Im Kirchhofe
Language: German (Deutsch) 
Sey gegrüßt du Ort der Stille,
Welche sanfte Trauer weckt,
Wo der Frühling seine Hülle
Blühend über Gräber deckt.

Von der Wolken Arm getragen
Schließt die Sonne ihren Lauf,
Aus der finstern Erde schlagen
Dunkelrothe Flammen auf.

Und auch ihr, erstarrte Brüder
Habet eure Bahn vollbracht,
Sank't auch ihr so herrlich nieder
In des Grabes Schauernacht?

Ewig Schaffen und Vernichten
Heißt die Satzung der Natur,
An den eisernen Gewichten
Rollt das Rad der Zeitenuhr,

Erde sinkt zurück zur Erde,
Aber was der Himmel gab,
Schwinget sich vom Opferherde
Hell empor aus Nacht und Grab -

Auf zu ihm der nie begonnen
Aus der Prüfung letzter Qual,
Nach der Heimat aller Sonnen
Kehret der gelieh'ne Strahl!

Confirmed with Dichtungen vom Freyherrn Franz von Schlechta, Erster Band, Wien, 1824, im v.Hirschfeld'schen Verlage, pages 7-8.

Note: This text is a heavily revised version of the poem much earlier set by Schubert from Schlechta's manuscript (see below).


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

    [ None yet in the database ]

Set in a modified version by Franz Peter Schubert.


Researcher for this text: Peter Rastl [Guest Editor]

Text added to the website: 2017-05-13 00:00:00
Last modified: 2017-05-14 01:56:26
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Word count: 115