by August Ferdinand Meyer (1811 - 1894), as F. Brunold

Abendfahrt
Language: German (Deutsch) 
Leise, schaukelnd in dem Kahne 
Zieh' ich einsam meine Bahn;
Mond, gleich einer Friedensfahne, 
Sieht mich still verstohlen an. 

Durch das Schilf am nahen Strande 
Wind mit leisem Rauschen zieht;
Klagend, mahnend tönt vom Lande 
Ferner Nachtigallen Lied.

Keine Lieder, keine Worte
Sprach der trübverschloss'ne Mund,
Und doch ward dem stillen Orte 
Längst schon mein Geheimniß kund.

Bei des Kahnes leichtem Schwanken 
Kündet es die Welle mir,
Daß ich einzig in Gedanken 
Bin Geliebte nur bei Dir.
 
Auf dem Klang der Melodien,
Der herüber weht zu mir,
Traum und Wunsch und Grüße ziehen,
Ach, Geliebte, nur zu Dir.

Leise, schaukelnd in dem Kahne 
Zieh' ich einsam meine Bahn; 
Mond, gleich einer Friedensfahne,
Sieht mich still verstohlen an.

Confirmed with Lyrisches Album, ed. by August Lewald, Karlsruhe, Druck und Verlag des Artistischen Instituts, 1841, pages 108-109.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

Text added to the website: 2020-02-03 00:00:00
Last modified: 2020-02-03 18:59:37
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