by Josef Franz von Ratschky (1757 - 1810)

Der Weiberfreund
Language: German (Deutsch) 
Nie müde, spiel' ich mit den Schaaren
Der Töchter Evens Amors Spiel:
Von fünfzehn bis zu fünfzig Jahren
Ist jede meiner Wünsche Ziel.

Durch Farb' und Form, durch Witz und Güte,
Durch alles fühl' ich mich entzückt:
Ein Ebenbild der Aphrodite
Ist jede, die mein Aug' erblickt.

Bey blonden runden Dindonetten
Preis' ich die Fülle der Natur:
An hagern schmächtigen Brünetten
Reitzt mich verliebter Sehnsucht Spur.

Den schlanken Füßchen einer Schöne,
So wie den schiefen huldig' ich;
An Amors Pfeil erinnern jene
Und die an seinen Bogen mich.

Auch die vermag mein Herz zu angeln,
Bey der man jeden Reitz vermißt:
Mag immerhin ihr alles mangeln,
Wenn's nur ein weiblich Wesen ist!

So flattr' ich, rastlos gleich den Bienen,
Durch Amors Lustgefilde hin,
Und selbst das Unkraut muß mir dienen,
Um süßen Honig draus zu ziehn.

Confirmed with Neuere Gedichte von Joseph Franz Ratschky. Wien, bey J. V. Degen, Buchdrucker und Buchhändler. 1805, pages 21-22.

Note: This is a later version of Ratschky's poem, originally published 1795 in Becker's Taschenbuch zum geselligen Vergnügen, see below.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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Set in a modified version by Franz Peter Schubert.


Researcher for this text: Peter Rastl [Guest Editor]

Text added to the website: 2017-11-05 00:00:00
Last modified: 2017-11-06 23:00:35
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