by Johann Georg Keil (1781 - 1857)

Des Kindes Tod
Language: German (Deutsch) 
O Mutter, o Mutter! welch liebliches Singen! 
Ach! hörst du die Harfen und Lauten klingen? 
  Schlaf' ruhig, mein Kind! es ist ja der Schall
  Der leise flötenden Nachtigall,

O Mutter, wie herrlich die Farben erglänzen, 
Sie schmücken mein Bettchen mit bunten Kränzen! 
  Schlaf' ruhig, mein Kind! der röthliche Schein 
  Des Abends blicket zum Fenster herein. 

O Mutter, es hauchen balsamische Lüfte,
Es wogen süßathmende Weihrauchdüfte! 
  Schlaf' ruhig, mein Kind! es ist nur der Hauch
  Vom würzigduftenden Rosenstrauch.

O Mutter, sie lassen von Honig mich nippen,
Sie netzen mir labend die durst'gen Lippen!
  Schlaf' ruhig, mein Kind! dich täuschet ein Wahn;
  Ich feuchte die trockenen Lippen dir an. 

O Mutter, es streichelt und faßt mich so linde, 
Es fächeln liebkosend mich laue Winde! 
  Schlaf' ruhig mein Kind! ich trockne den Schweiß
  Von deiner Stirne so brennend heiß. 

O Mutter, es kommen von rosigen Hügeln 
Viel freundliche Kinder mit goldnen Flügeln! 
  Schlaf' ruhig, mein Kind! die Wolken sie ziehn
  Am Abendhimmel gleich Lämmern hin.

Sie kommen, sie kommen! sie winken und nicken! 
Sie rufen hinauf mich mit Liebesblicken! 
  Es bleichte des Abends glühendes Roth;
  Das Kind im Bettchen lag still und todt.

Confirmed with Lyra und Harfe, Liederproben von Georg Keil, Leipzig, Friedrich Fleischer, 1834, pages 181-182.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

  • by Friedrich August Reissiger (1809 - 1883), "Des Kindes Tod", op. 13 (Lieder und Gesänge für Tenor oder Sopran mit Begleituing des Pianoforte, 4te Liedersammlung) no. 1, published 1836 [ tenor or soprano and piano ], Berlin, Moritz Westphal [sung text not yet checked]

Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Bertram Kottmann

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