem is only found in the Bilder und Ballenden publication.
57. Am Grabe
Stilles Grab, Nimm die Thränen ab! Aller Augen müssen weinen, Alles Volk nennt ihn den Seinen! Laßt die dumpfen Schollen dröhnen, Unsrer Sehnsucht Lieder tönen Neben Gruft und Moder hin, Wenn der Hoffnung Sterne ziehn Uns im Schmerz Zu Dir, theures Herz! Stilles Grab! Bricht ein gold'ner Stab: Seht die Blüten, die dran hangen, Seht die frischen Früchte prangen! Herrlich grünen sie durchs Leben, Um den reichen Kranz zu weben, Der der Heimat Söhne schmückt, Dass im Licht sie hoch beglückt, Dienend Herz und Hand Weih'n dem Vaterland! ... Stilles Grab! Was der Tod dir gab, Ist des Schatzes blasse Scherbe -- O uns fiel ein andres Erbe! Das wirst du uns nie verschlingen, Mächtig nimmt es uns auf Schwingen! Das ist Strahl der Geisterwelt Glanz in unserm Wanderzelt, Wenn durch Kampf und Nacht Wird der Weg gemacht! ... Vaterland! O mein Schweizerland! Laß der Helden Hülle sinken, Ihre freien Geister winken Dir an jeder Gruft der Sorgen Zu der Auferstehung Morgen! Vaterland, mein Vaterland! Von der Alp zum Stromesstrand!
Text Authorship:
- by B. Freuler , no title
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Note: the text above is taken from stanzas 1,3,5 of the original text.
58. Grablied
Aus der Tiefe uns'res Herzens Mit der vollen Macht des Schmerzens Rufen wir zu Dir, o Herr! Keine Jugend, keine Tugend, Keine Blüthe, keine Güte Bietet vor dem Tod Gewähr.
Text Authorship:
- by Carl Georg Jakob Sailer (1817 - 1870), no title, appears in Die Grafen von Toggenburg
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
59. Abendlied
Von fernen Thürmen zu süßer Rast
Die Abendglocken klingen.
Bald schlummern Vöglein auf dem Ast,
Die Köpfchen unter den Schwingen.
Nun sammelt friedlich sich das Haus,
Wie des Waldes stille Gemeine;
Im Zwielicht sitzt nur, wer durchaus
Nichts lieber hat, alleine.
Und bald entrollt die stille Nacht
Den Schattenflor am Himmel,
Und wer am meisten verlassen wacht,
Blickt auf zum Sterngewimmel.
Da scheint's herab vom Himmelsdach
Mit Augen, ewigklaren;
Der liebe große Gott zählt nach
Alsdann seiner Wesen Schaaren.
...
Welch' Kind dann hülffos, traurig weint,
Gott Vater will's bewahren,
Zur Erde sendet der treue Freund
Die helfenden Engelschaaren.
Die breiten aus die Flügel mit Macht,
Zur schlummernden Welt zu fliegen;
Er selber wacht die ganze Nacht
An seiner Schöpfung Wiegen.
Text Authorship:
- by Peter Johann Willatzen (1824 - 1898), "Abendlied", appears in Nordlandsharfe, in Aus Dänemark
Based on:
- a text in German (Deutsch) by Bernhardt Severin Ingemann (1789 - 1862)
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Note: the text above is taken from stanzas 1,2,4 of the original text.
60. Wie bist du schön, mein Heimatland!
Wie bist du schön mein Heimatland,
Mit deinen sonnbeglänzten Auen,
Mit deiner Hügel blauem Band,
So sagenprächtig anzuschauen,
Mit deinen Frauen, minnig schön,
Mit deinen Männern, stramm wie Eichen
Mit deinen Gärten, deinen Höh'n –
Was kann, du schönes Land, dir Gleichen?
Ob ich am Ebrostrand
Traumhaft verloren stand;
Ob ich zu Gletscherhöh'n
Sehnsuchtsvoll aufgesehn
Und durch Italiens Flur
Suchte der Schönheit Spur --
Wie dich, mein Heimatland so schön,
So schön hab ich noch kein's gesehn.
...
Und wenn verklungen Lied und Preis,
Die Thränen mir im Auge stehen.
Mir ist -- ich falt' die Hände leis' --
Als müsst ich für dich beten gehen:
"O Herr der Welten, schütze du
Mein Heimatland, die heil'ge Erde
Lass dort mich betten einst zur Ruh,
Auf dass die Erde leicht mir werde."
Und von des Ebro Strand,
Wo ich einst träumend stand,
Bis zu der Gletscher Höh'n
Soll es wie Echo gehn
Hin durch Italiens Flur
Klingen wie Beten nur: --
Wie bist du, Heimatland, so schön, -- --
Ja, dort möcht' ich zur Ruhe gehn!
Text Authorship:
- by Rosa Barach (1841 - 1913), "Mein Heimatland"
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Note: the text above is taken from stanzas 1,3 of the original text.
61. O Land meiner Väter, wie lieblich bist du!
Ihr Berge der Heimath Mit ewigem Schnee, Ihr blühenden Dörfer Am heimischen See, Ihr Zeugen der Jugend, Ich rufe euch zu: O, Land meiner Väter, Wie lieblich bist Du! Das Alphorn der Heimath, Wie tönt es so hell, Es silbert melodisch Vom Felsen der Quell, Es jodelt der Senne Auf Matten und Fluh: O, Land meiner Väter, Wie lieblich bist Du! O, Heimath, Du süße, Möcht' wieder Dich seh'n, Die grünenden Auen Und lachenden Seen; Da fände ich Frieden, Da fände ich Ruh': O, Land meiner Väter, Wie lieblich bist Du! Das Weh, das allmählich Das Herze mir bricht, Die Menschen, die fremden, Begreifen es nicht. O, lasset mich singen Und weinen dazu: O, Land meiner Väter, Wie lieblich bist Du!
Text Authorship:
- by Heinrich Leuthold (1827 - 1879), "In der Fremde"
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62. Die versunkene Stadt
Fernher tönte Cicadensang, Winde und Wellen ruhten, Selten ein silbern Fischlein sprang Über die schweigenden Fluthen. Glimmende Funken der Sonnenball Über das Meer verstreute. -- Horch, da drang aus der Tiefe ein Schall Leise wie Glockengeläute: Kling, klang, kling, klang, Versunken, versunken, wie lang, wie lang! Liegt eine Stadt Jahrhunderte lang Bergetief unter den Wogen. Muscheln, Korallen und schlüpfriger Tang Haben die Mauern umzogen. Zinnen und Thürme streben empor Hoch auf dem sandigen Grunde. Selten gibt leiser Glockenchor Von der Verschollenen Kunde. Kling, klang, kling, klang, Versunken, versunken, wie lang, wie lang! Ruhend unter dem Segeldach Lauscht' ich dem Ton aus den Tiefen. Alte Märchen rief er mir wach, Die in der Seele schliefen. Was mir gesungen der Ahnen Mund Abends bei Spindel und Rocken, Klang mir jetzt aus des Herzens Grund Leis wie versunkene Glocken. Kling, klang, kling, klang, Verklungen, verklungen, wie lang, wie lang!
Text Authorship:
- by Rudolph Baumbach (1840 - 1905), "Die versunkene Stadt ", appears in Von der Landstrasse. Lieder., Leipzig: A. G. Liebeskind, first published 1882
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63. Am Grabe
Er war uns treu ergeben In Freude und in Schmerz , Er barg ein schönes Leben In seinem treuen Herz. In Frühlings schönster Blüte Hat ihn geknickt der Sturm, Treu innigem Gemüte Nagt an der Brust der Wurm. So vieles liess er hoffen, Es lacht' die Welt so schön, Nun hat der Pfeil getroffen, Die Kraft versengt der Föhn. Schlaf wohl in kühler Erde, Du gingst in Frieden hin, Erfuhrst nicht die Beschwerden In Sommers wildem Glüh'n. Von Blüten reich umgeben Schliefst du, die Blüte, ein, Zum reichen, wahren Leben In unsrer Väter Reih'n. Wir aber treu dir schenken Treu' Liebe auch in's Grab, Als innigstes Gedenken, Dann winkt's auch uns hinab. So ruhe süss in Frieden, Da uns das Leben lacht, Doch jenseits wie hienieden Eint uns des Geistes Macht.
64. Le serment des trois Suisses
Ils étaient là tous trois ! A travers les nuages,
La lune révélait sur leurs mâles visages
D'un héroïque espoir les présages vainqueurs :
Sous leurs habits grossiers battaient de nobles cœurs.
Un serment généreux sort de ces bouches pures,
Et l écho menaçant par l écho répété,
Redit de monts en monts, avec de sourds murmures :
Liberté ! liberté !
On l'entendra ce nom que la Suisse réclame,
Comme un céleste accord retentir d'âme en âme ;
Et déjà, descendu de ces sommets déserts,
Puissant, mystérieux il plane dans les airs :
A toute heure, en secret, du peuple qu'on opprime
Un pouvoir inconnu ranimant la fierté,
Dit au cœur assez fort pour ce fardeau sublime :
Liberté ! liberté !
...
Liberté, c'est ton jour, ce sol est ton empire
Là, nulle ambition sous tes traits ne conspire :
D'un peuple pauvre et fier toi seule armes les mains ;
Sur ces pics sourcilleux, vierges de pas humains,
L'aigle au vol indompté semble te rendre hommage,
Le bleu miroir des lacs réfléchir ta beauté,
Et le bruit des torrens dire à l écho sauvage :
Liberté ! liberté !
Héritier de ces biens, toi qui les abandonnes,
Et soutiens à prix d'or les lointaines couronnes,
D'où vient qu'aux premiers sons d'un air mélodieux,
J'ai vu des pleurs furtifs s'échapper de tes yeux ?
Sans doute en l'écoutant tu rêvais ta patrie,
Et des vallons natals l'agreste majesté ;
Sans doute il murmurait à ton âme attendrie :
Liberté ! liberté !
Text Authorship:
- by Sabine-Casimire-Amable Tastu (1795 - 1885), "Le serment des trois Suisses"
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Note: the text above is taken from stanzas 1,2,5,6 of the original text.
64. Rütlischwur
Dort standen sie, die Drei! Es trat aus seiner Wolke
Der Mond und überschien die Männer aus dem Volke,
Gesichter mannhaft, kühn und wie geformt aus Erz;
Das Wamms war schlicht und grob, doch edel schlug das Herz.
Ein lauter heil'ger Schwur kam von den reinen Lippen;
Der Hall verkündigte dem Hall den Ruf der Drei,
Und drohend scholl es nach von Fels zu Felsenklippen:
Frei wie die Väter, frei!
Lang wird das Losungswort der kühnen Alpensöhne
Im Schooß der Menschheit noch nachschüttern mit Gedröhne;
Schon stieg vom Hochgebirg ein allgewalt'ger Geist,
Der ungesehen wirkt und in die Zukunft weist.
Er mahnt was unterjocht an die verlorne Würde
Und spricht verheißungsvoll von einem Völkermai
Zu Seelen, stark genug für die erhab'ne Bürde:
Frei wie die Schweizer, frei!
...
Freiheit, dein Tag brach an! Dies Land gehört dein eigen.
Hier wird kein Ehrgeiz sich in deiner Maske zeigen;
Ein Volk, das arm und stolz, beflügelst du zur That.
Hier kreis't um's Eisgefild, das noch kein Mensch betrat,
Dir huldigend der Aar; du spiegelst in den Buchten
Der See'n dein schönes Bild, und durch die Wüstenei
Granit'ner Felsen jauchzt der Gießbach in die Schluchten
Frei sind wir, ewig frei!
Du aber, der du heut die angestammten Güter
Aufgiebst und dich verkaufst als fremder Kronen Hüter,
Wie kommt's, daß eines Lieds geheimnißvoller Reiz
Dich bis zu Thränen rührt, du rauher Sohn der Schweiz?
Das ist des Heimwehs Macht, du siehst die Apen glühen,
Die Heerden heimwärts ziehn zur trauten Sennerei . . . . .
Sehnsüchtig aber tönt das Aphorn von den Flühen:
Frei wie die Heimat, frei!
Text Authorship:
- Singable translation by Heinrich Leuthold (1827 - 1879), "Der Grütlischwur"
Based on:
- a text in French (Français) by Sabine-Casimire-Amable Tastu (1795 - 1885), "Le serment des trois Suisses"
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Note: the text above is taken from stanzas 1,2,5,6 of the original text.
65. Heimkehr
Es war ein Knabe gezogen
Wohl in die Welt hinaus,
Und ob ihm sein Schatz gewogen,
Das Glück, das Glück war aus.
Er wanderte weit
In Sommerzeit
Wenn am Walde die Rosen blühn.
...
Das Mägdlein barg seine Klagen
Im stillen Kämmerlein,
Und durfte sie's Keinem sagen,
Sie hoffte jahraus, jahrein.
Sah über die Haid'
In Sommerzeit,
Wenn am Walde die Rosen blühn.
Es kam ein Reiter geflogen,
Seine Locken wehten im Wind:
Und bist du mir noch gewogen,
Herzallerliebstes Kind?
Vergiß das Leid
In Sommerzeit,
Wenn am Walde, die Rosen blühn!
Er hielt sie in seinen Armen,
Ihr Herz in Wonne schlug,
Und hatte die Welt nicht Erbarmen,
Die Liebe war stark genug!
Und da lachten sie Beid'
Wie die Sommerzeit,
Wenn am Walde die Rosen blühn!
Text Authorship:
- by Otto Roquette (1824 - 1896), no title, appears in Hans Haidekuckuck, in 7. Die Nachbarsgärten, Berlin: Verlag von Heinrich Schindler, first published 1855
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Note: the text above is taken from stanzas 1,3-5 of the original text.
66. Seligster Traum
Wogender, grüner Rhein, Grüß mir das Häuschen fein! Grüß mir die Tannen stolz Droben im dunkeln Holz! Wo am frohsten noch immer die Welle dir schäumt, Da hab' ich den seligsten Traum einst geträumt! Wogender, grüner Rhein, Grüß mir die Blüthen fein! Grüß mir den zarten Flaum Drunten am Weidenbaum! Wo am frohsten noch immer die Welle dir schäumt, Da hab' ich den seligsten Traum einst geträumt! Wogender, grüner Rhein, Grüß mir den Mondenschein! Laß in den Fluthen klar Schimmern ihn wunderbar! Wo am frohsten noch immer die Welle dir schäumt, Da hab' ich den seligsten Traum einst geträumt!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Seligster Traum", appears in Neue Lieder, in Erstes Buch, no. 124
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67. Meine Mutter hat's gewollt!
Meine Mutter hat's gewollt, Den andern ich nehmen sollt'; Was ich zuvor besessen, Mein Herz sollt' es vergessen; Das hat es nicht gewollt. Meine Mutter klag' ich an, Sie hat nicht wohlgetan; Was sonst in Ehren stünde, Nun ist es worden Sünde. Was fang ich an? Für all' mein Stolz und Freud' Gewonnen hab' ich Leid. Ach, wär' das nicht geschehen, Ach, könnt' ich betteln gehen Über die braune Haid'!
Text Authorship:
- by Theodor Storm (1817 - 1888), "Elisabeth", appears in Immensee, in Meine Mutter hat's gewollt
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2024, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Margarete Münsterberg) , "Elisabeth's Song (From "Immensee")", appears in A Harvest of German Verse, first published 1916
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
68. Lied im Mai
Ha, die Schwalbe wieder da, Jubilirend fern und nah; Bald am blauen Himmelssaum Bald um trauter Hütten Raum. Hei, juchhei! Jauchzt dem Mai! Erd' und Himmel wieder neu! O, wie herrlich doch die Welt, Grünen Wald und Au und Feld; Prangen blühend Berg und Tal, Singen Vöglein überall. Hei, juchhei! Jauchzt dem Mai! Erd' und Himmel wieder neu! Erd' und Himmel wieder schön, Erd' und Himmel noch so schön, Macht der Mai die Herzen weich, So die Welt zum Himmelreich. O, es sei! Stimmet bei! Auch die Liebe blühe neu!
69. Die Lotsentochter
Sie konnt' die Nacht nicht schlafen, Es ging die See so wild und graus, Die ganze Nacht nicht schlafen, Er war zum Fischen aus. "Mein Vater lass' mich rudern, Die See geht heut' so grausig gar, Mein Vater, lass' mich rudern, Dem Fischer droht Gefahr. Der Morgen graut im Osten, Die See hört sich so grausig an, Was treibt daher von ferne? Ein umgeschlag'ner Kahn! "Der Liebste mir verloren! O Vater, sieh' mein Leid, mein Weh, So lass' mich bei ihm ruhen, In tiefer, kühler See!"
70. Im Maien, am Reihen
Herzlich tut mich erfreuen Die fröhlich selige Sommerzeit, All mein Geblüt erneuen, Der Mai in Wonne freut, Die Lerch thut sich erschwingen Mit ihrem hellen Schall, Im Maien am Reihen, Im Maien sich freuen Alle Knaben und Mägdelein! Der Kukuk mit seinem Schreien Macht fröhlich jedermann, Des Abends fröhlich reihen Die Mädlein wohlgethan, Spazieren zu den Brunnen, Bekränzen sie zur Zeit, Im Maien am Reihen, Im Maien sich freuen Alle Knaben und Mägdelein! ... Des Morgens in dem Thaue Die Mädlein grasen gehn, Gar lieblich sich anschauen, Bei schönen Blümlein stehn, Daraus sie Kränzlein winden Und schenken's ihrem Schatz, Im Maien am Reihen, Im Maien sich freuen Alle Knaben und Mägdelein! Es grünet in dem Walde, Die Blumen blühen, blühen frei, Die Röslein auf dem Felde Von Farben mancherlei, Darum lob ich den Sommer, Dazu den Maien gut. Im Maien am Reihen, Im Maien sich freuen Alle Knaben und Mägdelein! ...
Text Authorship:
- from Volkslieder (Folksongs) , "Frühlingsblumen", appears in Des Knaben Wunderhorn
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Amy Pfrimmer) , copyright © 2019, (re)printed on this website with kind permission
Note: the text above is taken from stanzas 1,2,6,3 of the original text.
71. Am Waldesrande
Ich hab' mich hier und dort gebückt, Ich hab' im ganzen Wald gepflückt; Ich trage beide Hände voll Und weiß wohl, wem ich geben soll Die liebe Maienblumen. Der Amselschlag, der Sonnenschein, Das Quellenrauschen sind nicht mein; Ich hab' ein jugendfrisches Blut, Ein still verborgen Liebesglut, Das ist mir wohl zu eigen. Ich möcht ein wilder Falke sein, So flög' ich über's Gebirg herein, Ich schwebte vor des Liebsten Thür Und rief: mein Liebster tritt herfür, Dein wilder Falk ist kommen. Und böt ich ihm die Blumen dar, So gäb' er mir sein gold-blond Haar, Er gäb' mir freudig Seel' und Leib', Mein treuer Schatz, mein liebstes Weib Nun bist du ganz mein Eigen!
Text Authorship:
- from Volkslieder (Folksongs) , as Folk songs, "Am Waldesrande"
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72. Rêverie
Ici-bas tous les lilas meurent,
Tous les chants des oiseaux sont courts,
Je rêve aux étés qui demeurent
Toujours...
Ici-bas les lèvres effleurent
Sans rien laisser de leur velours,
Je rêve aux baisers qui demeurent
Toujours...
Ici-bas, tous les hommes pleurent
Leurs amitiés ou leurs amours ;
Je rêve aux couples qui demeurent
Toujours...
Text Authorship:
- by René-François Sully-Prudhomme (1839 - 1907), "Ici-bas tous les lilas meurent", appears in Stances et Poèmes, in 1. Stances, in La Vie intérieure, Paris, Éd. Alphonse Lemerre, first published 1866
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2023, (re)printed on this website with kind permission
- CZE Czech (Čeština) (Jaroslav Vrchlický) , "Zde"
- ENG English [singable] (Samuel Byrne) , "In this world"
- ENG English (Emily Ezust) , copyright © 2026
- GER German (Deutsch) (Martin Stock) , "Hier auf Erden", copyright © 2001, (re)printed on this website with kind permission
- ITA Italian (Italiano) (Ramona Gabriela Peter) , "Quaggiù", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
Note: quoted in Jules Lemaître's "Vers pour être chantés".
73. Am Ammersee
Es steht eine Weide am Ammersee; Die taucht ihr Gezweig in die Fluthen. "Ade, goldhaariger Schatz, ade! Nun gilt's für den König zu bluten. Traut war es zu kosen, Boot an Boot, Wenn die Wasser rauschen im Ammersee, Und über ein Jahr, wer weiß, bin ich todt -- Ade nun, mein Schatz, ade!" Sie fuhren noch einmal den See entlang Wohl unter die flüsternde Weide, Die Herzen so weh, die Herzen so bang -- Sie kos'ten in Lust und Leide. Ab stieß er den Nachen -- er schwenkte den Hut: Da rauschen die Wasser im Ammersee. "Dem König gehorcht ein Soldatenblut -- Ade nun, mein Schatz, ade!" Und über ein Jahr ein Reitergrab Liegt einsam auf fremder Haide. Es neiget die Zweige darüber herab Eine wilde, verwachsene Weide; Sie seufzt in die Winde -- die tragen es fort, Und die Wasser rauschen im Ammersee: "Dein Liebster, der schlummert am Haideort -- Ade nun, mein Schatz, ade!" Eine Weide, die steht am Ammersee, Sie taucht ihr Gezweig in die Fluthen; Es thut wohl kein Herzeleid so weh, Als um Liebe, um Liebe verbluten. Nun schimmert's herauf alabasterweiß Durch die rauschenden Wasser im Ammersee: "Goldhaarige Stirn, wir umplätschern dich leis -- Ade nun, mein Schatz, ade!"
74. In der Marienkirche
In der Marienkirche begruben sie ihn, Und sie im Marienchor; Aus ihrem Grab ein rot Röselein sproßt, Aus seinem ein Weißdorn hervor. Die neigten sich, die verzweigten sich, Wären gern einander recht nah, Daß jeder gleich erkennen konnt: Zwei Liebende ruhten allda.
Text Authorship:
- by Anonymous / Unidentified Author, no title [an adaptation]
Based on:
- a text in English from Volkslieder (Folksongs) , "Lord Thomas and Fair Annet", subtitle: "A Scottish Ballad"
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Note: based on the last two stanzas of the original Scottish ballad.
75. Seliger Tod
Es steht ein Haus am Rheine, Ein kleines Fischerhaus. "Du allerliebste Meine, Du Meine, Schau nur einmal heraus!" Heraus will ich wohl schauen, Auch treten vor die Thür, Vorm Sturm kann mir nicht grauen, Nicht grauen, Bin ich, mein Lieb, bei dir! "Und mag Dir nimmer grauen. So ist's die beste Zeit! Und willst du ganz mir trauen, Ja trauen, Mein Schifflein steht bereit!" Sie springen in den Nachen, Den Nachen treibt der Wind, Ob alle Donner krachen, Ja krachen, Sie küssen sich so lind. Ein Blitzstrahl kommt gefahren, Der trifft die Zwei zugleich. Leb wohl, leb wohl zum klaren, Zum klaren, Zum klaren Himmelreich! Der Sturm der hat getrieben Das Schiff hinab den Rhein, Wohl mit den todten Lieben, Den Lieben, In's weite Meer hinein. Die Sonne schaut mit hellen Und goldnen Blicken drein, Wie auf den grünen Wellen, Den Wellen, Treibt hin der Todtenschrein.
Text Authorship:
- by August Daniel Ehrenfried Stöber (1808 - 1884), "Seliger Tod", written 1839
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76. Fischerlied
Die Wellen die wogen und schäumen Und schaukeln die Gondel umher; Der Fischer will länger nicht säumen, Und schiffen die Kreuz und Quer. Die Wellen, die schwellen Im liebenden Hang; Die Wellen zerschellen, Juchheisa! Kling, klang! Sein Schätzel mit rosigen Wangen Fährt mit in die wogende Flut; Sie weiß ja zu angeln, zu fangen, Sie wirft ja die Netze so gut! Die Wellen, die schwellen Im liebenden Hang! Die Wellen zerschellen, Juchheisa! Kling, klang! Die Sonne, die lächelt so heiter, Wie küßt sich's so süß und so traut; Die Gondel will nimmermehr weiter, Seit Aug' in das Auge sich schaut! Die Wellen, die schwellen Im liebenden Hang! Die Wellen zerschellen, Juchheisa! Kling, klang! Die Wellen die wogen und schäumen, Die Gondel steht ruhig im See, Und Fischer und Fischerin träumen, Den Fischlein geschiehet kein Weh! -- Die Wellen, die schwellen, Im liebenden Hang! Die Wellen zerschellen, Juchheisa! Kling, klang!
Text Authorship:
- by Friedrich Konrad Müller von der Werra (1823 - 1881), "Lagunen-Fischerlied", written 1853, appears in Das Buch der Lieder, in 6. Vermischte Lieder, first published 1866
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77. Stille Sommernacht
Die Pappelzweige rauschen,
Vom Abendwind geweht,
Und holde Sterne lauschen
Herab auf's Blumenbeet.
Es ruhen die Fluren in Dämm'rung gehüllt,
Und Träume durch schweben das stille Gefild.
...
Es zirpt die kleine Grille,
Im Grase glänzt der Thau,
Und tiefe heil'ge Stille
Herrscht auf der Blumenau.
Den glücklichen Schäfer umschattet die Nacht,
Nur sehnende Liebe im Herzen noch wacht.
Text Authorship:
- by Carl Wilhelm Karnstädt (1795 - 1884)
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Note: the text above is taken from stanzas 1,3 of the original text.
78. Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht
Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht wohl über die schöne Blaublümelein, sie sind verwelket, verdorret. Ein Knabe hatt' ein Mägdlein lieb, sie liefen heimlich von Hause fort, es wußt's nicht Vater, noch Mutter. Sie liefen weit ins fremde Land, sie hatten weder Glück, noch Stern, sie sind verdorben, gestorben. Auf ihrem Grab Blaublümlein blühn, Umschlingen sich treu, wie sie im Grab, Der Reif sie nicht welket, nicht dörret.
Text Authorship:
- from Volkslieder (Folksongs) , "Blaublümelein", collected by Arnim and Brentano
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
See also Backer-Grøndahl's song, which uses some of this text.
79. Abschied
Was macht dir, Herzliebster! Die Wangen so blaß? Was macht dir das Auge Von Kummer so naß? O Liebchen! Herzliebchen! Wohl ist es mir weh; Weit muß ich von hinnen Weit über die See! Und mußt du von hinnen -- Dort über die See Giebt's wohl noch ein Liebchen. Herzliebster! ade! Es scheinen viel Sterne Am Himmelsgezelt; Doch keiner von allen Wie Luna gefällt. So nimm nur dies Ringlein Von Golde so schwer, Und wird es zu eng dir, So wirf es in's Meer. So steck' nur dies Blümlein An's klopfende Herz; Und duftet's dir nimmer, Verging auch dein Schmerz.
Text Authorship:
- by Justinus (Andreas Christian) Kerner (1786 - 1862), "Ade", appears in Gedichte, in Die lyrischen Gedichte
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
80. O Lieb, schönste Blume!
O Liebe, schönste Blume, Wie keine mir gefällt; Aus Gottes Heiligthume Verpflanzt in diese Welt! Viel tausend Blumen blühen Im Thal und auf den Höhn; Doch keine sah ich glühen Wie du so schön, so schön! Und, ach! wie bald verwehen Sie all' in kurzer Zeit; Du aber mußt bestehen, Und blühst in Ewigkeit! O Liebe, schönste Blume! Wer dich gefunden hat, Der wird, von deinem Ruhme Zu singen, nimmer satt!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "O Liebe, schönste Blume!", appears in Liederbuch, in 2. Liebeslieder, no. 243
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , "Oh love, most beautiful flower!", copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Also confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 214-215.
81. Der Sänger und die Königsmaid
Ich weiß eine Mär' aus verklungener Zeit; Es liebte der Sänger die Königsmaid; -- ... Die Saiten erklangen in Lust und Schmerz; Sie lockten, sie zwangen das lauschende Herz; -- O weh ihm, er konnte nicht schweigen! Halb hat sie geschenkt ihm, halb hat er geraubt Ein goldenes Löcklein dem lieblichen Haupt; -- ... Sie bot ihm den heißen, den duftigen Mund, Den hat er geküßt in nächtlicher Stund'! -- O weh ihm, er konnte nicht schweigen! Nun zischelt's wie Schlangen die Gassen hindurch, Und zischelt hinauf bis zur Königsburg; -- ... Der Mond schien traurig, das Henkerbeil klang, Der Sturmwind pfiff einen Grabgesang! -- O weh ihm, er konnte nicht schweigen!
Text Authorship:
- by Hermann Hölty (1828 - 1897), "Der Sänger und die Königsmaid", appears in Bilder und Balladen
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Note: the text above is taken from lines 1,2,4-8,10-14,16-18 of the original text.
82. Hier ist die Stelle, hier der Platz!
Hier ist die Stelle, hier ist der Platz, Hier unterm Rasen, da liegt mein Schatz. Die Gräber, die gruben so tief dein Grab, Die Träger, sie liessen so tief dich hinab Ich komme, zu schmücken dein Schlafgemach, darin du ruhest bei Nacht und Tag; Sie machten dein Bette so weich, so weich, Sie legten dich drauf so kalt so bleich Zwei Rosen, die sollen beisammen sein, Ich pflanze sie über dem Herzen dein, Die eine für dich, die andre für mich; Wir liebten uns so treuinniglich, Treuinniglich! Die eine ist wie Herzblut so rot, Weil du mich geliebt bis in den Tod; Die andre, die ist so weiß wie der Schnee, Der Tod, der that meinem Herzen weh. So weh, so weh! Und weil du hast keinen Leichenstein, Will selber das Grab ich dir hüten fein 4. Hier ist die Stelle, hier ist der Platz, Hier hüt' ich meinen herzliebsten Schatz.
Text Authorship:
- by Johann Hinrich Otto Meyer (1829 - 1904), "Mein totes Lieb"
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83. Drei Laub auf einer Linde
Drei Laub auf einer Linden Blühen also wohl, ja wohl; Sie tut viel tausend Sprünge, Ihr Herz ist freudenvoll. Ich gönn's dem Maidlein wohl. Sie hat den langen Winter Stets am Stuhl gewebt, gewebt, Für fremde Leut' das Linnen Gewirket und gestrebt, Für sich nur halb gelebt. Ihr Schatz war in der Fremde, Wieder bin ich hier, ja hier, Der Tanz hebt sich behende, Komm[,] meines Herzens Zier Und tanz nach Lust mit mir!
84. Lied von Sorrent
Wie die Tage so golden verfliegen, Wie die Nacht sich so selig verträumt, Wo am Felsen mit Wogen und Wiegen Die gelandete Welle verschäumt, Wo sich Blumen und Früchte gesellen, Daß das Herz dir in Staunen entbrennt; O du schimmernde Blüte der Wellen, Sei gegrüßt, du mein schönes Sorrent! Und die Nacht, wenn so süß Luisella Ihre lachenden Lieder uns singt, Und der Taumel der Lust, Tarantella, Wie ein Flämmchen im Sturme sie schwingt. An der Bucht sich die Gärten erhellen Unterm leuchtenden Nachtfirmament -- O du schimmernde Blüte der Wellen, Sei gegrüßt, du mein schönes Sorrent! Hier entrinnst du der Sorgen Getriebe, Und es trägt dich auf Händen die Lust, Und sogar das Gedächtnis der Liebe, Hier beschleicht es gelinder die Brust. Und der tauchst in die heilenden Quellen, In des heiligen Meers Element. O du schimmernde Blüte der Wellen, Sei gegrüßt, du mein schönes Sorrent! Auch der tobenden Stürme Getümmel, Hier belebt es nur Blüten zuhauf, Und es lösen die Wetter am Himmel In ein fruchtbar Geriesel sich auf. Wenn die Früchte, die herbstlichen, schwellen, Ach, wie weit, ach wie bin ich getrennt! Dann ade, o du Blüte der Wellen, Dann ade, du mein schönes Sorrent!
Text Authorship:
- by Paul Heyse (1830 - 1914), "Lied von Sorrent", subtitle: "Zur Melodie: Sto cresenno no bello cardillo", appears in Sorrent
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89. Scheiden
Wenn sich ein junger Knabe muß
Von seinem Mädchen scheiden,
Wie bringt doch jeder letzte Kuß
Statt Lust nur neues Leiden!
Und wenn erst gar die Stunde schlägt,
Und er sich losgerissen,
Das arme Herz es kaum erträgt,
Das Auge will zerfließen.
Und geht er seiner Straße nach,
Die Brust will ihm zerspringen;
Was kümmert ihn der Frühlingstag,
Und ob die Vögel singen!
...
Text Authorship:
- by Robert Reinick (1805 - 1852), "Scheiden", appears in Lieder vom Maler, in 2. Frühling und Liebe, in Wanderers Nachtlieder, no. 1, first published 1844
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
Note: the text above is taken from stanzas 1-3 of the original text.
90. Mein Liebster keck ist ein Matros'
Mein Liebster keck ist ein Matros';
Er kämpft mit Wind und Wasserhos'
Und knüpft, was uns're Herzen band,
Gleich seinem Schiffstau los.
Ich zöge gern mit Herz und Hand
Das flüchtige Schiff zurück zum Strand;
Doch meine Sehnsucht treibt es nur;
Es flieht schon weit vom Strand.
Mein Liebster spannt das Segel quer;
Wie rauscht sein Kiel durch's wilde Meer!
Ich weiß nicht, bringt ihn wiederum
Ein guter Wind mir her.
Was baut' ich auch, ein thöricht Kind,
Auf Häuser, die entführt der Wind!
Nun wein' ich mir die Wangen blaß
Und meine Augen blind.
Mein Liebster steuert mittagwärts,
Die Flut empfindet nicht den Schmerz;
Er führt so kräft'gen Ruderschlag
Und jeder trifft mein Herz.
Schlag' er das Meer nur immerhin,
Das treulos ist und falsch von Sinn!
Doch warum schlägt er auch dies Herz,
Das nichts geliebt, als ihn!
Mein Liebster keck ist ein Matros';
Er kämpft mit Wind und Wasserhos'
Und knüpft, was uns're Herzen band,
Gleich seinem Schiffstau los.
...
Text Authorship:
- by Heinrich Leuthold (1827 - 1879), "Ligurisches Volkslied", appears in Gedichte, in 2. Lieder von der Riviera, no. 13
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Note: the text above is taken from stanzas 1-6,1 of the original text.
