by Leberecht Blücher Dreves (1816 - 1870)

Der Frühling ist ein tapfrer, kühner...
Language: German (Deutsch) 
Der Frühling ist ein tapfrer, kühner Ritter, 
Er kämpfte mit dem Winter harten Strauß, 
Doch seine Wehr und seinen Speer bestritt er 
Und schlug ihn keck zum weiten Reich hinaus. 

Der Frühling ist ein arbeitsamer Schnitter, 
Er mähete den Reif von jeder Flur, 
Er schlug das Eis, wie dürres Reis, in Splitter 
Und zeichnete durch Wirken seine Spur. 

Der Frühling ist ein froher Hochzeitbitter, 
Er ladet ein zum Feste freudiglich, 
Er selber beut, er selber streut den Flitter 
Und sein erfreuen alle Gäste sich. 

Der Frühling ist auch Meister auf der Zither, 
Er lehrt die Vöglein singen, groß und klein, 
Auf grüner Au', im Wald und Laubengitter 
Übt er tactirend seine Schüler ein. 

Der Frühling ist, was Mondlicht beim Gewitter, 
Das, wie es heißt, der Wolken Flor zertheilt; 
Macht herbe Pein den Lebenswein dir bitter, 
Hoff' auf den Lenz, der jede Wunde heilt.

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Confirmed with Leberecht Blücher Dreves, Gedichte, ed. by Joseph Freiherr von Eichendorff, Berlin: Alexander Duncker, 1849, page 10 - 11. Appears in Frühling, Wald und Wanderschaft.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

  • by Ferdinand von Hiller (1811 - 1885), "Was der Frühling ist", op. 90 (10 Gesänge für zwei Singstimmen mit Begleitung des Pianoforte), Heft 2 no. 10, published 1862 [ vocal duet with piano ], Mainz, Schott [sung text not yet checked]

Research team for this text: Bertram Kottmann , Melanie Trumbull

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