by Heinrich von Mühler (1813 - 1874)

Wanderlied
Language: German (Deutsch) 
Morgens früh, bevor es tagt, 
Hab' ich mich flink gerührt, 
Und habe frisch und unverzagt 
Mein Ränzel mir geschnürt. 

Wie sollt' ich da nicht fröhlich sein, 
Ich bin ein leichtes Blut. 
Wer wandern will, Berg aus, Berg ein, 
Muß haben frischen Mut. 

Die Sorge und der Wandersmann, 
Die passen nimmermehr, 
Der Wandrer schreitet rasch voran, 
Die Sorge schleicht zu schwer. 

Ob auch der Himmel trüb' und grau, 
Die Sonne ist nicht weit, 
Und droben Einer weiß genau, 
Wann, daß sie schein', ist Zeit. 

Und schein' ich einsam und allein, 
Mein Lieb ist doch bei mir. 
Mein liebes goldnes Ringelein, 
Gemahnt mich für und für. 

Im Himmel sichrer Hut bewußt, 
Im Herzen frischen Mut, 
Und treue Lieb' in treuer Brust, 
Wie wandert sich's so gut. 

Confirmed with Gedichte von Heinrich von Mühler, Berlin: Voß'schen Buchhandlung, 1842, pages 86 - 87. Appears in Gedichte vermischten Inhalts.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2020-03-16
Line count: 24
Word count: 124