by Andreas Gryphius, né Greif (1616 - 1664)

Ach, edle Blum, an welcher recht zu...
Language: German (Deutsch) 
Ach, edle Blum, an welcher recht zu schauen,
Was keusch, was unverzagt, was treu und heilig sein,
O Spiegel der Geduld in ungemeiner Pein,
O andachtsvolle Ros, o Richtschnur keuscher Frauen.

Hat euch die scharfe Sens des Todes abgehauen,
Eh als eur Mittag hin, deckt dieser Marmorstein
Die durch Leid, Schwindsucht, Angst und Schmerz verzehrten Bein,
Nachdem der Tod den Geist euch Gott hieß anvertrauen?

Gott riß euch von uns weg, gleich als sein Grimm entbrannt,
Als Seelennot und Krieg verheerten Kirch und Land.
Jetzt seht ihr Christum selbst, mit süßer Freud umfangen!

Wir schauen Glut und Mord und Pest und Sturm und Schwert,
O Mutter, grade recht für euch von dieser Erd'
Seid ihr, für uns zu früh, ach, gar zu früh gegangen!

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Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Malcolm Wren [Guest Editor]

This text was added to the website: 2017-08-29
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