by Friedrich Adolf Krummacher (1768 - 1845)

Die Stille
Language: German (Deutsch) 
Wie schön bist du,
Liebliche Stille, himmlische Ruh! -
Droben, wo die hellen Sterne
Wandeln in des Himmels Aun,
Und auf uns herniederschaun,
Wohnest du in lichter Ferne.

Wie schön bist du,
Liebliche Stille, himmlische Ruh! -
Leise naht des Lenzes Milde,
Schmückt mit Gras der Erde Schooß,
Kränzt den Silberquell mit Moos,
Und mit Blumen die Gefilde.

Wie schön bist du,
Liebliche Stille, himmlische Ruh! -
Wenn nicht mehr des Wetters Wogen
Um den Himmel tobend ziehn,
Donner krachen, Blitze sprühn,
Blühet still des Friedens Bogen.

Wie schön bist du,
Liebliche Stille, himmlische Ruh! -
Wenn der Wellen rauh Getümmel
Schweigt, des Meeres Brausen ruht,
In die stille klare Fluth
Taucht sein Angesicht der Himmel.

Wie schön bist du,
Heilige Stille, himmlische Ruh! -
Nicht zu Salems hohen Thoren,
Zu des stolzen Thrones Pracht
Kam die heil'ge Wundernacht,
Und das Licht aus Gott geboren.

Wie schön bist du,
Heilige Stille, himmlische Ruh! -
Engelchöre sangen Lieder
In des Nachthauchs leisem Wehn,
Und auf Bethleh'ms stille Höhn
Schwebten Seraphim hernieder.

Wie schön bist du,
Heilige Stille, himmlische Ruh! -
Eines Kindes zarte Hülle,
In der heil'gen Mutter Schooß,
Auf der Krippe weichem Moos,
Barg des ew'gen Lichtes Fülle!

Confirmed with Das Christfest. Eine Schrift für das Volk von F. A. Krummacher. Dritte völlig umgearbeitete Ausgabe. Essen, bei G. D. Bädeker. 1821, pages 262-264.

Note: This is the revised version of Krummacher's Die Stille. For the initial version of 1810 see below.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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Set in a modified version by Franz Peter Schubert.


Researcher for this text: Peter Rastl [Guest Editor]

Text added to the website: 2017-11-20 00:00:00
Last modified: 2017-11-21 09:44:47
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