Jung Diethelm Matches base text
Language: German (Deutsch)
Die Sonnwendnacht im schweigenden Tann, Das ist ein träumerisch Reiten! Auf süße Weisen Jung Diethelm sann Und ließ die Zügel gleiten. Sein Rößlein schritt und trug ihn sacht Durch die Sonnwendnacht In heimliches Waldgehege Da trotzte der Fels im Wege. Jung Diethelm aus dem Sattel sich schwang, Da blitzt es auf aus dem Dunkel, Des Berges Pforte mit Krachen sprang, Und es brach ein Gegleiß und Gefunkel Von schimmernden Schätzen aus tiefem Schacht durch die Sonnwendnacht. Jung Diethelm zückte sein'n Degen Da trat ein Weib ihm entgegen Nie hatt' er so liebliche Wunder geschaut Und das sprach mit lächelndem Munde: "Mir ist des Hortes Hut vertraut, Und du kommst zu gesegneter Stunde. Nur einmal im Jahre ward mir die Macht: In der Sonnwendnacht! Greif zu! Heut darf ich dir spenden, Was du fassen magst mit deinen Händen!" Jung Diethelm sah das herrliche Weib, Da war nicht lang sein Besinnen: Die Arme schloß er um ihren Leib Und trug die Beute von hinnen. "Was soll mir des Goldes trügende Pracht? In der Sonnwendnacht Gewann ich die köstlichste Habe! Nun trabe, mein Rößlein, trabe!"
Composition:
- Set to music by Christian Sinding (1856 - 1941), "Jung Diethelm", op. 109 (Vier Balladen und Lieder) no. 4, published 1911 [ mezzo-soprano or baritone and orchestra ], Leipzig: Breitkopf & Härtel
Text Authorship:
- by Franz Goltsch , "Jung Diethelm"
See other settings of this text.
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
This text was added to the website: 2011-04-15
Line count: 31
Word count: 183